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Coronaregeln - Heißes Eisen im Amateursport: 2G oder 3G?

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Konfliktreiche Entscheidung: Immer mehr Sportvereine in Deutschland stehen vor der Frage, ob sie ungeimpfte Mitglieder von ihren Angeboten ausschließen.

Amateursport
Im Amateursport stellt sich im Trainings- und Spielbetrieb zunehmend die Frage: 2G oder 3G?
Quelle: imago

Zu den in der Corona-Krise besonders gebeutelten Bereichen gehört der Breiten- und Amateursport. Als im Profi-Bereich unter Ausschluss der Öffentlichkeit schon wieder gespielt wurde, blieben dort die Hallen und Plätze noch lange geschlossen. Und jetzt, da diese sich wieder füllen, gibt es vielerorts internen Streit.

Ich habe von Vereinsvorständen gehört, dass sie sich sehr unter Druck gesetzt gefühlt haben.
Maarten Malczak, Referatsleiter im Hamburger Sportbund

Das Miteinander leidet zusehends. "Das sind keine schönen Themen für Menschen, die ehrenamtlich arbeiten", sagt Maarten Malczak gegenüber ZDFsport.

Vereine tragen gesellschaftlichen Konflikt aus

Gemeint ist die Entscheidung zwischen der 3G- und der 2G-Regel für die Teilnahme an Sportveranstaltungen. Immer mehr Bundesländer legen die Entscheidung in die Hand der Vereine selbst, ob nur Geimpfte und Genesene oder auch getestete Personen gemeinschaftlich Sport treiben können. Dort entsteht teilweise der Eindruck, diesen gesellschaftlichen Konflikt austragen müssen, weil die Politik sich nicht entscheiden kann.

Die meisten Erfahrungen gibt es mittlerweile in Hamburg, wo dieses Optionsmodell Ende August eingeführt wurde. "Am Anfang mussten die Vereine sich orientieren und bekamen Druck aus beiden Lagern: den Durchgeimpften, die nach eineinhalb Jahren wieder ohne Auflagen Sport treiben wollen. Und denen, die sagten, dass sie sich nicht zum Impfen zwingen lassen wollen", sagt Malczak.

Erster Großverein in Hamburg stellt auf 2G-Regel um

Viele der etwa 820 Hamburger Vereine versuchen aktuell, beide Modelle anzubieten und die jeweiligen Angebote zeitlich zu trennen. Mit der TSG Bergedorf stellt allerdings der erste große Verein sein Angebot jetzt komplett auf 2G um. "Auch einige der Vereine, die anfangs ganz klar an 3G festhalten wollten, denken neu darüber nach, weil es doch attraktiv ist, seinen Sport mit 2G fast wieder wie vor der Pandemie auszuüben", sagt Malzcak.

Der erneute Lockdown trifft den Amateursport in Deutschland hart. Neben den finanziellen entstehen neue Probleme: Die Vereine verlieren ihre Mitglieder.

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Dieser Trend werde sich verstärken, wenn ab 10. Oktober jeder Corona-Test bezahlt werden müsse. "Jeder Verein muss die Entscheidung anhand seiner konkreten Gegebenheiten selbst treffen", sagt Malczak. "Als Verband glauben wir aber, dass die Pandemie nur überwunden werden kann, wenn es eine hohe Impfquote gibt."

Werben für 3G-Regel in Bremen

Auch in Bremen gilt seit Dienstag das Optionsmodell. "Wir leben im Bremer Vereinssport bewusst Integration und Inklusion", sagte Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes Bremen, gegenüber Radio Bremen. Insofern gelte es auch, die Meinungsfreiheit zu respektieren, wenn sich jemand nicht impfen möchte. "Mein Appell ist daher, solange es geht, die 3G-Regel in Vereinen aufrecht zu erhalten", sagte Vroom.

Er bekundete aber auch Verständnis dafür, wenn Vereine und Übungsleiter Anforderungen und Verantwortung der Einhaltung der 3G-Regeln nicht mehr tragen wollten oder könnten. Bremens zweitgrößter Sportverein Bremen 1860 will laut Radio Bremen weiterhin an der 3G-Regel festhalten, während andere Vereine der 2G-Regel offen gegenüberstehen.

2G-Plus in Rheinland-Pfalz

So einfach die 2G-Regel den Sport für die Teilnehmenden wieder macht, so große organisatorische Herausforderungen bringt sie mit sich. Der Berliner Fußball-Verband empfiehlt seinen Vereinen weiter die 3G-Regel, da der Ausschluss von ungeimpften Personen "eine flächendeckende Umsetzung des Trainings- und Wettkampfbetriebs erheblich erschweren" würde.

Gerade im Jugendbereich wären viele Spieler betroffen, heißt es. Kontroverse Diskussionen gibt es auch in Rheinland-Pfalz, wo eine 2G-Plus-Regel praktiziert wird. Die erlaubt eine bestimmte Anzahl ungeimpfter Teilnehmer, die nach einem Stufenplan mit steigender Gefährdungslage kleiner wird.

Nach Protesten aus den Vereinen werden ungeimpfte Jugendliche bis Ende November aus dieser Regel ausgenommen und dürfen unbegrenzt mit Geimpften und Genesenen Sport treiben. Entsprechende Übergangsfristen gibt es auch an den 2G-Standorten.

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