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Homosexualität im Profisport : Doppelleben als Energiefresser

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Das Coming-Out des australischen Fußballers Josh Cavallo hat auch in Europa für Aufsehen gesorgt. Erfahrungen mit dem Outing aktiver Profis gibt es hier vor allem im Volleyball.

Volleyball, Bundesliga, Herren, Viertelfinale Playoff 2021, United Volleys Frankfurt - SWD Powervolleys Düren: Facundo Imhoff (United Volleys) klatscht in die Hände
Spielte bis zur vergangen Saison in der Volleyball-Bundesliga bei den United Volleys Frankfurt: Facundo Imhoff, der sich 2018 geoutet hatte.
Quelle: IMAGO / Marcel Lorenz

"Hallo an alle. Hier ist Josh Cavallo von Adelaide United. Ich sitze hier zuhause und habe etwas Persönliches, dass ich euch allen mitteilen möchte: Ich bin Fußballer, und ich bin schwul."

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Wann folgt die Fußball-Bundesliga?

Dieser Tweet aus dem fernen Australien sorgt seit Tagen auch hierzulande für Gesprächsstoff. Wie immer, wenn die Begriffe "Fußballer" und "schwul" in einem Satz auftauchen, denn es ist immer noch eine große Ausnahme, dass diese Kombination öffentlich gemacht wird.

Und wie immer steht auch diesmal die Frage im Raum, wann sich der erste aktive Bundesligafußballer öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt.

"Weltweit gesehen gibt es im Augenblick wieder eine Welle von Coming-Outs, die mir nachhaltiger vorkommt als 2007 und 2014“, sagte Ex-Fußballer Marcus Urban, der sich 2007 als erster öffentlich über seine Homosexualität äußerte, bereits Anfang dieses Jahres gegenüber zdfsport.de.

Für viele ist Fußball alles, nur nicht schwul! Aber klar gibt es homosexuelle Spieler. Wie groß ist der seelische Druck, nicht offen zu seiner Sexualität stehen zu können? Wie hält man das aus?

Beitragslänge:
29 min
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Hitzlsperger hofft auf mehr Mut

Und Thomas Hitzlsperger, dessen viel beachtetes Coming Out nun auch schon sieben Jahre zurückliegt, sagte als Reaktion auf den Vorstoß von Cavallo am Wochenende im "Bayrischen Rundfunk": "All jene die betroffen sind, müssen den Mut fassen, sich auch zu trauen. Das ist der Schritt, den sich viele erträumen, dass es ein Spieler aus einer Topliga wagt."

Anders als im Fußball gibt es in anderen Sportarten Profisportler, die bereits über ihre Erfahrungen nach dem Outing während ihrer Karriere berichten - und damit Mut machen können. Vor kurzem gab der argentinische Volleyballer Facundo Imhoff der in Buenos Aires herausgegebenen Tageszeitung "Pagina 12" ein bemerkenswertes Interview zu diesem Thema.

Imhoff: Stress und Verletzungen

"Ich habe ein Doppelleben geführt, das nicht gut war, und so getan, als wäre ich heterosexuell", sagte Imhoff, der sich 2018 outete und in der vergangenen Saison bei den United Volleys Frankfurt spielte.

Es war so eine Energieverschwendung, dass am Ende mein Kopf explodierte.
Facundo Imhoff

Eindrucksvoll berichtete Imhoff in dem Interview von den Folgen, die der Stress des Versteckspiels mit einem Bandscheibenvorfall, Ermüdungsbruch und Bänderriss auch für seinen Körper hatte: "Mein Kopf war zu 100 Prozent Volleyball, um sich nicht um den Rest zu kümmern, und der Körper forderte seinen Tribut von mir."

Die Verletzungen waren es auch, die einen gedanklichen Prozess in ihm auslösten, an dessen Ende er schließlich seine Sexualität akzeptierte.

Imhoff: Keine Diskriminierungen

"Nachdem ich es gesagt hatte, hörte ich auf, mich selbst zu verletzen, meine Leistung verbesserte sich und ich veränderte mich als Person", sagte Imhoff, der 2019 mit der argentinischen Nationalmannschaft die Goldmedaille bei den panamerikanischen Spielen gewann.

Ich habe gelernt, nichts zu verschweigen. Was ich jetzt bin, ist das komplette Gegenteil von dem, was ich war, bevor ich meine Sexualität offenbart habe.
Facundo Imhoff

Die damit verbunden Befürchtungen wie Diskriminierungen im Job oder gar dessen Verlust hätten sich nicht bewahrheitet. "Es passierte nichts davon", so Imhoff, der aktuell im schweizerischen Amriswil unter Vertrag steht: "Im Gegenteil, es war ein Auslöser für gute Dinge."

Fast mit den gleichen Worten schilderte auch der der US-Volleyballer Benjamin Patch von den  Berlin Recycling Volleys seine Erfahrungen mit dem Outing. "Es gab eine große Menge von positiven Rückmeldungen, seitdem sind viele gute Dinge passiert", sagte Patch dem "RBB".

Nicht 1:1 auf Fußball übertragbar

Dass diese Erfahrungen nicht automatisch auf den Fußball zu übertragen sind, weiß auch Imhoff. "Der Sport selbst ist kein Macho-Sport", sagt er: "Aber die Fans sind andere." Mut machen kann seine Offenheit trotzdem. Genau wie die von Josh Cavallo. "Ich bin so überwältigt und glücklich über die Resonanz, die ich erhalten habe", sagt der Fußballer.

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