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Dem Mannschaftssport droht eine Pleitewelle

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Ligensport in der Corona-Krise - Dem Mannschaftssport droht eine Pleitewelle

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Während im Fußball Geisterspiele helfen, weil sie die TV-Gelder sprudeln lassen, stehen andere Sportarten vor fast unlösbaren Problemen. Es droht eine Pleitewelle.

Archiv, Schweiz, Zug: Eine leere Eishockey-Halle.
Eine leere Eishockey-Halle.
Quelle: DPA

Die Meldung der Krefelder Pinguine wirkt in Zeiten der Coronavirus-Krise geradezu exotisch. Der Eishockeyklub gab den Einstieg eines Investors aus der Schweiz bekannt, der zwei Millionen Euro investiert. Dadurch sei die drohende Insolvenz abgewendet ließ man die Anhänger wissen.

Das Investment des neuen Hauptgesellschafters kommt wie gerufen, ist aber ein Einzelfall. Anders als im Profi-Fußball hängt die Zukunft nicht nur im Eishockey nach dem Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August am seidenen Faden.

Ticketeinnahmen decken den Etat

Die Krise wird dem Volleyball sehr zusetzen.
Kaweh Niroomand, Manager der Berlin Volleys

Auch Handball, Volleyball, Basketball, Tischtennis und Hockey-Klubs bestreiten den Löwenanteil ihrer Etats über Zuschauereinnahmen. Von 30 bis 60 Prozent ist die Rede. Dazu wächst die Sorge, Sponsoren und Werbepartner könnten sich auf Grund der angespannten Wirtschaftslage zurückziehen.

Erste Schreckensmeldungen gibt es aus der Volleyball-Bundesliga. Dort zogen drei Vereine ihre Erstligateams zurück. In allen Ligen ist die laufende Saison seit Mitte März unterbrochen. Ob und wann weiter gespielt werden kann ist ebenso ungewiss wie die Planungen für die nächste Spielzeit. Mittlerweile geraten selbst Vereine, die als solide geführt gelten, in Schieflage.

Drei Volleyballklubs geben auf

Volleyball: Klare Angelegenheit in Schwerin
Volleyball in Schwerin.

Viele Klubs versuchen, den laufenden Betrieb mit Kurzarbeit, Gehaltsverzicht und rigiden Sparmaßnahmen am Laufen zu halten. Selbst, wenn dieser Drahtseilakt gelingt, befürchten viele den Zusammenbruch, wenn nicht im Herbst wieder gespielt werden kann.

Beim Volleyball-Bundesligisten VC Eltmann sind die Kündigungen bereits zum 1. April verschickt worden. Ein Großsponsor und ein Gesellschafter kommen ihren Zahlungsversprechen nicht mehr nach. Ähnlich dürfte der Fall beim TV Rottenburg und bei den Alpenvolleys Haching gelagert sein. Ohne Ticket- und Werbeeinnahmen war Erstliga-Volleyball nicht mehr finanzierbar.

Volleyball: Droht im Herbst der große Kollaps?

"Die Krise wird dem Volleyball sehr zusetzen," vermutet Kaweh Niroomand, Manager der Berlin Volleys. An eine Planung der neuen Saison sei gar nicht zu denken.

Mit Einsparungen versuchen viele Klubs, wenigstens bis in den Juli zu kommen. Ab dann drohe eine Pleitewelle, befürchtet nicht nur der Manager der Füchse Berlin, Bob Hanning. "Wir werden mit bis zu 40 Prozent reduzierten Ausgaben auskommen müssen," prognostiziert der DHB-Vizepräsident. Kommende Woche soll über einen Saison-Abbruch abgestimmt werden.

Deutscher Handball: So ist die aktuelle Lage

Der bange Blick in die Glaskugel

Vorsorglich erteilte der Verband allen Erst- und Zweitligaklubs die Lizenz für die kommende Spielzeit. Absteiger aus der Bundesliga soll es nicht geben. Die Liga wird um zwei Aufsteiger aufgestockt.

"Es ist ein bisschen wie ein Blick in die Glaskugel. Wir wissen nicht, wann wir beginnen können und unter welchen Voraussetzungen." Die existenzielle Frage sei, wann wieder mit Zuschauern gespielt werden könne sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker.

Eishockey: Düstere Prognose

Archiv: Eishockey: Kölner Haie - Grizzlys Wolfsburg
Archiv: Kölner Haie im Spiel gegen Grizzlys Wolfsburg.
Quelle: DPA

Die Saison 2019/2020 abgebrochen, die Play-Offs abgesagt, 2020 wird es keinen Meister geben. Als sei die ernüchternde Bilanz der aktuellen Spielzeit nicht genug, droht vielen Klubs die Zahlungsunfähigkeit, wenn im September die neue Saison nicht gestartet werden kann.

Vorsichtige Prognosen gehen von fünf (von 14) Klubs aus, die eine längere Pause überstehen könnten. Ohne Zuschauer wäre die neue Saison nicht refinanzierbar, sagt DEL Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Auch Amatueure in der Not

Nicht nur Vereine der oberen Ligen fürchten um ihre Zukunft. Der Bayerische Landessport-Verband geht von einem Schaden von über 200 Millionen Euro allein für den organisierten Amateur-Sport in Bayern aus.

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