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Zuschauer im Stadion - Hygienekonzept: Eintracht will Vorreiter sein

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Eintracht Frankfurt hat für die Fußball-Bundesliga ein beispielhaftes Hygienekonzept für die Zulassung von Zuschauern aufgestellt. 6.500 Besucher sind zum Start erlaubt.

Commerzbank Arena Frankfurt
Eintracht Frankfurt bekam vom städtischen Gesunheitsamt 6.500 Zuschauer für Bundesliga-Heimspiele genehmigt.
Quelle: dpa

Die verwaisten Sitze, die sterile Atmosphäre – all das ist für Fans und Funktionäre in der Fußball-Bundesliga nur schwer zu ertragen. Bei Eintracht Frankfurt sind sie sicher, dass sie mit ihrem "dynamischen Zuschauerkonzept in Zeiten der Corona-Pandemie" einen Meilenstein gesetzt haben, von der sich nicht nur andere Profiklubs im Fußball, sondern auch die Hallensportarten und erst recht die gesamte Konzert- und Eventbranche etwas abschauen darf.

Ich sehe uns als Vorreiter und Eisbrecher.
Eintracht-Vorstand Axel Hellmann

"Ich sehe uns als Vorreiter und Eisbrecher", hat Frankfurts Vorstand Axel Hellmann bei der Präsentation gesagt, nachdem das Frankfurter Gesundheitsamt die Genehmigung erteilte, dass der hessische Bundesligist zum Auftakt gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld (Samstag 15.30 Uhr) vor 6.500 Besuchern spielen darf. Erstmals seit dem DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen vor über sechs Monaten strömen wieder Besucher in den Frankfurter Stadtwald.

Mutiger Schritt vom Gesundheitsamt

Hellmann sagte, die Zuschauerzahl an sich sei "das Unspannendste". In dem 33 Seiten starken Papier steckt so viel Sisyphusarbeit, dass es der Jurist mit einer "Übung am Hochreck" vergleicht. Absturzgefahr inklusive. "Das Gesundheitsamt geht einen mutigen Schritt. Kontaktminimierung und Fußball sind nicht unbedingt die besten Freude", weiß Eintracht-Justiziar Philipp Reschke. Eigentlich liegt die Obergrenze in Hessen für Veranstaltungen bei 250 Zuschauern. Nur wenn die Kontaktminimierung, der Infektionsschutz und die Nachverfolgbarkeit plausibel hinterlegt sind, können Ausnahmen erteilt werden.

Sollte herauskommen, dass sich das tückische Virus bei einem Bundesligaspiel verbreitet, weil Zuschauer die in mühevoller Kleinarbeit aufgestellten Regeln missachten, könnten auf absehbare Zeit – nicht nur in Frankfurt – wieder Geisterspiele zur Normalität werden. Das will eigentlich niemand. Und deshalb appelliert auch die Eintracht-Führung eindringlich an die Vernunft ihrer treuen Anhängerschaft. "Die Leute müssen bereit sein, mitzumachen und das zu leben, sonst funktioniert es nicht", sagt Hellmann, der auf "intrinsisch motivierte" Besucher setzt. "Wir spielen nicht die Pandemie-Polizei."

Nicht mal Eltern und Kinder sitzen im Stadion zusammen

Die personalisierten Tickets werden unter den 31.000 Dauerkarten-Inhabern nach einem komplizierten Verfahren verlost. Zusätzlich erhält der Inhaber auch ein empfohlenes Zeitfenster zum Einlass. So sollen Staus bei Anreise und Zugang vermeiden werden. Auf dem Stadiongelände ist überall ein Mund- und Nasenschutz zu tragen – nur auf dem zugeteilten Sitzplatz nicht.

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Nicht mal Väter dürfen mit ihren Söhnen zusammensitzen. Jeder Platz hat ausreichend Abstand, Minimum 1,5 Meter, nach vorne und hinten, nach rechts und links sind je vier Plätze frei. Essen ist nur am Platz erlaubt. Bei Abpfiff müssen die Besucher auf die Anweisungen des Stadionsprechers warten, wann sie ihre Reihe verlassen können. Zwei verschiedene S-Bahnhöfe werden für die Abfahrt genutzt, um den Ablauf zu entzerren, den Zugang zu den Sanitärbereichen überwachen Ordner. Alkohol ist im gesamten Stadion verboten. Immerhin: Anfeuern und singen ist erlaubt.

Ultras lehnen Hygienekonzept ab

Den Frankfurter Ultras, die in der Nordwestkurve gewöhnlich dicht an dicht stehen, haben mitgeteilt, sich nicht um die Tickets zu bewerben. Es könne niemand überraschen, "dass wir Bundesligaspiele ohne Stehplätze, ohne Gäste-Fans und mit genauer Erfassung der Besucherdaten nicht beiwohnen werden". Die Eintracht hat nichtsdestotrotz ein zweites Szenario in der Platzbelegung entworfen, mit dem bis zu 11.275 Zuschauer in die Arena (51.500 Kapazität) könnten.

Kostendeckend ist der Betrieb erst ab 10.000 Besuchern. Deshalb weist Hellmann auch jeden Vorwurf der Vorteilnahme von sich. "Ich empfehle, das nicht kritisch zu sehen, wenn in Leipzig noch 2.000 Zuschauer mehr erlaubt sind und in München vielleicht zum Start noch niemand. Beim Thema Wettbewerbsverzerrung fallen mir ganz andere Punkte ein."

Sport | das aktuelle sportstudio - "Andere Sportarten profitieren vom Fußball" 

Die Diskussion über die Wiederzulassung von Zuschauern im Profisport ist auch Thema im "aktuellen sportstudio".

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