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Zehner-Position im DFB-Team : Das umkämpfte Heiligtum

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Auf der Zehner-Position sammelt sich beim DFB-Team enorm viel Potenzial. Mit Blick auf die WM in Katar wird vielleicht auch Thomas Müller nur Teilzeitarbeiter sein.

Stuttgart Deutschland, Stuttgart, 30.08.2021, Fussball, Training DFB Nationalmannschaft: Ilkay Gündogan, Florian Wirtz, Thomas Müller, Marco Reus und Mahmound Dahoud.
Konkurrenzkampf auch im Training (v.l.n.r.): Ilkay Gündogan, Florian Wirtz, Thomas Müller, Marco Reus (Archivbild).
Quelle: IMAGO

Es ist bis heute ein gängiges Klischee im Fußball: Das Trikot mit der Nummer 10 gehört in jeder Mannschaft dem besten Kicker. Nur etwas für Techniker, die im Zentrum des Geschehens den Taktstock schwingen.

Als Deutschland 1954 zum ersten Mal Weltmeister wurde, trug Spielmacher Fritz Walter allerdings noch eine 16 auf den Rücken. Beim zweiten Titel 1974 hatte Günter Netzer zwar die Rückennummer 10 ergattert, doch auf dem Platz führte Wolfgang Overath die Regie. Immerhin: Beim Triumph 1990 war Dampfmacher Lothar Matthäus mit diesem Trikot ausgestattet. Als 2014 der vierte Stern dazukam, saß Stimmungskanone Lukas Podolski als Zehner häufig draußen. Aktuell spielt der deutsche Zehner eher außen: Serge Gnabry erzielte gerade in Hamburg sein 20. Tor im 30. Länderspiel.

Flicks große Auswahl für die Zehn

Der 2:1-Arbeitssieg gegen Rumänien befeuerte vor dem WM-Qualifikationsspiel in Nordmazedonien (Montag 20.45 Uhr) eine ganz neue Debatte: den Kampf um die Zehn. Und damit war gar nicht gemeint, dass sich jetzt die Akteure um ein Stückchen Stoff fetzen, sondern sich vier, fünf Qualitätsspieler um einen freien Platz im System von Hansi Flick balgen.

Nirgendwo sonst hat der Bundestrainer in seiner 4-2-3-1-Ausrichtung eine so große Auswahl. Namentlich bewerben sich Thomas Müller, Marco Reus und Kai Havertz, eigentlich auch Florian Wirtz und bald wieder Ilkay Gündogan um den Posten hinter der Spitze.

Der Bundestrainer mag darin kein Problem erkennen:

Wir haben nicht nur die Zehnerposition gut besetzt. Wir haben viele Positionen gut besetzt und können nachlegen. Die Qualität im Team ist sehr groß.
Hansi Flick

Reus für Müller für Reus

Doch so ganz stimmt das mit dem Überangebot überall ja nicht: Die Außenverteidigerposten (Jonas Hofmann, Thilo Kehrer) sind eher artfremd besetzt, beim Mittelstürmer (Timo Werner) fehlen Alternativen. "Der Konkurrenzkampf ist auf jeden Fall da", sagte Marco Reus, der für die Partie gegen Rumänien aufgrund seiner guten Leistung beim 6:0 gegen Armenien den Vorzug vor Müller bekommen hatte. "Wir haben qualitativ sehr gute Spieler im offensiven Bereich. Da muss man sich immer anbieten."

Das aber gelang BVB-Kapitän Reus diesmal nicht wirklich, nach 66 Minuten musste er fast zwangsläufig den Platz für Müller räumen. Der Bayern-Spieler sorgte mit einem Abstaubertor in bester Gerd-Müller-Manier für die Entscheidung. Trotz unzähliger Vereinstitel kann sich Müller noch diebisch freuen, der aus seinem 40. Länderspieltor eine wertvolle Erkenntnis für die Zukunft ableitete: "Wir wissen, wenn wir mal in Rückstand geraten, muss nicht alles zusammenbrechen."

Fußball-Bundestrainer Hansi Flick mit den Spielern Leroy Sane, Marco Reus,Thomas Müller, Serge Gnarby, Leon Goretzka im DFB-Training
Bundestrainer Flick freut's: "Wir haben viele Positionen gut besetzt."
Quelle: IMAGO

Havertz' Vorteil

Der Konkurrenzkampf hält automatisch die Spannung hoch, wenn ein so talentierter Offensivmann wie Kai Havertz noch im Hintergrund lauert.

Der 22-Jährige hat den Vorteil, auch über die Außenbahn oder als "falsche Neun" kommen zu können und interessant in diesem Zusammenhang, dass Flick bei zwei Spielern mit demselben Leistungsstand "tendenziell den jüngeren Spieler" bevorzugen will. Für den 32 Jahre alten Müller bedeutet das, sich vielleicht bei seiner vierten WM 2022 in Katar häufiger nur als Teilzeitarbeiter verdingen zu können.

Damit hätte das bayerische Unikum gar kein Problem, wie der 107-fache Nationalspieler zuletzt verriet:

Gerade im Offensivbereich haben wir sehr, sehr viele exzellente Alternativen. Da will jeder spielen, da zähle ich mich natürlich auch mit dazu.
Thomas Müller

Trotz der eigenen Ambitionen betonte Müller: "Da wird es keine persönlichen Befindlichkeiten oder irgendwelche Ego-Spielchen geben, die den Aufschwung stören."

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