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Eishockey: DEL-Saisonauftakt - Klubs starten in eine schwierige Saison

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Köln und Düsseldorf bestreiten heute das Auftaktspiel in der Deutschen Eishockey Liga. Die Klubs stehen vor einer schwierigen Saison, die Corona-Pandemie kostet sie viel Geld.

Auf den letzten Drücker haben die Kölner Haie noch einen erfahrenen Stürmer verpflichtet - zum gesetzlichen Mindestlohn. Für 9,50 Euro in der Stunde geht der US-Amerikaner Mike Zalewski aufs Eis, damit der achtmalige deutsche Meister in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mithalten kann. Dass der Zuschauerkrösus überhaupt am Donnerstagabend gegen die Düsseldorfer EG in die Saison startet, ist ein finanzieller Kraftakt - mit Risiken und Nachwirkungen.

Massive Umsatzeinbußen für DEL-Klubs


"Wir müssen mit Umsatzeinbußen bis zu 80 Prozent kalkulieren", sagt Haie-Geschäftsführer Philipp Walter. Geschätzte 12,5 Millionen Euro betrug der Kölner Etat in der Vorsaison, als über 13.000 Fans pro Spiel in die Lanxess Arena strömten. Wegen der Corona-Pandemie können in der größten Eishockeyhalle Europas bis auf Weiteres nur Geisterspiele ausgetragen werden. Kein Wunder, dass die Haie erst als letzter der 14 DEL-Klubs grünes Licht für die zweimal verschobene Saison gaben. "Für uns war aufgrund der hohen Zuschauerzahlen die Fallhöhe am größten", betonte Walter:

Es ist weiterhin ein Risiko.
Haie-Geschäftsführer Philipp Walter

Auch die anderen Klubs haben ihre Budgets zusammengestrichen - von 130 Millionen Euro ligaweit um mehr als 60 Millionen. Denn die DEL lebt wie keine andere Profiliga von den Ticketverkäufen, die bei den meisten Vereinen mehr als die Hälfte der Einnahmen ausmachen.

Spieler verzichten auf viel Gehalt

Das größte Einsparpotenzial boten die Spieler an, die auf bis zu 60 Prozent ihres Gehalts verzichten. Bei der DEG "verdient kein Spieler mehr als den Höchstsatz des Kurzarbeitergeldes", wie Geschäftsführer Harald Wirtz mitteilte. Bei 2.900 Euro im Monat ist also Schluss, "die Zusatzleistungen wie Wohnung und Auto bleiben aber bestehen".


Der 28-jährige Zalewski wurde erst verpflichtet, als alle anderen Haie-Spieler mit dieser zusätzlichen Ausgabe einverstanden waren, berichtete Trainer Uwe Krupp. Außerdem bestätigte er, dass der US-Stürmer nur den Mindestlohn erhalte. Walter wollte mit Verweis auf "vertrauliche Vertragsinhalte" keine Angaben machen. Den zusammengestrichenen Kölner Notkader füllen sieben Juniorenspieler auf.

Staatliche Hilfen beantragt

Ein wenig können die DEL-Klubs ihre Einbußen durch die maximal 800.000 Euro aus der staatlichen Corona-Hilfe Profisport abfedern, die alle außer Red Bull München beantragt haben. Gespart wird zudem bei Reisekosten, weil in zwei regionalen Gruppen gespielt und möglichst auf Hotelübernachtungen verzichtet wird. Die meisten Sponsoren hielten den Vereinen die Stange, die DEG hält laut Wirtz "grob geschätzt 90 bis 95 Prozent" des Volumens. Auch verzichteten viele Dauerkarteninhaber auf eine Rückzahlung. Dennoch mussten vielerorts die Klubbesitzer nachschießen, nach SID-Informationen zehn bis zwölf Millionen Euro ligaweit.

Die Deutsche Eishockey-Liga DEL sehnt den Start herbei. Allerdings sind die personellen und finanziellen Voraussetzungen der 14 Klubs durch die Corona-Krise sehr unterschiedlich.

Beitragslänge:
8 min
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DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke glaubt, "dass wir die vier, fünf Monate durchstehen können". Doch die Corona-Krise wird auch massive wirtschaftliche Nachwirkungen in den nächsten Jahren haben. "Es steckt weniger Geld im System", sagt Tripcke: "Wir müssen sehr, sehr vorsichtig für die nächste Saison kalkulieren und von den Kosten herunter. Wir werden in den nächsten zwei, drei Jahren eher nicht auf das Ursprungsniveau zurückkommen können." Von einem ligaweiten Umsatz von 130 Millionen Euro wie in der Vor-Corona-Zeit ist die DEL weit entfernt.

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