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Fußball-Bundesliga | Revierderby - Schalke auch beim Nachwuchs hinter BVB

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Noch nie seit 50 Jahren war Schalke im Bundesliga-Revierderby so weit weg vom BVB wie jetzt. Der Abstand zwischen den Nachbarn ist mittlerweile auch beim Nachwuchs sichtbar.

Can Bozdogan
Eines der wenigen Eigengewächse in der Schalker Stammformation: Can Bozdogan
Quelle: dpa

In der gesamten Fußball-Welt wurde das hohe Lied auf die so beispielhafte Ausbildungsarbeit gesungen. Die "Knappenschmiede" - so heißt die Nachwuchsabteilung beim FC Schalke 04 - und ihr Trainerguru Norbert Elgert haben jahrelang Standards in der erfolgreichen Talentförderung gesetzt.

Als Deutschland im Sommer 2014 zum vierten Mal Weltmeister wurde, gehörten in Rio vier Spieler zu den Helden, denen in Gelsenkirchen das Rüstzeug für ihre Karrieren gelegt wurde: Manuel Neuer, Mesut Özil, Benedikt Höwedes und Julian Draxler. Die Liste der Stars, die von Schalke aus die Fußballwelt eroberten, ließe sich fast beliebig fortsetzen: Bayern-Neuerwerb Leroy Sané, Champions-League-Sieger Joel Matip (FC Liverpool) und Sead Kolasinac (FC Arsenal) sind nur die prominentesten Beispiele.

Real will Reyna

Vorbei! Sechs Jahre später und somit vor dem 97. Bundesliga-Revierderby am Samstag (18.30 Uhr, ab 23 Uhr im aktuellen Sportstudio) hat der Tabellenvorletzte Schalke nicht nur in der aktuellen Tabelle sowie in wirtschaftlicher Hinsicht den Abschluss gegenüber dem Tabellendritten Borussia Dortmund verloren, sondern mittlerweile auch im Unterbau.

Während beim BVB der erst 17-jährige Giovanni Reyna schon bei einem Topklub wie Real Madrid gehandelt wird, und der seit der C-Jugend in Schwarz-Gelb kickende Felix Passlack plötzlich wieder in der ersten Elf von Trainer Lucien Favre gebraucht wird, kann Schalke dem kaum etwas entgegenhalten.

Luiz Felipe Ramos (Lazio Rom/vorne) und Teamkameraden feiern das zweite Tor der Römer im Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund.

Fußball-Bundesliga | 5. Spieltag -
BVB leicht genervt ins Derby gegen Schalke
 

Es läuft noch nicht rund bei Borussia Dortmund. Nach dem 1:3 in der Champions League gegen Lazio Rom steht nun in der Bundesliga das Derby gegen Schalke 04 (Samstag, 18.30 Uhr) an.

Reyna, der vor einem Jahr aus den USA in den Ruhrpott zog, ist zwar kein echtes Eigengewächs, aber das gilt auch für Can Bozdogan (19). Der Mittelfeldspieler kam im Sommer 2019 vom 1. FC Köln ins Revier und hat auf Schalke gerade erst vier Einsätze in der Bundesliga hinter sich. Im Derby am Samstag dürfte er auf Seiten der Gäste der einzige Akteur in der ersten Elf sein, der schon in der Jugend für Schalke auflief.

Vorzeige-Schalker nicht gefragt

Ein echtes Eigengewächs wartet hingegen auf den nächsten Schritt in seiner Karriere: Ahmed Kutucu (20), in Gelsenkirchen geboren, der Vater Bergmann, er selbst Typ Publikumsliebling, kickt seit seinem elften Lebensjahr im S04-Trikot. Nach vielversprechenden ersten Auftritten in der Bundesliga stagniert seine Entwicklung: In der aktuellen Saison wurde er bisher weder von Ex-Trainer David Wagner noch von dessen Nachfolger Manuel Baum eingesetzt.

Im Gegenteil: Um Spielpraxis zu sammeln, bot sich Kutucu am Mittwochabend freiwillig in der eigenen U23 an und war beim 3:0 gegen die U21 des 1. FC Köln in der Regionalliga mal wieder am Ball.

Außerdem gibt es da noch Nassim Boujellab. 2014 vom Amateurklub FC Iserlohn nach Schalke gewechselt, hat der 21-Jährige ebenfalls die älteren Jahrgänge der "Knappenschmiede" durchlaufen. Boujellab hat zwar inzwischen sein Debüt für die Nationalmannschaft Marokkos gegeben und 13 Bundesliga-Partien absolviert, ist aber ebensowenig ein Kandidat für Schalker Derbyhoffnungen wie Kutucu.

Auf der anderen Seite kann der BVB fast eine komplette erste Elf mit Jungstars aufbieten - auch wenn diese nicht in der Dortmunder Jugend ausgebildet wurden. Toptorjäger Erling Haaland, Dribbelkünstler Jadon Sancho (beide 20) sowie der im Sommer aus England verpflichtete Jude Bellingham (17) stehen sinnbildlich für eine Scouting-Arbeit, die das finanziell klamme Schalke ziemlich neidisch nach nebenan blicken lässt.

Youssoufa Moukoko
Youssoufa Moukoko gilt als große Nachwuchshoffnung beim BVB
Quelle: imago

Das nächste Supertalent

Und da wäre in Youssoufa Moukoko ja auch noch das vielleicht größte Talent, das der deutsche Fußball derzeit zu bieten hat. Der erst 15-Jährige hat Schalke gerade im U-19-Derby mit drei Toren fast im Alleingang abgeschossen und darf ab dem 20. November, wenn er dann 16 ist, in der Bundesliga spielen.

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