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Reformprozess im Profifußball - Ist ein anderer Fußball möglich?

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Der Reformprozess im Profifußball soll auf Touren kommen, eine Taskforce der DFL will ihre Arbeit aufnehmen. Fans, Klubs und der DFB haben bereits Vorschläge formuliert.

Der offizielle Ball Derbystar der Bundesligasaison 2020/2021
In den kommenden Wochen soll der Reformprozess im Profifußball auf Touren kommen.
Quelle: dfl

Der September wird ein spannender Monat für den deutschen Profi-Fußball – nicht nur, weil die neue Bundesliga-Saison beginnt. In den kommenden Wochen soll der Reformprozess im Profifußball auf Touren kommen. Dann wird sich zeigen, ob die Deutsche Fußball Liga (DFL) tatsächlich korrigierend in das System eingreift, wie ihr Geschäftsführer Christian Seifert im Frühjahr in Aussicht gestellt hatte.

Taskforce Profifußball - Personen und Inhalte offen

Dass es Veränderungsbedarf gibt, war zu Beginn der Corona-Krise deutlich geworden, als der drohende Wegfall einer TV-Rate genügte, um bei zahlreichen Klubs Existenzängste hervorzurufen. Seifert hatte damals eine "Task Force Profifußball" angekündigt und sich unter anderem offen dafür gezeigt, Gehälter von Beratern und Spielern zu deckeln.

Bislang ist noch unklar, wer genau die Taskforce bilden soll und welche Themen in ihr verhandelt werden. Auf der jüngsten Sitzung der AG Fankulturen, in der DFL und DFB sich regelmäßig mit Fanvertretern austauschen, sagte Seifert, es sei vorgesehen, dass neben externen Personen aus verschiedensten Bereichen sowie Vertretern der Klubs und der DFL auch Vertreter der Fanorganisationen beteiligt werden.

Fans haben vorgelegt

Die Taskforce solle gangbare Wege für die Zukunft entwerfen, die anschließend von den zuständigen DFL-Gremien geprüft werden. In diesem Prozess kann die Taskforce auf Reformvorschläge von Fans, Vereinen und auch des DFBs aufbauen.

30.11.2018, Düsseldorf, Fußball: bundesliga, Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 05: Fans von Fortuna Düsseldorf protestieren mit einem Banner mit der Aufschrift "Für fangerechte Anstoßzeiten".

Fußball - Bundesligen -
Fans mit Konzept statt viel Krach
 

Die organisierte Fan-Szene hat die Corona-Pause genutzt, um Vorschläge für die Umgestaltung des Profifußballs zu erarbeiten. Und setzt die DFL damit unter Zugzwang.

von Ralf Lorenzen

2.650 Fan-Organisationen haben mittlerweile die Erklärung der Initiative "Unser Fußball - basisnah, nachhaltig, zeitgemäß" unterschrieben, in der unter anderem eine gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays und die eindeutige Begrenzung von Investoreneinflüssen gefordert wird. Gerade werden dazu konkrete Reform-Maßnahmen ausgearbeitet.

Initiativen-Sprecher Manuel Gaber sagte gegenüber zdfsport.de:

Wenn die Fans gut ausgearbeitete Vorschläge für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung vorlegen, müssen die Verbände schon gute Argumente finden, diese nicht umzusetzen.
Manuel Gaber

St. Pauli erarbeitet Reform-Papier mit Fans

Gaber weiter: "Bei den ökonomischen Themen wie der Neu-Verteilung der TV-Gelder oder der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit, hat jeder Verein auch seine eigenen Interessen, aber auch hier erwarten wir deutliche Reformen."

Ein weiteres Reform-Papier hat der FC St. Pauli gemeinsam mit seinen Fans unter dem Titel "Ein anderer Fußball ist möglich" erarbeitet. Darin wird unter anderem gefordert, den Verteilungsschlüssel der Einnahmen so zu modifizieren, "dass Vereinsstrukturen nach der 50+1-Regel vorrangig behandelt werden."

DFB will Fußball nachhaltig machen

Und auch der DFB hat bereits im Mai einen Fünf-Punkte-Plan für mehr Nachhaltigkeit veröffentlicht. In ihm geht es unter anderem um Gehaltsobergrenzen und neue Erfolgsmaßstäbe.

"In den kommenden Wochen und Monaten möchten wir den konstruktiven Austausch mit allen Interessengruppen fortsetzen", sagte DFB-Präsident Fritz Keller. "Ein Prozess, bei dem die Fans eine bedeutende Rolle spielen."

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