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Eishockey | WM in Riga - Auch gegen Finnland mit Selbstvertrauen

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Unter Bundestrainer Söderholm traut sich das deutsche Eishockey-Nationalteam selbst gegen Topteams etwas zu. Das soll auch gegen Finnland zu sehen sein - Söderholms Heimatland.

Toni Söderholm
Gibt die Richtung vor: Eishockey-Nationaltrainer Toni Söderholm.
Quelle: dpa

Es gibt im nordamerikanischen Sport einen alten Spruch: "Not too high, not too low." Soll heißen: Bloß nichts überbewerten, nach Siegen ist nicht alles gut, nach Niederlagen nicht alles schlecht. So verfährt auch Toni Söderholm, der Eishockey-Bundestrainer.

Eishockey-Trainer Söderholm: Umdenken nötig

Seine Mannschaft hatte das dieser Tage nicht ganz verinnerlicht. Beim 2:3 gegen Kasachstan, der ersten Niederlage im vierten WM-Spiel, habe ihr "vielleicht die mentale Kraft gefehlt nach diesem emotionalen Sieg zuvor gegen Kanada". Da brauche es ein grundsätzliches Umdenken.

Siegesserie gerissen: Das DEB-Team kassiert gegen Kasachstan die erste Niederlage bei der WM in Riga.

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"Eishockeydeutschland sollte sich darauf vorbereiten, dass es keine außergewöhnliche Situation ist, dass man Kanada oder eine andere Topnation schlägt, deswegen darf man das nicht größer machen", sagt Söderholm. Man müsse "lernen, dass das nächste Spiel wichtiger ist als das vergangene".

Das nächste Spiel steigt am Samstag (19:15 Uhr), und es ist für den Bundestrainer ein besonderes. Geht es doch gegen Finnland, den aktuellen Weltmeister, und vor allem: Söderholms Heimatland. Auch sein Assistent Ville Peltonen und Torwart-Trainer Ilpo Kauhanen sind Finnen.

WM-Duell gegen die alte Heimat

Da sind die Drähte in die alte Heimat kurz. Söderholm und Peltonen spielten mit mehreren aus dem Betreuerstab der Finnen früher selbst zusammen, mit manchen schon in der Jugend. Man tauscht sich aus, und es ist bei weitem nicht mehr so, dass nur die Deutschen lernen.

Erstmals seit 1996 hat das deutsche Eishockey-Nationalteam bei einer Weltmeisterschaft gegen Kanada gewonnen. Die DEB-Auswahl gewann mit 3:1.

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Olympiasilber, ein NHL-Star wie Leon Draisaitl, Toptalente wie Tim Stützle oder Moritz Seider und nun auch finnische Trainer - "das hat Interesse für das deutsche Eishockey gebracht", sagt Söderholm, der seinen Anteil am Aufschwung hat.

Das gilt für die Taktik, weil er Einflüsse aus vielen Eishockeykulturen vereint, auf harte Arbeit wie auf Puckbesitz setzt. Aber auch vom Auftreten her. Früher seien deutsche Teams "etwas komplexbehaftet zur WM gereist", sagt Kapitän Moritz Müller, nun gebe es "Trainer, die uns das Gefühl geben, dass wir mitspielen können. Und wir sehen, das können wir wirklich." So soll es auch gegen Finnland laufen – mit etwas anderer Aufstellung.

Auf Goalie Niederberger kommt es an

Großartig emotional sei das Spiel für Söderholm nicht. Aber vielleicht müsse er dazu noch mal "meine Mama fragen", scherzte der Bundestrainer. 2019 war das anders, als er in der Slowakei sein WM-Debüt gab und die beste Vorrunde der deutschen Eishockeygeschichte mit einem 4:2 über den späteren Weltmeister krönte. "Ein spezieller Tag", sagte er damals.

Das war das Finnlandspiel im Jahr zuvor auch für Mathias Niederberger. In Dänemark ging der Stern des Torhüters auf. Zwar lag bei seiner WM-Premiere gleich der erste Schuss im Tor, doch danach entnervte er die finnischen NHL-Stars, zeigte 36 Paraden beim 3:2.

39 Paraden gegen Kanada

2019 in der Slowakei machte Niederberger schon vier Spiele, eins besser als das andere. Erst als Philipp Grubauer aus der NHL eingeflogen kam, saß er wieder auf der Bank. Nun ist Grubauer in den Play-offs gefragt, Niederberger ist die Nummer eins. Schon in der Liga war er überragend, führte die Eisbären Berlin zur Meisterschaft.

Das deutsche Eishockey-Nationalteam hat im zweiten WM-Spiel den zweiten Sieg gefeiert. Die DEB-Auswahl besiegte Norwegen mit 5:1.

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Dadurch habe er endgültig das Gefühl, "den Code geknackt zu haben", sagt Niederberger. Das sieht man dem 28-Jährigen an. Vor allem beim 3:1 gegen Kanada mit 39 Paraden. "Mathias hat die Scheiben absorbiert und ein unglaubliche Ruhe ausgestrahlt", lobte Kapitän Müller.

Das wird auch gegen Finnland gefragt sein, denn nach der Niederlage gegen Kasachstan ist die Tabellenführung ist erst mal weg. Weitaus bedeutender: Der Vorsprung auf Rang fünf beträgt nur zwei Punkte. Und nach ihrem historischen Start mit drei Niederlagen kommen auch die Kanadier wieder ran. Hinzu kommt: Die Deutschen haben mit Finnland, USA und Lettland ein hartes Programm. Doch bange macht sich keiner, auch für die Gegner gilt: Nicht größer machen, als sie sind.

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