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CAS entscheidet über "Dopingfall" Russland

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Vierjahressperre und Olympia-Aus - CAS entscheidet über "Dopingfall" Russland

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Entscheidende Runde in der russischen Dopingaffäre: Die Vierjahressperre gegen die Großmacht wird vor dem Internationalen Sportgerichtshof verhandelt. Die Erwartungen sind enorm.

Sportgerichtshof Cas
Der Sportgerichtshof CAS entscheidet über eine lange Sperre Russlands wegen Dopings.
Quelle: ZDF

Der Weltsport blickt ab Montag gespannt nach Lausanne. Denn wenn im russischen Dopingskandal vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS die Anhörung über die Vierjahressperre beginnt, geht es nicht nur um einen möglichen Schlussstrich unter die schier endlose Affäre. Es geht um das Olympia-Aus der Sport-Großmacht und um die Wirksamkeit des internationalen Anti-Doping-Kampfes.

In einem der "wichtigsten Prozesse der Sportpolitik" wird entschieden, ob Russland an den nächsten drei Olympischen Spielen teilnehmen darf, berichtet ZDF-Reporter Markus Harm.

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Unsere Erwartung ist, dass die von der WADA ausgesprochene Sanktion bestätigt wird. Damit würde ein klares Zeichen gesetzt, dass ein solch massiver Betrug und die Missachtung der Regelwerke nicht ungestraft bleiben.
Mitteilung der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA)

Hoffen auf das richtige Zeichen

Am 9. Dezember 2019 war Russland wegen der Manipulation von Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor für vier Jahre von der großen Bühne der Sportwelt verbannt worden. Weder an Olympischen Spielen noch Weltmeisterschaften wie der Fußball-WM 2022 darf Russland als Nation teilnehmen.

Der Ärger der Athletinnen und Athleten über die Wada und ihre Arbeit wird lauter. Es fehle vor allem an Glaubwürdigkeit. Dabei gibt sich der Präsident der Agentur selbstkritisch.

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Für nachweislich dopingfreie russische Sportler bliebe nur eine Teilnahme als "neutrale Athleten". Wenn, ja wenn der CAS den Einspruch der Sportgroßmacht gegen die Strafe der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ablehnt. "Eine klare und harte Entscheidung des Gerichts wäre ein wertvolles Zeichen für den globalen Anti-Doping-Kampf", sagt auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann. IOC-Chef Thomas Bach fordert ein Urteil, das "keine Interpretationsmöglichkeit" lasse.

Staatsdoping und Vertuschung von ganz oben

Ein von staatlichen Stellen gestütztes Dopingsystem und organisierte Dopingvertuschung, nicht nur durch die letztlich sanktionierte Datenmanipulation; dazu der traurige Tiefpunkt bei den Skandal-Spielen von Sotschi 2014 mit dem nächtlichen Austausch von Dopingproben durch ein "Mauseloch" in einer Wand: Die durch mehrere Untersuchungen untermauerten Vorwürfe bestehen schon lange.

Rund 1000 Sportler sollen in das Dopingsystem involviert gewesen sein, alleine 15.000 Dateien seien bei den Manipulationen gelöscht und mindestens 145 Athleten dadurch geschützt worden. Bis kommenden Freitag ist die wegen der Corona-Pandemie mehrmals verschobene Verhandlung angesetzt; an einem geheimen Ort in Lausanne, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein Urteil wird es aber erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Drei Olympische Spiele ohne Russland?

"Die WADA hat im Vorfeld jeden Stein umgedreht", sagt WADA-Präsident Witold Banka. Er sei überzeugt, seine Organisation habe mit der Sanktion die richtige Entscheidung getroffen. Und Russland? Glaubt an seine wohl geringe Chance. "Wir haben unsere Argumente", sagt Michael Buchanow, Generalsekretär der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA), bei insidethegames.

Nach der Razzia in Erfurt werden immer mehr Details über das internationale Dopingnetzwerk rund um den Arzt Mark Schmidt bekannt. Schmidt ist der verantwortliche Mediziner im Dopingskandal um den Langläufer Johannes Dürr.

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Allerdings könnte sich Russland auch verzockt haben. Hätte das Land die Strafe gleich akzeptiert, würde es nur zwei Olympische Spiele verpassen. Durch die aufschiebende Wirkung des Einspruchs und die Verlegung der Sommerspiele in Tokio wären es bei einer Verurteilung nun drei - inklusive Paris 2024.

Urteil mit Signalwirkung

Aber wird das Urteil auch ein Schlussstrich sein? Juristisch wird es zumindest wegweisend, auch wenn es noch den nicht sehr aussichtsreichen Gang vor das Schweizer Bundesgericht gibt. Die Frage, ob die Aufarbeitung der Affäre auch einen grundlegenden Mentalitätswandel in Russland gebracht hat, ist eine andere - und wird nicht vor dem CAS verhandelt.

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