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Schiedsrichterin Steinhaus beendet Karriere

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Fußball | DFL-Supercup - Schiedsrichterin Steinhaus beendet Karriere

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Abschied mit einer Premiere: Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hat als erste Frau den DFL-Supercup geleitet. Zuvor hatte sie ihr Karriereende verkündet.

Bibiana Steinhaus bekommt Blumen überreicht.
Bibiana Steinhaus wurde von DFL-Chef Christian Seifert vor dem Anpfiff mit Blumen und einem Ball beschenkt.
Quelle: reuters

An der Seite der beiden Mannschaftskapitäne Manuel Neuer und Marco Reus begann der letzte große Fußball-Abend von Bibiana Steinhaus als Schiedsrichterin. Wenige Stunden nach ihrem überraschend verkündeten Karriereende stand die 41-Jährige beim Supercup-Duell zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund vor dem Anpfiff im Fokus. Ein letztes Mal leistete Steinhaus Pionierarbeit, denn sie leitete als erste Frau den DFL-Supercup.

Den Entschluss zu ihrem Karriereende hatte die 41-Jährige während der langen Corona-Zwangspause gefasst. "Wie viele Menschen in der Zeit der Corona-Situation habe ich manches reflektiert und neu bewertet", wurde Steinhaus am Mittwochnachmittag in einer DFB-Mitteilung zitiert. Nach "sorgfältiger Abwägung vieler Faktoren" und einem Gespräch mit Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich habe sie sich dazu entschieden, "meine nationale und internationale Laufbahn als Schiedsrichterin zu beenden".

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Erste Schiedsrichterin im deutschen Männer-Fußball

Sechsmal wurde Steinhaus "Schiedsrichterin des Jahres", jeweils dreimal vertrat sie Deutschland bei der WM und EM der Frauen. Doch so richtig in den Fokus rückte sie durch ihre Vorreiter-Rolle als erste Schiedsrichterin im Männer-Fußball. Nach ihr schaffte bislang nur noch Riem Hussein diesen Sprung.

Seit 2017 war Bibiana Steinhaus in der Fußball-Bundesliga aktiv - bis heute als einzige Frau. Zehn Jahre lang hatte sie zuvor in der 2. Liga gepfiffen. Als Pionierin hat sie sich großen Respekt erarbeitet. "Ich bedauere das frühzeitige Karriereende von Bibiana Steinhaus sehr", sagte DFB-Chef Fritz Keller:

Der deutsche Fußball muss künftig nicht nur auf eine herausragende Schiedsrichterin verzichten, sondern verliert auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Pionierin in einer Männerdomäne
DFB-Chef Fritz Keller

Steinhaus werde ein Vorbild bleiben, so Keller. DFL-Chef Seifert sagte: "Bibiana Steinhaus hat sich in den vergangenen Jahren fest im Kreise der Bundesliga-Schiedsrichter etabliert und sich mit ihren Leistungen Respekt und Anerkennung verdient."

Rückzug wohl aus privaten Gründen

"Es war ein langer Weg", sagte die heute 41-Jährige zuletzt rückblickend im Interview des Deutschen Fußball-Bundes.

Für das freiwillige Ende der viel beachteten Laufbahn der Schiri-Pionierin sollen private Gründe ausschlaggebend sein. Seit vier Jahren ist Steinhaus mit dem ehemaligen englischen FIFA-Referee Howard Webb liiert, der in New York lebt.

DFB-Schiedsrichterchef Fröhlich dankte Steinhaus zum Abschied: "Ihr gebühren höchste Anerkennung für das, was sie erreicht hat, höchster Respekt für ihre Entscheidung und auch ein großer Dank von meiner Seite für die absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit."

Viermalige Welt-Schiedsrichterin

Steinhaus war längst eine Weltklasse-Schiedsrichterin, ehe sie am 10. September 2017 beim Spiel Hertha BSC gegen Werder Bremen ihr Bundesliga-Debüt bei den Männern gab. Neben ihren Einsätzen in der 2. Liga jagte sie bei den Frauen auf globaler Bühne von einem Erfolg zum nächsten: viermal war sie Welt-Schiedsrichterin, dreimal bei Welt-und Europameisterschaften der Frauen dabei. Dazu kamen einzigartige Momente wie die Leitung der Endspiele bei der Frauen-WM 2011 und beim Olympischen Frauen-Turnier 2012 in London. Dennoch dauerte es noch weitere Jahre, bis sie auch in der Eliteklasse der Männer auf den Platz durfte.

Dort war sie seitdem 23-mal als Hauptschiedsrichterin tätig und verteilte insgesamt 65 Gelbe Karten - aber keinen Platzverweis. Auch das gab es vorher nie. Ihre letzte Bundesliga-Partie bleibt die Paarung Union Berlin gegen den SC Paderborn (1:0) vom 32. Spieltag der Vorsaison

Bibiana Steinhaus ist schon voller Vorfreude auf die anstehende Frauen-WM. "Die Atmosphäre bei einer WM ist einmalig", sagt Deutschlands Top-Schiedsrichterin im Gespräch mit Hermann Valkyser.

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