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Gesucht wird: Konzept für Fans im Stadion

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Fußball | Bundesliga - Gesucht wird: Konzept für Fans im Stadion

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Wie können Fans zumindest teilweise ins Stadion zurückkehren? Die Fußball-Bundesligisten wollen am Dienstag ein Konzept dafür verabschieden. Das letzte Wort hat aber die Politik.

Pappkameraden statt echten Fans im Stadion von Borussia Mönchengladbach
Statt Pappkameraden wieder echte Fans im Fußballstadion? Die DFL stimmt am Dienstag über ein Konzept ab, über das dann die Politik entscheidet.
Quelle: Imago

Noch bis in die 90er Jahren hingen die meisten Fußball-Vereine am Tropf der Zuschauereinnahmen. Klubs mit vollen Stadien waren in der Bundesliga über Jahrzehnte bevorteilt. In der Saison 1992/93 steuerte der Kartenverkauf fast 150 Millionen Mark zu dem Gesamtumsatz von 361 Millionen Mark aller 18 Erstligisten bei.

Zuschauereinnahmen verlieren an Bedeutung

Seitdem sind die Zuschauer als Wirtschaftsfaktor immer unwichtiger geworden. Zwar 520 Millionen Euro, aber nur noch knapp 13 Prozent der Einnahmen machte der Spielbetrieb 2018/2019 am Gesamtumsatz der Bundesliga aus.

Übersicht der Frankfurter Arena ohne Zuschauer am 19.11.2019 in Frankfurt.

Bundesliga -
Fußball mit Fans - das sind die Positionen
 

Temporär keine Gäste, keine Stehplätze, kein Alkohol: Im Bemühen um die Teil- Rückkehr von Fans hat die DFL ihre Pläne konkretisiert. Ein Überblick, wer bei dem Thema mitredet.

von Ralf Lorenzen

Die Corona-Krise hat jedoch deutlich gemacht, dass die Besucher heutzutage vor allem unter emotionalen statt monetären Aspekten betrachtet werden müssen. Folglich werden die Fans fast flehentlich zur nächsten Saison wieder herbeigesehnt, denn stimmungsarme Geisterspiele sollen lieber heute als morgen wieder Geschichte sein, weil sie dauerhaft auch beim Fernsehpublikum und Sponsoren Schaden anrichten.

DFL will Wachsamkeit walten lassen

Am Dienstag stellt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf ihrer nächsten virtuellen Mitgliederversammlung ein Konzept zur Abstimmung, wie der Stadionbesuch einheitlich geregelt wird. Als Grundbedingung nennt die DFL: "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie erfordert weiterhin hohe Wachsamkeit und erhebliche Anpassungen gewohnter Verhaltensweisen in vielen gesellschaftlichen Bereichen."

Es geht um einen Rahmen, von dem niemand eingedenk der steigenden Zahl von Neuinfektionen weiß, wann er wirklich zur Anwendung kommt.

Vier Punkte zur Abstimmung

Der Vorschlag sieht vorerst keine Gästefans bis Jahresende, keine Stehplätze und keinen Alkohol jeweils bis 31. Oktober und eine Registrierung der Besucher vor, um eventuelle Infektionsketten nachverfolgen zu können. Über alle vier Punkte wird abgestimmt, es genügt jeweils die einfache Mehrheit.

Das mächtige Fanbündnis "Unsere Kurve" stört sich am grundsätzlichen Misstrauen gegenüber den organisierten Anhängern und fürchtet, dass unter dem Corona-Deckmantel bald Regularien gelten, die später nicht mehr zurückgenommen werden. Die DFL betont, dass es sich etwa beim Verzicht auf die Stehplätze "explizit um eine vorübergehende Anpassung" handelt.

Planspiele wie bei Union wirken unrealistisch

Letztlich hat aber nicht die Liga das Steuer am Lenkrad, sondern die Politik: Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich auf ihrer Konferenz am 10. August mit einer möglichen Rückkehr der Zuschauer in die deutschen Fußballstadien beschäftigen.

Die Planspiele sind je nach Standort unterschiedlich weit gediehen. Dass der 1. FC Union Berlin, der an seiner Alten Försterei (22.012 Plätze) über weniger als 4.000 Sitzplätze verfügt, mit Hilfe von Corona-Tests demnächst eine volle Auslastung hinbekommt, erscheint ausgeschlossen.

Virengefahr im Winter

Auch die avisierten 21.000 Zuschauer in Leipzig, 20.000 in Frankfurt oder 15.000 in Bremen auf fest zugeteilten Sitzplätzen wirken ambitioniert. Hinzu kommt: Mit dem späten Saisoneinstieg am 18. September hat sich der deutsche Fußball dazu entschlossen, seinen Spielbetrieb fast komplett in den Herbst und Winter zu verlegen, wo naturgemäß Viren aller Art leichteres Spiel haben.

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