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US-College-Sport - Für deutsche Athleten immer attraktiver

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College Sport in den USA – Ansehen, Uni-Leben und die Chance auf den Profisport. Ein Traum, der für viele junge Sportler*innen durch Stipendien zur Realität wird.

Pigskin im American Football
Der Ball im American Football wird auch Pigskin genannt.
Quelle: SergioxBrunetti

In der höchsten College Liga, der Division I, gibt es 176.000 "Student-Athletes". Mehr als die Hälfte von ihnen erhält finanzielle Unterstützung der Universität. Der Leistungssport gibt ihnen die Möglichkeit auf eine gute Ausbildung, die sie ohne Stipendium um die 250.000 Dollar kosten kann. Geld, das auf den ersten Blick viel erscheint, für die Colleges aber ein lukratives Geschäft ist.

Die durchschnittlich 19 Sportmannschaften einer Universität sind die Aushängeschilder des Colleges, die ihnen neben Ruhm und Medienpräsenz auch viel Geld einbringen.

Colleges locken deutsche Sportler in die USA

Jedes Jahr bewerben sich sieben Millionen junge Amerikaner*innen für ein Sportstipendium. Auch immer mehr deutsche Sportler*innen wagen den Schritt ans College. Einer von ihnen ist Luke Wentz. 2019 ging der 21-Jährige an ein Division I College - als erster europäischer Quarterback überhaupt.

Luke Wentz beim American Football
Luke Wentz spielte in Deutschland bei den Paderborn Dolphins und ist seit 2019 Quarterback der University of Virginia.
Quelle: Luke Wentz

American Football ist an den meisten Hochschulen der Hauptsport und lockt in normalen Zeiten zu den wichtigen Spielen teilweise 100.000 Fans in die Stadien.

Vor den Fans zu spielen ist für Wentz, der vor seinem dritten Jahr an der University of Virginia steht, ein besonderes Gefühl:

Am Spieltag werden wir wie Stars behandelt. Das ist etwas, was man sich schwer vorstellen kann, wenn man dann wirklich auf dem Feld steht.
Luke Wentz

Ideeller statt materieller Lohn im Football

Die Division I teilt sich im Football geografisch in mehrere Unterligen auf. Die fünf größten bringen vor allem durch Ticketverkäufe und TV-Gelder pro Jahr zusammen mehr als vier Milliarden Dollar ein. Die Spieler dürfen dabei nichts verdienen. Für Luke Wentz kein Problem:

Es ist für mich ein Privileg, hier zu sein und hier studieren zu dürfen. Die Uni gibt für mich viel Geld aus - Zahlen, die ich in meinem Leben noch nie so gesehen habe. Das ist ja so gesehen meine Bezahlung.
Luke Wentz

Dass die Spieler nichts einnehmen, ist für die Fans gerade das Großartige am College-Sport: Die Sportler spielen für ihr College und nicht für Geld.

Patrick Esume - GERMANIA

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In Zukunft wird sich das zumindest etwas ändern. So können die Spieler zum Beispiel durch Sponsorendeals oder im Bereich Social Media Geld verdienen. Für viele wird das dann das einzige Einkommen bleiben, das sie durch ihren Sport erhalten, denn nur ein Bruchteil schafft es zum professionellen Football.

Der Sprung zu den Profis

Grundsätzlich ermöglicht aber das sogenannte "Draft" den Sportlern den Sprung in die Profiligen, auch im Fußball. Ben Lundt war Torwart an der Division II University of Akron und wurde 2019 zum MLS-Team FC Cincinnati "gedraftet".

Ben Lundt als Torwart bei FC Cincinnati
Der Berliner Ben Lundt spielt seit 2019 beim MLS Klub FC Cincinnati. Momentan spielt er als Leihspieler bei Phoenix Rising.
Quelle: Ben Lundt

Vor seinem Schritt in die USA spielte Lundt vier Jahre lang für Hertha BSC. Zuerst in der Jugend, dann in der zweiten Mannschaft und auch bei den Profis durfte er öfter mittrainieren, doch sein Wunsch war ein anderer:

Der Traum Profifußballer, von dem wir alle träumen, hat nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. So war meine Zeit bei Hertha vorbei und ich habe dann überlegt - was jetzt?
Ben Lundt

Das College war für ihn die "perfekte Alternative". Dort konnte er sich auf sein Studium konzentrieren und auf gutem Niveau Fußball spielen:

Als ich damals ans College gegangen bin, war ich total überrascht, wie gut das Niveau, die Qualität und die Spieler eigentlich sind.
Ben Lundt

Investitionen in den Fußball

Die Colleges investieren auch in die unpopuläreren Sportarten wie den dort noch vergleichsweise kleinen Fußballsport. Durch die guten Bedingungen tragen auch sie dazu bei, dass der Fußball in den USA immer größer wird. Ben Lundt wurde für diese Saison zu Phoenix Rising in die zweithöchste Spielklasse der USA ausgeliehen und muss weiter auf seinen ersten MLS-Einsatz warten.

Luke Wentz dagegen hofft auf seinen ersten Einsatz für die "Cavaliers", das Football-Team seiner Universität. Bisher wurde der Troisdorfer wegen einer Verletzung und Corona ausgebremst, jetzt möchte er richtig angreifen. Wer weiß: Vielleicht gibt es bald einen deutschen Quarterback in der NFL. Und wenn nicht, hat er mit seinem Studium eine gute Alternative.

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