Fankritik: Katar setzt Bierverbot rund um WM-Stadien durch

    Fans üben Kritik:Katar setzt Bierverbot rund um Stadien durch

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    Also doch: Entgegen der Absprache mit der FIFA hat Gastgeber Katar sich umentschieden - und zwei Tage vorm WM-Eröffnungsspiel Alkohol verboten. Fans reagieren empört.

    Auch das Bier des WM-Sponsors Budweiser ist rund um die WM-Stadien in Katar verboten.
    Das Bier des WM-Sponsors darf nun nicht im oder vorm Stadion verkauft werden.
    Quelle: epa

    WM-Gastgeber Katar hat kurz vor der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft die Fußball-Fans überrumpelt und Sorgen vor Willkür geschürt. Entgegen der Kritik und Sponsoreninteressen kippte das Emirat am Freitag die mit dem Weltverband FIFA vereinbarte Kompromisslösung, die den Verkauf zumindest im Umfeld der acht Arenen ermöglicht hätte. 
    Es werde weiterhin ein "angenehmes, respektvolles und zufriedenstellendes" Stadionerlebnis sichergestellt, teilte die FIFA mit. Biersponsor Budweiser schrieb bei Twitter am Mittag: "Also, das ist misslich" - und löschte den Tweet wenig später wieder.
    Kurz vor dem WM-Auftakt in Katar steht fest: Rund um die Stadien soll kein Alkohol verkauft werden.19.11.2022 | 1:16 min

    Alkohol nun doch nur beim FIFA-Fanfest in Doha

    Damit müssen sich die Fans nur rund 48 Stunden vor dem WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Katar und Ecuador am Sonntag (17 Uhr) erneut umstellen. Mitte August war die Auftaktpartie überraschend um einen Tag vorgezogen worden - was der FIFA dem Vernehmen nach auch nur bedingt gefiel. Beides deutet auf verschobene Machtverhältnisse zwischen dem Weltverband und dem WM-Ausrichter hin: Vor der WM 2014 hatte Brasilien als Garantie für die FIFA ein generelles Alkoholverbot für die Stadien gekippt. 
    In und um die Stadien in Katar wird weiterhin alkoholfreies Bier verkauft, alkoholhaltige Getränke können Fans unter anderem beim offiziellen Fanfest in der Hauptstadt Doha konsumieren. Wie in dem streng islamischen Land auch außerhalb der WM-Zeit üblich, werden die Preise dafür um umgerechnet 15 Euro liegen. 

    Nach Gesprächen zwischen den Behörden des Gastgeberlandes und der FIFA wurde entschieden, den Verkauf von alkoholischen Getränken auf das FIFA Fan Festival und andere Ziele der Fans sowie lizenzierte Veranstaltungsorte zu konzentrieren.

    FIFA-Mitteilung

    Hotels, Alkohol und Sex
    :Eine etwas andere WM für Fans in Katar

    Ab Sonntag rollt der Ball bei der WM und die Fans sind dabei. Allerdings müssen die Fußball-Touristen in Katar einige Regeln beachten. Bei Zuwiderhandlungen drohen hohe Strafen.
    Fußball-Fans in Doha

    "Es geht hier erstmal nicht ums Bier"

    "Manche Fans mögen Bier während des Spiels und andere nicht," schrieb die Fan-Organisation "Football Supporters' Association".

    Das wirkliche Problem ist der U-Turn in letzter Minute, der ein größeres Problem offenbart.

    Fan-Organisation "Football Supporters' Association"

    Es gebe einen "völligen Mangel an Kommunikation und Klarheit", der die "verständlichen Sorgen" der Fans schüre, dass auch andere Zugeständnisse nicht eingehalten würden.
    In Deutschland prominent über Innenministerin Nancy Faeser (SPD) platziert waren "Sicherheitsgarantien" für alle Fans trotz des gesetzlichen Verbots von Homosexualität in Katar.

    Es geht hier erstmal gar nicht ums Bier.

    "Bündnis Aktiver Fußball-Fans" (BAFF) bei Twitter

    Wenn aber zwei Tage vor dem Turnier "alles komplett über den Haufen" geworfen würde, "ohne dass die FIFA irgendwas tun könnte, kann man sich ja auch ausmalen was die versprochenen "Sicherheitsgarantien" wert sein werden".

    Für betrunkene WM-Fans
    :Katar schafft Ausnüchterungszonen

    Für viele Fußball-Fans gehört ein Bier zum Stadionbesuch dazu - nicht aber in Katar. Das muslimische Land plant aus Sicherheitsgründen eigene Bereiche für angetrunkene Besucher.
    WM 2022 - Trainingsplatz deutsche Nationalmannschaft in Katar

    Alkohol in Katar nur in Bars und Restaurants bestimmter Hotels

    Rund um den Alkohol-Ausschank bei dem Turnier hatte es zuvor schon Diskussionen gegeben. Anfang der Woche wurden laut Medienberichten bereits errichtete Verkaufsstände rund um die Stadien wieder abgebaut. Zunächst hieß es, diese sollten an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Die FIFA hatte die Berichte über eine Änderung des Ausschank-Konzeptes zunächst zurückgewiesen. Der US-Braukonzerns Anheuser-Busch (AB InBev) ist einer der wichtigen Großsponsoren des Weltverbands.
    "Als Partner der FIFA seit über drei Jahrzehnten freuen wir uns auf unsere Kampagnen auf der ganzen Welt, um den Fußball mit unseren Konsumenten zu feiern", teilte AB InBev mit und sprach bezogen auf die Stadien von "Umständen, auf die wir keinen Einfluss haben".
    Dass innerhalb der Stadien während der Endrunde vom 20. November bis 18. Dezember kein alkoholhaltiges Bier verkauft wird, gehörte schon zum Ursprungskonzept. Ausnahmen sollten spezielle VIP-Pakete für die Logen sein. Alkohol ist in Katar nicht gänzlich verboten, wird aber nur sehr eingeschränkt etwa in Bars oder Restaurants bestimmter Hotels ausgeschenkt. Ausländer, die eine Aufenthaltsgenehmigung haben, können ihn auch in einem Geschäft kaufen, müssen aber älter als 21 Jahre sein und brauchen dafür eine Erlaubnis.
    Quelle: Miriam Schmidt und Jan Mies, dpa