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Eishockey-WM | DEB-Team - Die Hoffnungen ruhen auf Dominik Kahun

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Beim Eishockey-Nationalteam haperte es zuletzt in der Offensive. Ändern könnte das am Montag gegen die USA erstmals der nachgereiste NHL-Stürmer Dominik Kahun.

Dominik Kahun in Aktion.
Eishockey-Nationalspieler Dominik Kahun im Trikot der Edmonton Oilers.
Quelle: Bob Frid

Am Samstagabend war Dominik Kahun kurz im Fernsehen zu sehen. Da saß der 25 Jahre alte Eishockey-Stürmer auf der Tribüne der Arena von Riga, das Handy in der Hand. Unten spielte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gerade ihr fünftes Spiel bei dieser WM. Und was Kahun da sah, das konnte ihm nur mäßig gefallen.

1:2 gegen Finnland, zuvor 2:3 gegen Kasachstan: Das Rennen um einen Platz im Viertelfinale ist trotz der drei Auftaktsiege weiter eng. Am Montag gegen die USA und am Dienstag zum Abschluss der Gruppenphase gegen Lettland muss das DEB-Team punkten.

Kahun soll DEB-Team Tempo bringen

Das Problem: In den jüngsten drei Spielen gab es nur vier Treffer bei Fünf-gegen-Fünf, gegen starke Finnen phasenweise nicht mal Torchancen. Und auch wenn Bundestrainer Toni Söderholm mit der reinen Anzahl zufrieden war, hätte auch er es sich "ein bisschen besser in der Offensive" gewünscht. Konkret: Mit mehr Tempo ins Angriffsdrittel, besser aus dem ersten Zweikampf kommen, mehr freies Eis und bessere Schussbahnen finden.

Da kommt die Nachricht, dass Lukas Reichel am Sonntag beschwerdefrei trainierte, gerade recht. Nach einem Check gegen den Kopf im Spiel gegen Kasachstan saß der flinke Berliner gegen Finnland draußen. Zuvor hatte er bereits fünf Scorerpunkte gesammelt.

Mit 1:2 gegen Finnland kassiert die deutsche Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM die zweite Niederlage. Der Einzug ins Viertelfinale ist aber weiterhin möglich.

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Söderholm: Kahun "sehr kreativ"

Einen "Schub" erhofft sich Sportdirektor Christian Künast derweil von einem anderen, der nur zuschauen durfte: der nachgereiste NHL-Stürmer Kahun. Auch Söderholm freut sich auf einen "sehr kreativen, offensiven Spieler, er wird uns sicherlich helfen". Vielleicht ja schon gegen die USA.

"Wenn organisatorisch vom Ablauf her alles läuft, dann ist es sehr wahrscheinlich", sagte Künast am Sonntag, Kahuns fünftem Tag in Quarantäne. Sechs sind nach der Ankunft in Lettland vorgeschrieben, jeden Tag wird er auf das Coronavirus getestet, ist Montag auch der sechste negativ, darf er spielen.

Drei Tage Einzelquarantäne nach der Ankunft

Seit Freitag trainiert er. Und das war nötig. Bei den Edmonton Oilers, die vergangene Woche noch in den Playoffs der NHL aktiv waren, saß er zuletzt auf der Tribüne. Nach dem Saisonaus flog er am Dienstag über Umwege nach Riga, dort musste er drei Tage allein im Hotelzimmer verbringen. Da habe ihm die Bewegung gut getan, sagte er nach dem Training. Auch um sich wieder auf die international größere Eisfläche umzustellen.

Sorgen, dass das misslingt, haben die Kollegen nicht. Einen wie Kahun könne "jede Mannschaft gut gebrauchen", sagt Stürmer Leo Pföderl, "er gibt uns ordentlich Offensiv-Power". Auch der Gelobte selbst erwartet das, seine Stärken: "Mein spielerisches Können und die Geschwindigkeit."

In der Jugend besser als Draisaitl

Die waren schon immer außergewöhnlich. In Mannheim sammelte er in der U16 mal 237 Scorerpunkte in 35 Spielen. Mehr als Teamkollege Leon Draisaitl. Ein Jahr später gingen beide nach Kanada. Doch während sich Draisaitl zum Star entwickelte, bekam Kahun kein NHL-Angebot.

Er ging zurück nach Deutschland – und startete dort durch. Mit Red Bull München wurde er dreimal Meister, gewann mit dem Nationalteam 2018 Olympiasilber. Danach verpflichteten ihn die berühmten Chicago Blackhawks. Sesshaft wurde er dort aber nicht. In seinen drei NHL-Saisons lief er bereits für vier Teams auf. Zuletzt in Edmonton mit Draisaitl. Teilweise mit ihm oder Superstar Connor McDavid in einer der Topreihen. Aber hin und wieder auch gar nicht.

Mit guter WM zurück in die NHL

Nun ist sein Vertrag ausgelaufen. Was in Lettland aber seine "letzte Sorge", sei. Irgendeiner wird sich schon finden, "am Ende ist es die NHL, egal, wo man spielt", sagt er. Es gehe jetzt um die WM. Und vielleicht bedingt das eine ja das andere: Gute Leistungen waren schon immer gute Argumente. Gerade wenn es gegen die USA geht und ein paar mögliche Arbeitgeber mehr zusehen.

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