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Fußball - Zuschauer-Konzepte - Fan-Gruppen: "Alle oder keiner"

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Die Stadien der Fußball-Bundesliga könnten bald zum Teil für Publikum geöffnet werden. Ultras und ultra-nahe Fans sträuben sich gegen solche Konzepte.

Archiv: Fans aus Pappe in Mönchengaldbach am 09.04.2020
Statt Pappkameraden plant die DFL zur neuen Bundesligasaison wieder Zuschauer im Stadion.
Quelle: dpa

Statt volles Haus nur ein Viertel der Plätze belegt, Stehplätze gibt es nicht, Bier auch nicht - und Gästefans sollen zu Hause bleiben. Was die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die 36 Vereine der ersten und zweiten Liga derzeit an möglichen Lösungen für den Stadionbesuch präsentieren, lehnt zumindest eine nicht ganz unwichtige Gruppe ab: die Ultras.

Die DFL plant den Saisonstart mit begrenzter Zuschauerkapazität. Union Berlin hingegen stellt anderweitige Überlegungen an.

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Ultras befürchten Zweiklassen-Gesellschaft

"Alle oder keiner", so lautet deren Haltung. Ob jetzt 15.000 oder 20.000 Zuschauer kommen dürfen, spielt für die Ultras - und andere kritische Fangruppen, die ihnen nahestehen - keine Rolle. "Wir befürchten, dass hinter unserem Rücken eine Zweiklassengesellschaft im Fußball eingeführt wird", sagt Andreas Jour, der Vorsitzende des "FC Schalke 04 Supportersclub e.V.", gegenüber zdfsport.de.

Mit über 800 Mitgliedern sind die Supporters einer der größten Fanklubs der Königsblauen. Sie sind zwar keine Ultragruppierung, zählen aber zur kritischen Fanszene auf Schalke, die befürchtet, dass sich das Spiel zu Gunsten des Kommerzes weiter von seiner Basis entfernt.

So wird auch jetzt von den Supporters gemutmaßt, dass unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes unter den Stadiongängern selektiert werden soll. Vorsitzender Jour:

Für uns drängt sich der Verdacht auf, dass die derzeitige Situation auch dazu genutzt wird, um einen Versuchsballon zu starten, wie zukünftig ein Fußball ohne Stehplätze und ohne den üblichen Support funktioniert und aussieht.

Kreative Lösungen gefragt

30 Kilometer weiter östlich von Gelsenkirchen, beim Ruhrpottrivalen Borussia Dortmund, sind die Gedankenspiele ganz ähnlich. Über 81.000 Zuschauer passen ins Stadion, dem größten Deutschlands. Maximal ein Viertel dieser Menge darf ab September dabei sein, so sieht es das Konzept des Vereins vor.

"Der BVB ist in Person von Carsten Cramer in ständigem Austausch mit den Fans und hat bereits viele Ideen für einen Stadionbesuch unter Einhaltung der Corona-Regeln vorgestellt", sagt Thilo Danielsmeyer, der Leiter des Fanprojekts Dortmund. "Das ist wichtig, denn so fühlen sich die Fans mitgenommen. Auch von den Ultras, die ja ganz klar sagen: 'Alle oder keiner', kommen kreative Vorschläge, obwohl sie gar nicht kommen wollen."

Die Sache mit den Gästefans

Für Danielsmeyer, der sich mit der BVB-Fanbasis ständig im Austausch befindet, ist jedoch eins klar: "Wenn nur ein Teil der Zuschauer zugelassen werden kann, wird es keine Gerechtigkeit geben. Wir haben 55.000 Dauerkarten-Besitzer, von denen darf dann nur ein Drittel oder ein Viertel ins Stadion. Dafür muss es kreative Lösungen geben."

Ob in Dortmund oder auf Schalke - dass Gästefans zunächst zu Hause bleiben müssen, könne nur für eine gewisse Übergangszeit gelten. Danielsmeyer betont: "Die Fans müssen die Perspektive haben, dass sie auch auswärts wieder dabei sein dürfen." Gerade bei den Ultras gehöre das zur Philosophie.

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