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"Brief-Affäre" - DOSB: Ethikkommission rät zur Vertrauensfrage

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Die Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes hat dem DOSB-Präsidium nach Vorwürfen von Mitarbeitern empfohlen, sich einer Vertrauensabstimmung zu stellen.

Alfons Hörmann
DOSB-Präsident Alfons Hörmann steht in der Kritik.
Quelle: ZDF

Die Ethikkommission geht mit der Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hart ins Gericht. Das Gremium empfiehlt, dass sich das DOSB-Präsidium nach Vorwürfen von Mitarbeitern um unangemessene Umgangsformen einer Vertrauensabstimmung bei einer Mitgliederversammlung stellt.

"Es sollten im Dezember 2021 vorgezogene Neuwahlen stattfinden", heißt es in dem am Montag veröffentlichten neunseitigen Bericht der Kommission unter dem Vorsitz des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maizière. "Nur eine vorgezogene Wahl des gesamten Präsidiums kann zu einer dauerhaften Vertrauensstiftung im deutschen Sport führen."

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In einem anonymen Schreiben im Namen von Mitarbeitern des DOSB war die Anschuldigung gegen die DOSB-Führung um Präsident Alfons Hörmann erhoben worden, durch interne Umgangsformen ein "Klima der Angst" geschaffen zu haben. Dabei waren vor allem Hörmann eine Reihe von Verfehlungen vorgeworfen worden. Daraufhin hatten Präsidium und Vorstand die Ethikkommission eingeschaltet.

Fehlendes Vertrauen zwischen Spitze und Mitarbeitern

"Nach Auffassung der Ethikkommission kann es im deutschen Sport jedenfalls mit einer so unterschiedlichen Beurteilung der handelnden Personen und der gelebten Strukturen in dieser Art nicht weitergehen", heißt es im Bericht. Es fehle offensichtlich wechselseitig an ausreichendem Vertrauen und an dem notwendigen Zutrauen an den Fähigkeiten der Mitarbeitern.

"Es gibt zu viel Selbstbespiegelung, Demotivation und Gerüchte, Unzufriedenheit und Unklarheit", wird im Report festgestellt und gefolgert: "Das ist ein Zustand, der auch mit dem Führungsverhalten von Präsidium und Vorstand zusammenhängen muss." Dies müsse sich die DOSB-Spitze vorwerfen lassen.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann wird ungebührlicher Umgang mit Mitarbeitenden vorgeworfen. NRW-Landessportchef Stefan Klett fordert Konsequenzen.

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Empfehlungen der Ethikkommission in der Diskussion

Die Ethikkommission sei aber nicht die richtige Instanz, zu entscheiden, ob zwischen den Beteiligten und "insbesondere dem Präsidenten und dem Präsidium gegenüber eine ausreichende Vertrauensbasis für eine gedeihliche Zusammenarbeit für die Zukunft" bestehe.

Auf einer Präsidiums- und Vorstandssitzung am Montag und Dienstag soll die Empfehlung der Ethikkommission "intensiv diskutiert und beraten" werden, teilte der DOSB mit. "Unser Anspruch im DOSB ist ein Miteinander, das auf Ehrlichkeit, Transparenz und gegenseitiger Wertschätzung beruht. Deshalb war uns eine Klärung durch das gemäß der Satzung zuständige Gremium wichtig."

Vertrauen für Hörmann aus Präsidium und Vorstand

Präsidium und Vorstand hatte dem 60-jährigen Wirtschaftsmanager Hörmann in der Krise das Vertrauen ausgesprochen. Dagegen hatten die Spitzenverbände im DOSB vor einer vorschnellen Positionierung gewarnt. Kritik gab es aus einigen Landessportbünden.So forderte der nordrhein-westfälische LSB-Chef Stefan Klett sogar den Rücktritt von Hörmann.

Turnusgemäß stünden erst auf der Mitgliederversammlung 2022 Wahlen auf der Tagesordnung. Der aus Bayern stammende Hörmann ist seit Dezember 2013 Chef des DOSB. Bei der Aufklärung der Vorwürfe sind der Ethikkommission vom Ombudsmann des DOSB, Felix Rettenmaier, Stellungnahmen von 46 Hinweisgebern - einige mit Namensnennungen, die meisten in anonymisierter Form - zugesandt worden.

Ausgangspunkt: anonymer Brief

"Die übergroße Mehrheit dieser Hinweisgeber unterstützten den Tenor des anonymen Briefes", hieß es in dem Kommissionsreport mit der Ergänzung: "Was die konkreten Vorwürfe angeht, so kannten sie diese meistens vom Hörensagen und nicht aufgrund eigenen Erlebens."

Einige der Hinweisgeber hätten den Führungsstil des Präsidenten ausdrücklich unterstützt. Ein Urteil darüber, ob insbesondere der Führungsstil Hörmanns für ein "Klima der Angst" im DOSB verantwortlich sei, wollten die Ethiker angesichts der "Diskrepanz der widersprüchlichen Meinungen, die an sich erstaunlich und für sich genommen schon ein Problem" seien, nicht fällen.

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