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Frankfurt: Schreckgespenst Europa-Abstinenz

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Fußball | Europa League - Frankfurt: Schreckgespenst Europa-Abstinenz

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Eintracht Frankfurt muss im Europa-League-Achtelfinalrückspiel beim FC Basel am Donnerstag ein 0:3 aufholen. Doch die Hessen stellen sich schon auf ein Jahr ohne Europacup ein.

Arthur Cabral und Martin Hinteregger (r) im Zweikampf
Szene aus dem Hinspiel in Frankfurt: der Baseler Arthur Cabral und Martin Hinteregger (r.) im Zweikampf.
Quelle: imago images/Jan Huebner

Gemeinhin hätte am Donnerstagnachmittag auf der A5 von Frankfurt Richtung Süden wohl größere Staugefahr bestanden als ohnehin. Wenn nämlich im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt (Donnerstag, 21 Uhr, im Liveticker) auch Fans zugelassen wären, hätte es sich die hessische Anhängerschaft nicht nehmen lassen, in größerer Kolonne in die grenznahe Schweizer Stadt zu reisen.

Schon das Hinspiel vor leeren Rängen

Nun allerdings bleibt der St. Jakob-Park leer. Im "Joggeli", wie Einheimische die Spielstätte gerne nennen, wird das Ambiente genauso trostlos wie am 12. März in der Frankfurter Arena sein, als sich die Gesundheitsbehörden erst nach einigem Hin und Her durchrangen, das Hinspiel doch lieber vor leeren Rängen zu veranstalten.

Das Geisterspiel endete mit einem gespenstischen Resultat: Die 0:3-Pleite galt intern als logische Folge einer latenten Verunsicherung vieler SGE-Profis zu Beginn der Corona-Pandemie. Einen Tag später kam der gesamte Spielbetrieb in Deutschland zum Erliegen.

FC Basel voll im Rhythmus

Zwischen Hin- und Rückspiel liegen nun 147 Tage. Die Schweizer Super League hat bis zum jüngsten Wochenende gespielt, Basel ist also voll im Rhythmus. Der Bundesligist gibt sich dennoch trotzig. "Wir wollen das Unmögliche möglich machen. Ich bin überzeugt, dass wir in der Lage sind, das Ergebnis noch zu drehen", sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter bei einer Pressekonferenz, obwohl sein Team erst einen einzigen Test (1:1 gegen AS Monaco) absolvierte. 

Wenn sich jemand im Europapokal auf Aufholjagden versteht, dann die Adlerträger. Dennoch ist die Gefahr groß, dass es für mindestens eine Saison keine Partien auf internationalem Parkett gibt. Der Abpfiff für die Eintracht-Europapokalfestspiele nach zwei Spielzeiten hätte unweigerlich Folgen, die sich auf die Einschnitte durch die Corona-Krise draufsetzen würden.

Bobic: Corona hat "ein Loch gerissen"

"Wir wollten für die Saison 2019/2020 eigentlich die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro knacken, aber dann kam bei 280 Millionen Euro das Stoppschild, Rückennummer 19, Name Covid", sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei der Saisonbilanz. "Das hat natürlich ein Loch reingerissen bei uns."

Statt Weiterentwicklung ist ein Schritt zurück angesagt, einige Projekte sind gestoppt worden, die internationalen Büros in New York und Peking derzeit nicht besetzt.

Kein Spieler ist unverkäuflich

Bobic spricht von einer Vollbremsung - und einer "brutalen Herausforderung". Sollte die Hinrunde der neuen Saison ohne Zuschauer gespielt werden und die Eintracht in der Europa League jetzt ausscheiden, könnte sich der Umsatz aus dem Geschäftsjahr 2019 (301 Millionen Euro bei einem Gewinn nach Steuern von fast 37 Millionen) schlimmstenfalls sogar halbieren. Das Rekordergebnis war auch eine Folge der Verkäufe von Luka Jovic oder Sebastien Haller.

"Man sieht, dass wir uns Speck angefressen haben, aber der wird schnell schmelzen", sagt Bobic, der aktuell keinen Leistungsträger für unverkäuflich erklärt. Wechselabsichten um Nationaltorwart Kevin Trapp waren zuletzt von allen Seiten dementiert worden, aber dafür scheint es nur eine Frage der Zeit, bis das Interesse ausländischer Vereine an Linksaußen Filip Kostic konkret wird.

Gutes Omen für Eintracht Frankfurt?

Zuerst aber soll der durchsetzungsstarke Serbe mithelfen, in Basel vielleicht doch noch das Europa-League-Ticket für das Endturnier in Nordrhein-Westfalen zu lösen. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen für die Eintracht: Der letzte Verein, der in der Europa League noch einen Drei-Tore-Vorsprung verspielte, war 2013/14 (gegen den FC Valencia) eben der FC Basel.

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