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Eishockey-WM | Viertelfinale - "Wilde Schlachten" gegen den Erzrivalen

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Deutschland gegen die Schweiz im Eishockey ist so wie Deutschland gegen die Niederlande im Fußball. Bei der WM treffen sich die Rivalen heute, 15.15 Uhr, im Viertelfinale.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Hymne nach dem WM-Sieg gegen Kanada
Bereit für das Duell mit dem Erzrivalen: Deutsche Nationalspieler bei der WM.
Quelle: dpa

Wie oft er das Derby schon erlebt hat, das weiß Korbinian Holzer wohl selbst nicht genau. "Ab der U16 spielst du immer gegen die Schweiz, da baut sich über die Jahrgänge eine Rivalität auf, und die findet ihren Höhepunkt dann bei der A-WM", sagt der deutsche Eishockey-Nationalspieler, dem ein Abend dabei besonders in Erinnerung geblieben ist.

Mannheim 2010, WM-Viertelfinale. Deutschland siegt 1:0, hinterher fliegen die Fäuste. 92 Strafminuten, selbst Co-Trainer Ernst Höfner prügelt sich von der Spielerbank aus mit einem Schweizer.

Schock in der Schweiz nach Olympia 2018

Auch Kapitän Moritz kann sich an "einige wilde Schlachten" erinnern, hat aber ein anderes Spiel im Sinn: Pyeongchang 2018, Olympia-Achtelfinale. Deutschland, das später Silber holt, siegt 2:1 nach Verlängerung. In Schweizer Medien geht es hoch her: Vom "Versagen" ist zu lesen. Manche fordern, alles auf den Prüfstand zu stellen.

Eishockey-Spieler von Deutschland und der Schweiz ürügeln sich bei der WM 2010
Wüste Prügelei: Bei der WM 2010 fliegen im Spiel zwischen Deutschland und der Schweiz die Fäuste.
Quelle: dpa

Deutschland gegen Schweiz - das ist wie im Fußball Deutschland gegen die Niederlande. Und das gibt es am Donnerstag (15:15 Uhr) wieder zu sehen. Dann im Viertelfinale der WM in Riga.

Deutschland liegt in der WM-Bilanz leicht vorn

Seit 1930 stehen sich die Nachbarn bei Weltmeisterschaften gegenüber. Inklusive des einen Spiels der DDR-Auswahl 1959 bereits 27 Mal, die Deutschen liegen mit 15 Siegen knapp vorn. Was nichts daran ändert, dass die Schweizer gern ein wenig verächtlich auf den Nachbarn schauen.

Auch jetzt wird das eigene Team in den Medien als "klarer Favorit" gehandelt, Trainer Patrick Fischer attestiert den Deutschen gegenüber dem Portal "Watson" zwar eine "sehr gute Mannschaft", aber die sei "sicher keine unlösbare Aufgabe".

Das war knapp: Mit einem 2:1 gegen Lettland ist Deutschland bei der Eishockey-WM ins Viertelfinale eingezogen. Dabei profitierte das Team von einem idealen Start.

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Zweimal schafften es die Schweizer schon ins Finale

Dabei waren die beiden über Jahrzehnte auf Augenhöhe, irgendwo in der zweiten Reihe des internationalen Eishockeys. Doch zuletzt haben sich die Schweizer enorm entwickelt. 2013 und 2018 schafften sie es bis ins WM-Finale.

Dass sie ihre Gruppe nun vor Tschechien und Schweden als Zweite abschlossen, ist keine Überraschung. In Timo Meier und Nico Hischier haben sie zwei NHL-Stars dabei. Davon gibt es einige, in Roman Josi gar den "Verteidiger des Jahres", Hischier wurde 2018 an Nummer eins gedraftet.

Schweizer verspotten DEL als "Operettenliga"

Es ist aber vor allem die Schweizer Liga, auf die sie stolz schauen. Die meisten Zuschauer außerhalb der NHL, millionenschwerer TV-Vertrag, wenige, aber starke Ausländer, Gehälter bis zu 800.000 Euro - das Drei- bis Vierfache, was Topspieler in der Deutschen Eishockey Liga bekommen. Die wird gern als "Operettenliga" verspottet. Zweitklassige Ausländer, heißt es da, mäßiges Niveau.

In Deutschland hat man oft neidisch in die Schweiz geschaut und einiges nachgemacht. Umso mehr "wunderte" sich Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), jüngst über deren Reformpläne. Das Vorbild könnte zum Nachmacher werden.

Auf- und Abstieg sollen mehr oder weniger abgeschafft, die Ausländerstellen von vier auf sieben erhöht werden. Das rief Kritiker auf den Plan. Und natürlich diente der alte Rivale als Negativbeispiel. Jonas Hiller von der Spielervereinigung sagte im "Blick": „Deutschland verfolgte eine ähnliche Strategie, litt noch Jahre danach an den Folgen.“

Deutscher Nachwuchs zuletzt gefragter und besser

Die Deutschen haben trotzdem aufgeholt. Dem WM-Silber steht das Olympiasilber gegenüber, Roman Josi der deutsche Ausnahmespieler Leon Draisaitl, Nico Hirschier das Toptalent Tim Stützle. Zuletzt wurden mehr deutsche Talente beim NHL-Draft gezogen als Schweizer. Auch bei der U20-WM im Winter kam die DEB-Auswahl weiter, gewann das direkte Duell.

Da macht sich vor dem WM-Viertelfinale nun auch niemand bange. Deutschland gegen Schweiz, sagt Verteidiger Holzer, "das ist immer 50:50". Das erwartet auch der Bundestrainer: Die Schweizer hätten eine „sehr stabile Mannschaft", sagt Toni Söderholm, aber kleiner macht das die eigenen Ansprüche nicht: "Ein Spiel, dann haben wir die Möglichkeit, um Medaillen zu spielen."

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