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Bundesligist bezieht Stellung - Gladbach geht gegen Rassisten im Netz vor

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Gladbach wehrt sich gegen einen Shitstorm von Rassisten und Hetzern, Mainz freut sich über eine Kündigung eines rassistischen Klubmitglieds: Bundesligisten beziehen klar Stellung.

Max Eberl
Gladbachs Sportdirektor zu den rassistischen Kommentaren auf den Social-Media-Kanälen des Vereins. "Solche Menschen haben bei Borussia Mönchengladbach nichts verloren."
Quelle: Imago

Borussia Mönchengladbach will künftig gegen rassistische und hetzerische Kommentare auf seinen Social-Media-Kanälen konsequent vorgehen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

Das kündigte der Fußball-Bundesligist an und reagierte damit auf entsprechende Kommentare zu einem Video gegen Rassismus, das der Verein am vergangenen Freitag gemeinsam mit den Ligakonkurrenten Borussia Dortmund, Schalke 04 und dem 1. FC Köln veröffentlicht hatte.

Unter dem Motto "In den Farben getrennt, im Fußball vereint - No Racism" wurden in dem Video die Botschaften der Spieler Jadon Sancho (Dortmund), Marcus Thuram (Gladbach), Anthony Modeste (Köln) sowie Weston McKennie (Schalke) gegen Rassismus und Polizeigewalt gezeigt.

Jadon Sancho am 31.05.20 in Paderborn

Bundesliga | DFB hat entschieden -
Keine Strafe für Anti-Rassismus-Aktionen
 

Die Solidaritätsaktionen in der Bundesliga bleiben sportrechtlich ohne Folgen.

Gladbach "fassungslos" über Kommentare

In einer Stellungnahme schrieb Gladbach nun:

Was wir seitdem in den Kommentarspalten erleben, lässt uns fassungslos zurück.
Borussia Mönchengladbach

Die Bearbeitung "der vielen rassistischen, hetzerischen und menschenverachtenden Kommentare dauert bis zur Stunde an!", teilte der Klub auf seiner Homepage weiter mit.

Man sei dankbar, dass die Mehrzahl der Borussen-Fans versuche, diesen Menschen mit Vernunft und Fakten entgegen zu treten. Der Klub kündigte aber an: "Diese Rassisten und Hetzer werden wir auf unseren Social-Media-Kanälen zukünftig noch rigoroser sperren. Wir behalten uns vor, jeden Einzelfall nachzuverfolgen, zu prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten und/oder Hausverbote auszusprechen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum."

Der Fußball hat mit seiner immensen gesellschaftlichen Relevanz eine Vorbildsfunktion im Kampf gegen Rassismus. Verantwortungsträger diverser Klubs geben einen Einblick, wie sie diese Rolle interpretieren.

Beitragslänge:
6 min
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Eberl: Rassisten haben bei Gladbach nichts verloren

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl erklärte: "Solche Menschen haben bei Borussia Mönchengladbach nichts verloren. Ich will sie hier einfach nicht sehen."

Der Verein stehe für Toleranz und Respekt sowie gegen Rassismus. "Vereinsmitglieder, die diesen Werten entgegenstehen, fordern wir auf, die Mitgliedschaft zu kündigen", erklärte Gladbach.

Zu dieser Entscheidung war bereits ein Fan der Mainzer gekommen. Dieser konnte sich nach eigener Aussage nicht mehr mit den Rheinhessen identifizieren, da er den Eindruck bekommen hatte, "beim Africa-Cup" zu sein. Der Verein veröffentlichte Teile der Kommunikation und bezog klar Stellung gegen Rassismus:

Nicht jede Kündigung eines Mitglieds bekümmert uns, manchmal sind wir sogar erleichtert. Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt. Aus diesem Grunde freuen wir uns vielmehr über Ihre Kündigung.
FSV Mainz 05

#BlackLivesMatter auf Eintracht-Trikots

Auch beim Pokal-Halbfinale in München zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt (2:1) am Mittwoch gab es eine klare Botschaft: #BlackLivesMatter. Die Spieler der Eintracht trugen den Slogan auf ihren Trikots, auf mehreren Banden und auf den Eckfahnen in der Münchener Allianz Arena stand neben der Botschaft auch noch das Motto "Rot gegen Rassismus".

Nach dem Tod des Schwarzen Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt bildete sich auch in der Bundesliga eine riesige Solidaritätswelle. Viele Spieler sendeten klare Botschaften auf dem Spielfeld oder äußerten sich kritisch in Interviews. Im Kampf gegen Rassismus dürfen sie jedenfalls auf die Rückendeckung ihrer Klubs und vieler - wenn auch nicht aller - Fans setzen.

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