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Fußball-EM | Eröffnungsspiel - Magische Nächte? Italien träumt wieder

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Der erste Gastgeber der multinationalen EM hat seine Krise überwunden. Italien will im Eröffnungsspiel gegen die Türkei beeindruckende Serien fortschreiben.

Das Stadio Olimpico in Rom von außen.
Im Stadio Olimpico geht's los: Anpfiff des Eröffnungsspiels Türkei - Italien ist am Freitag, 21 Uhr.
Quelle: REUTERS/Alberto Lingria

Die Geschichte spielt mit Italien. Seinen bisher einzigen EM-Titel gewann der viermalige Weltmeister 1968 in Rom - wo nun die verschobene EM 2020 eröffnet wird.

Münzwurf im Halbfinale

Dass 1968 nur vier Nationen an der Endrunde teilnahmen, Italien nach Remis gegen die UdSSR durch den Münzwurf ins Finale kam und dieses gegen Jugoslawien erst im Wiederholungsspiel für sich entschied: geschenkt. Die Zeiten waren eben noch andere.

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von Erik Eggers

Heute präsentiert sich Rom als erster von elf Ausrichtern einer multinationalen EM in Corona-Zeiten. Rund 15.000 Zuschauer sollen zum Eröffnungsspiel zwischen den Gastgebern und der Türkei ins Stadio Olimpico dürfen.

Corona-Pause konnte Italien nicht stoppen

Wie sich die besonderen Umstände auf den Turnierverlauf auswirken werden: Wer weiß es schon? Sagen lässt sich, dass Italien nach der langen Corona-Länderspielpause dort weitermachte, wo es zuvor aufgehört hatte: Mit Siegen, Siegen und noch mehr Siegen.

Die Zahlen sind mehr als eindrucksvoll: Das Team von Trainer Roberto Mancini geht ins Turnier mit einer Serie von 27 Spielen ohne Niederlage - die zweitlängste der Landesgeschichte - und mit einer makellosen Qualifikation mit zehn Erfolgen in zehn Spielen und zuletzt acht Siegen ohne Gegentor: die längste Null seit 1990.

Gianna Nannini lässt grüßen

Ist es da ein Wunder, dass Italiens große Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" die Spieler ermutigt: "Lasst uns träumen!"? Und in Anlehnung an Gianna Nanninis Song für die WM 1990 wieder "notte magiche" einfordert? "Magische Nächte"?

Ein Wunder vielleicht insofern, als Italien ja eigentlich von einer nationalen Schmach kommt. Beim letzten Turnier, der WM 2018, schaffte man nicht mal die Qualifikation. Nationaltrainer Gian Piero Ventura erwies sich dem Amt nicht gewachsen.

Italiens Fußball-Nationalcoach Roberto Mancini beim Länderspiel am 4. Juni gegen Tschechien
Seit er übernommen hat, läuft's: Nationalcoach Roberto Mancini.
Quelle: EPA/Elisabetta Baracchi

Mancini gelingt der Turnaround

Selten hatte ein Trainerwechsel so durchschlagenden Erfolg wie die Verpflichtung Mancinis. Der Ex-Meistercoach von Manchester City hat viel verändert - und trotzdem viel gewonnen. 23 Siege aus 32 Spielen bedeuten bislang den besten Punkteschnitt jemals eines italienischen Nationaltrainers.

Mancini kommt zupass, dass mit Talenten wie dem hoch gehandelten Nicolò Barella (Inter Mailand) lang vermisstes Gestaltungstalent zurückgekommen ist. Aber er hat auch an der Mentalität gearbeitet. Italien spielt nicht mehr so sehr auf Resultat, sondern in einem 4-3-3-System attraktiv nach vorn.

Reicht es auch für die Großen?

Skeptiker weisen allerdings darauf hin, dass Italien während seiner Erfolgsserie, darunter dem Einzug in die Nations-League-Finalrunde 2021, nicht die ganz großen Gegner zu bespielen hatte. Also nicht die Kaliber, die im späteren Stadium einer EM-Endrunde lauern.

Fürs erste hat man mit vier Teams aus den Top 30 der Weltrangliste eine der stärkeren Vorrundengruppen erwischt. Schon der Auftaktgegner ist nicht zu unterschätzen. In der Qualifikation schlugen die Türken den Top-Favoriten Frankreich.

Keine Reise nach Baku

Doch für Italien spricht neben seiner fußballerischen Renaissance auch der Heimvorteil. Vielleicht angesichts der limitieren Zuschauerzahl nicht so sehr akustisch, wohl aber logistisch. Italien bleibt die lange Reise zum anderen Gruppenort Baku erspart, die Türken, Schweizer und Waliser mindestens einmal unternehmen müssen.

Dem Zuschauer dürfte heute aber noch etwas anderes auffallen: Erstmals bei einer Endrunde seit 2002 wird das Tor nicht von Gianluigi Buffon gehütet. Der 43-Jährige hat seinen Platz für den 22-jährigen Gianluigi Donnarumma geräumt.

Routinier Bonucci selbstbewusst

Auch im neuen Italien noch dabei sind dagegen die ewigen Innenverteidiger Leonardo Bonucci (34) und Giorgio Chiellini (36), beide von Juventus Turin. Bonucci formuliert das Turnierziel: "Italien wieder dahin bringen, wo es zu stehen verdient."

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