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DOSB-Chef Hörmann: Sport braucht Nothilfen

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Corona-Lockdown im Sport - DOSB-Chef Hörmann: Sport braucht Nothilfen

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Trotz Hygienekonzepten steht das Vereinsleben wieder still. Der Amateursport sieht sich durch den temporären Corona-Lockdown ungerecht behandelt. Der DOSB-Chef hat Forderungen.

Archiv: Alfons Hörmann am 03.04.2019 in Berlin
DOSB-Chef Hörmann hofft auf einen Rettungsschirm.
Quelle: dpa

Wer darf noch wo trainieren? Bleiben die Olympiastützpunkte geöffnet? Wie kommt man schnell an die Hilfsgelder des Bundes? Am Tag nach den folgenschweren Corona-Beschlüssen der Politik herrscht in Sportdeutschland große Verunsicherung.

Hörmann befürchtet Langzeitschäden im Sport

Der Maßnahmen im November stellen Sportler, Vereine und Verbände vor gewaltige Probleme, die ohnehin schon angespannte Situation wird an Schärfe zunehmen. Kann der finanzielle Kollaps vermieden werden?

Ob Handball-Bundesliga, Amateurvereine oder Fitnessstudios - der neuerliche Corona-Lockdown im November zwingt auch den Spitzen- wie den Breitensport in die Knie. - Von Alexander Kramer

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Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), zeigte sich nach den Entscheidungen von Bund und Ländern hin- und hergerissen. Einerseits wolle er die Beschlüsse solidarisch mittragen. Das falle andererseits aber nicht leicht, "weil sich die bereits sichtbaren und die für viele noch unsichtbaren Corona-Schäden in Sportdeutschland durch diese pauschale Maßnahme der Politik nochmals deutlich verstärken."

Sport hofft auf Rettungsschirm

Entscheidend für Hörmann ist nun der angekündigte Rettungsschirm des Bundes, der den betroffenen Bereichen der Gesellschaft zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen wird. Er fordert "im Bereich der angekündigten Nothilfen, dass der Sport in seiner ganzen Vielfalt unproblematisch daran teilhaben kann." Ansonsten stehe der Sport vor einem Aderlass.

Der beschlossene Zuschauerausschluss im Profisport für November trifft die Ligen abseits des Fußballs härter. Der Amateursport muss komplett ruhen.

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So bangen laut einer vom DOSB in Auftrag gegebenen Studie zwei Drittel der Spitzensportverbände in den kommenden 15 Monaten um ihre Existenz, sollte sich die Lage nicht grundlegend ändern. Den Vereinen droht ein Schwund von bis zu vier Millionen Vereinsmitgliedern. Der temporäre Lockdown ab Montag befeuert diese Ängste.

DOSB-Chef: Vielfalt des Sports bedroht

Hörmann sieht die Vielfalt des Sports mehr denn je bedroht. "Ganz klar und eindeutig: ja!", sagte er. Immer weniger Mitglieder und immer weniger Einnahmen führen zu einem weiter eingeschränkten Angebot in den Vereinen. Beispiel SSF Bonn. Harald Göbels, Vereinsvorsitzender des einst 8.000 Mitglieder zählenden SSF Bonn, erklärte dem "Generalanzeiger":

Uns wird die Corona-Krise 800 bis 1000 Mitglieder bis zum Jahresende kosten.
Harald Göbels, SSF Bonn

Hörmann kritisiert darüber hinaus, dass die wie auch im Profisport entwickelten und für gut befundenen Hygienekonzepte nicht in die Entscheidung am Mittwoch eingeflossen seien. Der Sport habe "durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygienekonzepten erreicht, dass er nachweislich kein Infektionstreiber ist", sagte der DOSB-Präsident.

Zustimmung erhält er auch von Dagmar Freitag. Die Sportausschussvorsitzende im Bundestag ärgere sich besonders, "da es hier vor allem diejenigen trifft, die in den letzten Wochen mit sehr großem Engagement und innovativen Konzepten das Vereinsleben aufrecht gehalten haben." Unbestritten sei:

Sportveranstaltungen unter Einhaltung stringenter Hygienekonzepte sind weder im Profi- noch im Breitensport als Superspreader aufgefallen.
Dagmar Freitag
Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

Nachrichten | Panorama -
Wie Corona-Cluster entstehen
 

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