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Chronologie im Blutdoping-Skandal

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Doping | Operation Aderlass - Chronologie im Blutdoping-Skandal

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Vor dem Landgericht München findet der Prozess im internationalen Blutdoping-Skandal um den Erfurter Sportmediziner Mark S. statt. Zdfsport.de mit einer Chronologie der Ereignisse.

Mark S. soll mindestens 23 Spitzensportler aus acht Nationen über Jahre gedopt haben. Nun stehen er und seine vier mutmaßlichen Komplizen vor Gericht.

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Es ist der 27. Februar 2019. Bei der nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld und in Deutschland kommt es zu spektakulären Razzien bei Athleten und Teams. Kurz vor dem Start des 15-km-Skilanglaufs der Männer werden in Seefeld fünf Sportler und zwei Tatverdächtige festgenommen. Der Öffentlichkeit bekannt werden vor allem die Bilder mit dem österreichischen Langläufer Max Hauke, der – überrascht von der Durchsuchungsaktion – noch die Nadel der Bluttransfusion im Arm hat.

Mark S. soll mindestens 23 Spitzensportler aus acht Nationen über Jahre gedopt haben. Nun stehen er und seine vier mutmaßlichen Komplizen vor Gericht. Florian Zschiedrich im Gespräch mit Markus Harm.

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Ermittler stellen Blutbeutel mit Tarnnamen sicher

Und in Erfurt wird fast zeitgleich der Sportmediziner Mark S. in seiner Praxis festgenommen, mutmaßlicher Drahtzieher des internationalen Dopingnetzwerks. Die Ermittler stellen umfangreiches Beweismaterial wie Blutbeutel mit Tarnnamen sicher. Verdacht: Systematisches Blutdoping.

Die österreichische Gemeinde Seefeld ist untrennbar mit der spektakulären Doping-Razzia vor etwa einem Jahr bei der Nordischen Ski-WM verbunden. Der Blutdoping-Skandal hält die Sportwelt seitdem in Atem.

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So steht zur Überzeugung der Staatsanwaltschaft fest, dass S. an Sportlern zur Steigerung der sportlichen Ausdauer- und Leistungsfähigkeit sowohl Blutentnahme und Blutaustausch, als auch die anschließende Trennung und Behandlung, Lagerung und Wiederzufuhr des Bluts durchgeführt haben soll; zusätzlich soll S. noch missbräuchlich Wachstumshormone verordnet haben.


Strafverfahren mit fünf Angeklagten beginnt

Die spektakuläre „Operation Aderlass“ – sie wird nun juristisch aufgearbeitet. Vor der Zweiten Strafkammer des Landgerichts München II unter dem Vorsitz von Marion Tischler beginnt der Prozess gegen insgesamt fünf Angeklagte. Seit 2015 gilt hierzulande das Anti-Doping-Gesetz, das Handel und Besitz von unerlaubten Mitteln oder das Anwenden von Dopingmethoden verbietet.

Bei Wettkämpfen ist es verboten.

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Dem Hauptangeklagten Mark S. werden mehr als 100 Verstöße dagegen vorgeworfen. Die vier anderen Mitangeklagten sollen ihm dabei mit unterschiedlichen Tätigkeiten geholfen haben. Es sind der Vater von S., der in einer Anwaltskanzlei in Erfurt arbeitete, der Inhaber einer Baufirma, eine Krankenschwester und ein Rettungssanitäter.


Weitere Aussagen zu Namen möglich

Mark S. sitzt seit mehr als 16 Monaten in Untersuchungshaft. Immer wieder versuchten seine Anwälte, ihn bis zum Prozess auf freien Fuß zu bekommen, doch die Münchner Richter lehnten diese Anträge ab – auch Verfassungsbeschwerden blieben erfolglos. Im Prozess wird jetzt mit Spannung erwartet, ob er sich weiter zu den Vorwürfen einlassen wird.

Zunächst hatte er sich gegenüber den Ermittlern geäußert, zuletzt aber nicht mehr. Die Vermutung vieler Prozessbeobachter: Es könnten weit mehr Sportler involviert sein als bisher bekannt. Licht ins Dunkel könnten umfassende Aussagen von S. bringen, doch ob und wie er aussagt – offen.


Was man weiß

Bisher weiß man von der Verwicklung von mehr als 20 Sportlern aus acht Ländern. Und: Es geht vor allem um den Winter- und Radsport. Betroffen: Prominente Sportveranstaltungen, so unter anderem auch die Olympischen Spiele 2014, 2016 und 2018, die Tour de France 2018, sowie die nordische Ski-WM von 2017.

Und im Mai 2019 offenbarte der frühere Ex-Profi-Radfahrer Danilo Hondo, seit 2011 von Mark S. mit Blutdoping behandelt worden zu sein.

Ablauf des Prozesses

Geladen sind in diesem auf bislang 26 Prozesstage bestimmten Verfahren rund 30 Zeugen. Und es sind vom Gericht zwei Sachverständige bestellt. Der letzte Prozesstag ist bislang der 21. Dezember – ein Urteil also noch vor Weihnachten möglich. Im Falle seiner Verurteilung droht Mark S. bis zu zehn Jahren Haft.

Außerdem könnte er seine Approbation verlieren. Durchaus möglich aber, dass der Prozess dann noch nicht abgeschlossen ist. Denn im Fall einer Verurteilung können die Angeklagten noch Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe einlegen.

Von Europol bei einer Razzia in Rom gefundene Dopingmittel

Europol: Zeitgleiche Aktionen -
Anti-Doping-Razzien in 33 Ländern
 

Europol hat bei zeitgleichen Durchsuchungen in 33 Ländern 234 Verdächtige festgenommen und 3,8 Millionen Dopingpräparate und Medikamente beschlagnahmt.

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