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Solidaritätswelle für Ringer - IOC "besorgt"

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Im Iran zum Tode verurteilt - Solidaritätswelle für Ringer - IOC "besorgt"

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Der Verein Athleten Deutschland hat zur Solidarität für den zum Tode verurteilten iranischen Ringer Navid Afkari aufgerufen. Auch IOC und DOSB zeigen sich "überaus besorgt".

Archiv: Proteste am 25.06.2018 im Iran
Im Sommer 2018 war es zu massiven Protesten im Iran gekommen.
Quelle: AP

Im Fall des zum Tode verurteilten iranischen Ringers Navid Afkari hat der Verein Athleten Deutschland zur Solidarisierung mit dem Ringer aufgerufen. Die Vereinigung fordert die iranische Justiz dazu auf, die angekündigte Hinrichtung des 27-Jährigen zu stoppen.

Als Athleten- und Sportgemeinschaft müssen wir uns schützend vor ihn stellen. Wenn der friedliche Protest eines Athleten mit Folter und Hinrichtung erwidert wird, dürfen wir nicht schweigen.
Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland


Verbände wie das IOC oder der Ringer-Weltverband sowie ihre Sponsoren müssten "ihren Einfluss nutzen, um Navid vor dem Tod zu bewahren. Ein Land, das Menschenrechte derart mit den Füßen tritt, kann nicht Teil der globalen Sportgemeinschaft sein, die sich der Wahrung der Menschenwürde verschreibt", sagte der Beauftragte für Internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland, Maximilian Klein. Herber forderte: "Wir rufen alle Athletinnen und Athleten dazu auf, sich mit Navid Afkari zu solidarisieren."

IOC und DOSB "überaus besorgt"

IOC-Präsident Thomas Bach zeigte sich von dem Fall "überaus besorgt". Man habe zum Olympischen Komitee des Landes und dem nationalen Ringerverband Kontakt aufgenommen. Diese würden ihr "Äußerstes" tun, um eine Lösung im Fall Afkari zu fördern. Der deutsche Spitzenfunktionär wies allerdings auch darauf hin, dass das IOC die Souveränität und das Justizsystem eines souveränen Landes respektiere.

Auch der Deutsche Olympische Sportbund beobachte "mit größter Sorge die Situation" um den unter zweifelhaften Umständen zum Tode verurteilten Afkari, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Wir schließen uns den weltweiten Forderungen von Politik und Sport an die iranische Führung an, den Vollzug der Strafe auszusetzen und dem Angeklagten einen fairen Prozess als eines der grundlegenden Menschenrechte zu gewähren."

In den vergangenen Tagen hatte bereits die Ringerwelt zu Protesten gegen das Todesurteil aufgerufen. Der dreimalige Weltmeister Frank Stäbler schrieb auf Instagram: "Die Ringer-Familie und die globale Sport-Gemeinschaft stehen hinter ihm. Wir kämpfen zusammen, um für Navid und seine Familie Gerechtigkeit zu bekommen. Rettet Navid Afkari."

Mord-Geständis unter Folter?

Afkari hat nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Sein Geständnis sei durch Folter erzwungen worden, führen Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen an.

Das Geständnis sowie Aufnahmen der angeblichen Tat wurden im iranischen Staatsfernsehen sowie im Videoportal Aparat gezeigt. Afkari wurde daraufhin zu Tode verurteilt. Seine beiden Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen.

Das Urteil ist vom obersten Gerichtshof des Landes bestätigt worden und somit rechtskräftig. Es soll aber erst in sechs Jahren vollstreckt werden.

Trump twittert

Auch weltweit war das Todesurteil auf Empörung gestoßen. Mit der Kampagne "Rettet Navid Afkari" wurde diese kanalisiert. Selbst US-Präsident Donald Trump forderte den Iran in einem Tweet dazu auf, Afkari nicht hinzurichten.

Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, zeigte sich über das Todesurteil entsetzt. "Ich appelliere an die Verantwortlichen in Iran, die Todesstrafe gegen Navid Afkari auszusetzen und ihm, wie auch seinen Brüdern Vahid und Habib, ein faires Gerichtsverfahren zu ermöglichen, das rechtsstaatlichen Grundsätzen entspricht. Dazu gehört, dass Geständnisse nicht unter Folter erzwungen werden!", teilte Kofler mit.

Iran weist Kritik zurück

Die iranische Justiz wies Kritik am Todesurteil gegen Afkari zurück. Afkari habe einen Menschen ermordet und das Urteil gegen ihn im Iran laute nicht Todesstrafe, sondern "Ghissas", sagte ein Justizsprecher laut Nachrichtenportal Alef. "Ghissas" ist im islamischen Recht das Prinzip der Wiedervergeltung, Blutrache oder Auge um Auge.

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