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Vereine fürchten holprigen Start

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Corona-Regeln für Breitensport - Vereine fürchten holprigen Start

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Der Breitensport kommt nach den jüngsten Corona-Lockerungen langsam wieder in Bewegung. Doch die Umsetzung der Corona-Regeln stellt viele Sportverbände vor Probleme.

Tischtennis - Symbolbild
Die Umsetzung der Corona-Regeln ist für viele Amateursportvereine schwierig.
Quelle: dpa

Für die 27 Millionen in Sportvereinen organisierten Menschen war es eine gute Nachricht: Bund und Länder gaben am vergangenen Mittwoch grünes Licht für den Sport- und Trainingsbetrieb im Breitensport - im Freien und mit bestimmten Regeln. Doch genau diese Regeln machen es den Amateursportlern schwer. Denn an der Umsetzung hakt es.

Hygiene-Leitlinien: Die Krux mit Theorie und Praxis

"Die Verbände sind selbst verunsichert. Es gibt keinen Masterplan", sagt Lothar Kilian, zweiter Vorsitzender des 1. Judo-Clubs Bürstadt, zu den Corona-Verordnungen für den Breitensport.

Die Hygieneregeln etwa stellen den Breitensport vor Herausforderungen:

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Bereits im April hatte der Deutsche Olympische Sportbund DOSB zehn Leitplanken zur Wiederaufnahme des Breitensports veröffentlicht. Die Umsetzung müssen die Sportverbände und gut 90.000 Sportvereine in Deutschland allerdings selbst bewerkstelligen. Dabei stellen sie fest: In der Praxis wird die Theorie vielen Sportarten kaum gerecht.

Augen auf bei der Partnerwahl

Der Deutsche Judo-Bund empfiehlt seinen Sportlern beispielsweise, vorerst einen festen Trainingspartner beizubehalten. Für Judoka Lothar Kilian ein Unding. "Judo lebt davon, dass man mit Partnern unterschiedlicher Staturen trainiert - damit man immer eine andere Herausforderung hat", sagt der 57-Jährige.

Auch beim Teamsport hakt es. In Hessen etwa dürfen Mannschaften seit Samstag wieder zusammenkommen. Doch ein effektives Fußballtraining sieht anders aus. Zweikämpfe, Kopfbälle und Einwürfe sind untersagt, der Ball darf nur mit dem Fuß berührt werden. Der Hessische Fußball-Verband empfiehlt "kleine, übersichtliche" Gruppen und maximal 20 Teilnehmer. Der Fokus solle auf Technikübungen liegen.

Der Breitensport profitiert von den Lockerungen der Bundesregierung:

Sport im Freien ist - unter Beachtung der sportartbezogenen Übergangsregeln - bundesweit wieder erlaubt.

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Umziehen? Bitte im Auto!

Auch Umkleiden und Duschen dürfen nicht benutzt, auf dem Weg zur Sportstätte keine Fahrgemeinschaften gebildet werden. Bei Pkw-Anreise ist der "Wechsel von durchnässten oder verschwitzten Kleidungsstücken im Fahrzeug" durchzuführen.

Für einige Vereine sind Beeinträchtigungen und Risiko weiter so groß, dass sie den Trainingsbetrieb lieber noch ruhen lassen. "Einer unserer Spieler ist Altenpfleger. Andere wohnen mit Risikopatienten", erklärt beispielsweise Andreas Keinz, Trainer des Fußball-Siebtligisten FSG Riedrode.

Doppel im Tischtennis nicht erlaubt

Beim Tischtennis soll auf Doppel verzichtet werden. Trainingsfelder von zwölf mal sechs Metern sind einzurichten, was wiederum streng geregelte sowie verkürzte Trainingszeiten erfordert.

"Viele Vereine bei uns im Kreis haben sehr kleine Hallen. Außerdem muss die Hallenbelegung oft mit der Stadt oder anderen Gruppen abgeklärt werden", sagt Uwe van gen Hassend, Vorsitzender des TTC Lampertheim.

Viele Einschränkungen, aber auch Chancen

Aufgrund der nach wie vor geltenden Kontaktbeschränkungen bleibt natürlich auch das Vereinsleben auf der Strecke. Feste und Jugendcamps müssen abgesagt werden, Wettkämpfe sind unter- oder abgebrochen. Wie lange die Mitglieder mitziehen, bleibt offen.

Lothar Kilian vom Judo-Club in Bürstadt und Co. setzen deshalb wie viele andere Sportgruppen auf gemeinsame Online-Trainings von zu Hause aus. Oder sie gehen nach draußen. "Ein Zirkeltraining im Freien ist machbar", sieht der Judoka zurzeit auch Chancen, Neues auszuprobieren.

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