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Ein Jahr vor Olympia in Tokio - Lieber ein hoffendes Vielleicht als ein Nein

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Es ist die Zeit von "sowohl, als auch" und "vielleicht, vielleicht auch nicht": In genau einem Jahr sollen in Tokio die Olympischen Sommerspiele beginnen. Ist das realistisch?

Kommt auf Tokio die zweite Corona-Welle zu, oder nicht? Für Olympia 2021 wären weiter steigende Infektionszahlen verhängnisvoll.

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Olympia wurde verschoben, von 2020 auf 2021. Es war einer der Momente, in denen die Welt begriff, dass das Coronavirus nicht so schnell wieder verschwindet. Dennoch hofft Japan weiterhin darauf, dass die Spiele stattfinden werden - und mit Japan auch ein bisschen die ganze Welt.

Bangen und Hoffen in Tokio

Fragt man die Menschen auf den Straßen Tokios, sagen sie: "Wir glauben fest daran." Oder aber auch: "Da wird nichts draus. Bis dahin ist das Virus nicht weg." Aber man wünsche es sich - für all die Athleten, die so hart trainiert haben. Und für die Wirtschaft, die brauche das. Aber das ginge ja nur mit einem Impfstoff, oder wenn sich eben alle Menschen an die Regeln halten würden.

Oder vielleicht, sollte die Corona-Krise noch andauern, dann eben ohne Zuschauer. Oder vielleicht nur mit wenigen Zuschauern. Aber: Machen die Athleten dann noch mit?

Lieber verschoben als abgesagt

Die Bilder aus Tokio zeigen Menschen mit Masken, Olympia-Sportstätten, die leer sind. Und den ein oder anderen Fitnessclub, in dem japanische Athleten trainieren.

Aaron Wolf ist Judoka im japanischen Team. Er trainiert, schwitzt für und um die Olympischen Spiele. Er ist froh, dass die Spiele nur verschoben und nicht komplett abgesagt wurden. Jetzt wirbt er für social distancing und Maskentragen. Denn solang es keinen Impfstoff gibt, sei es das beste Mittel das Virus einzudämmen.

Angst vor der zweiten Corona-Welle

Japan galt zwischenzeitlich als das Vorzeigeland in der Corona-Bekämpfung, jetzt aber steigen die Zahlen wieder an. Mehr als 10.000 Infizierte in Tokio, mehr als 26.000 bestätigte Fälle in ganz Japan und mehr als 1.000 Menschen sind an dem Virus gestorben. Am Mittwoch wurden mehr als 200 Infizierte in der Hauptstadt gemeldet, am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) mehr als 300. Das Virus ist zurück, die Angst vor der zweiten Welle auch.

Die Großen der Olympischen Spiele melden sich auch zu Wort und sprechen von den Spielen "als Licht am Ende des Tunnels" (IOC-Chef Thomas Bach). Aber nur, wenn sich das Virus nicht mehr weiter ausbreite. Sie sprechen von der Hoffnung auf große Spiele. Vielleicht. Oder kleine Spiele. Könnte auch sein. Überhaupt Spiele. Hoffentlich.

Ein Nein zu Olympia wäre milliardenschwer

Es ist die unerträgliche Schwere der Ungewissheit, die alle tapfer versuchen zu verdrängen. Lieber ein hoffendes Vielleicht als ein definitives Nein. Ein Nein für 11.000 Athletinnen und Athleten. Ein Nein, das mehrere Milliarden Euro kosten wird - eine Zahl, die derzeit niemand ermessen kann.

Und somit sind diese Olympischen Spiele 2021 in Japan anders als alles, was die Sportwelt bisher kannte. Denn sie sind die Hoffnung, dass das Leben wieder so wird, wie es einmal war, vor dem Virus:

Als sich der kritische Blick auf Dopingkontrollen und Investitionssümpfe richtete und nicht auf steigende Infektionszahlen; als der sportinteressierte Zuschauer unbekümmert in Stadien lief, um seinen Athleten anzufeuern - ohne Maske, einfach so, weil es Spaß macht oder jeder den Olympia-Spirit spüren wollte. Was so einfach klingt, scheint heute nur schwer lebbar.

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