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das aktuelle sportstudio : Kraus: "Es braucht dringend Veränderungen"

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Katja Kraus will für mehr Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Fußball sorgen. Im aktuellen sportstudio erklärt die Ex-Nationaltorhüterin den Vorstoß von "Fußball kann mehr".

Katja Kraus hält den Vorstoß einer Frauen-Initiative für mehr Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Fußball für "überfällig". Der Vertrauensverlust, ursächlich hervorgerufen durch einen unsäglichen Machtkampf beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), war schlicht zu groß, als dass neun prominenten Frauen in unterschiedlichen Funktionen weiterhin darüber hinwegsehen wollten.

"Der ökonomische und kulturelle Nutzen" von gemischten Teams sei hinterlegt, sagte die Mitinitiatorin Kraus im aktuellen sportstudio. Die Erneuerung im DFB könne nicht funktionieren "mit Menschen, die die Probleme verursacht haben". Die Einbindung von Frauen in die Entscheidungsprozesse soll den Weg aus der Krise aufzeigen. "Es braucht dringend Veränderungen."

"Veränderungsgeschwindigkeit erhöhen"

Ihre Forderung nach einer Frauenquote von 30 Prozent in Verbänden oder in Aufsichtsräten von Vereinen begründete sie damit, dass sonst so schnell keine Diversität erreicht werde – deshalb ist auch gleich der Zeithorizont bis 2024 konkret benannt. "Wir müssen die Veränderungsgeschwindigkeit erhöhen."

Enttäuscht ist die 50-Jährige davon, dass es vom DFB bisher keine Reaktion auf den Vorstoß "Fußball kann mehr" gab - wo sie doch im persönlichen Umfeld "unzählige Reaktionen" erfahren hat. Immerhin teilte Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung, Frauen- und Mädchenfußball, nun in einer Stellungnahme mit, dass einige der erhobenen Forderungen durchaus bekannt seien. Aber: "Es besteht deutlicher Nachholbedarf." Zudem signalisierte die 69-Jährige Gesprächsbereitschaft mit dem Netzwerk.

Mit einem Positionspapier melden sich neun prominente Frauen zu Wort, um im deutschen Fußball insgesamt endlich mehr Vielfalt in den Führungspositionen herzustellen.

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Deutliche Kritik am Verband

Am Verhalten des Verbandes übte Kraus erneut deutliche Kritik: Sie sei "erschüttert", dass auf die ehemalige Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die inzwischen nur noch als Videoassistentin im Kölner Keller tätig ist, Druck ausgeübt worden sei, sich nicht an der Initiative zu beteiligen. Das sei nicht ihre Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit, "in Wirtschaft und Politik kommt man damit nicht durch."

Es reiche eben nicht, dass der DFB "nur Regenbogenfahnen aufhängt oder Vielfaltspots schaltet". Dabei ist es der erfolgreichen Unternehmerin und siebenfachen Nationaltorhüterin wichtig, dass im Erneuerungsprozess die Reihenfolge eingehalten wird. Zuerst sollte ein außerordentlicher Bundestag abgehalten werden, denn die DFB-Führungsstrukturen könnten so nicht bleiben.

Kraus fühlt sich von Koch und Peters nicht vertreten

Der DFB hatte am Freitag mit seiner interimsmäßig tätigen Führung mitgeteilt, "den DFB-Bundestag 2022 mit Neuwahlen zum rechtlich und sachlich frühestmöglichen Zeitpunkt" durchzuführen. Diese Erklärung hatten die beiden Interimspräsidenten Rainer Koch und Peter Peters, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich abgegeben.

Kraus gefällt dieses Vorgehen nicht. Auf die Frage, ob sie sich für die Übergangsphase von den wahrlich nicht bestens beleumundeten Interimspräsidenten Koch und Peters gut vertreten sähe, antwortete die einstige Pressesprecherin von Eintracht Frankfurt und das frühere Vorstandsmitglied des Hamburger SV mit einem klaren Nein.

In einem Positionspapier fordern prominente Frauen aus der Welt des Sports, mehr Vielfalt im deutschen Fußball herzustellen. Ihr Ziel: mehr Frauen in Führungspositionen des DFB.

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"Ich strebe kein Amt an"

Beiden traut sie eine Veränderungsstrategie also nicht zu, sondern erkennt hier wieder jene "hermetische Systeme", die den Fußball weitgehend vor Veränderungen abriegeln. "Die Menschen draußen sind so viel weiter", sagte Kraus.

Oft genug hat sie betont, dass sie vor Verantwortung nicht zurückscheut, wenn ihr Frauen-Verbund so weitreichende Forderungen aufstellt, aber für den vakanten Posten als erste DFB-Präsidentin steht sie nicht zur Verfügung: "Ich strebe kein Amt an." Was sie allerdings mit ihren Mitstreiterinnen wegen der Liebe zum Fußball versprechen könne: "Wir werden im Engagement nicht nachlassen."

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