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Ultras drohen mit Spielabbrüchen

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Nach Fanprotesten gegen Hopp - Ultras drohen mit Spielabbrüchen

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Der Streit zwischen Ultras und dem DFB eskaliert: Die Fans drohen mit provozierten Spielabbrüchen, sollte der Verband seine Kollektivstrafen nicht abschaffen.

Archiv: Dortmunds Ultras zeigen ein Logo des Deutschen Fußballverbandes DFB im Fadenkreuz während des Deutschen Bundesliga Fußballspiels zwischen Borussia Dortmund und SC Freiburg in Dortmund am 29.02.2020
Bisher scheint kein Ende der Fanproteste in Sicht zu sein.
Quelle: AP

Mit einer ultimativen Forderung an den Deutschen Fußball-Bund und der Ankündigung weiterer Proteste bis hin zu möglichen Spielabbrüchen haben Ultras aus ganz Deutschland im Streit um Kollektivstrafen die nächste Eskalationsstufe gezündet.

"Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen", kündigte der Zusammenschluss "Fanszenen in Deutschland" am Freitag in einer Erklärung an.

Fanvertreter kritisieren Entscheidung des DFB-Sportgerichts

Die Gruppierungen fordern vom Deutschen Fußball-Bund die Abschaffung von Kollektivstrafen und die "sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse", heißt es in der Stellungnahme weiter. "Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen."

Das DFB-Sportgericht hatte eine Bewährung für die Fans von Borussia Dortmund wegen fortgesetzter Schmäh- und Hassplakate gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp unlängst aufgehoben und alle Dortmunder Anhänger für die nächsten zwei Jahre von den Bundesligaspielen ihres Clubs in Sinsheim ausgeschlossen. "Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB", kritisierten die Fanvertreter die Entscheidung.

Ultras werfen DFB Zensur vor

Die Ultras werfen dem DFB zudem Zensur vor, weil es zuletzt auch wegen Plakaten ohne beleidigenden Inhalt zu Spielunterbrechungen gekommen war. Unter dem neuen Präsidenten Fritz Keller habe sich "nichts zum Positiven verändert". Vielmehr "sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs (Hopp/Anm.) sämtliche Diskriminierungen und Beleidigungen sanktioniert werden", kritisieren sie. Dem DFB wird vorgeworfen, kein "ernsthaftes Interesse an einem Dialog" zu haben.

Kritik gab es auch von Union Berlins Präsident Dirk Zingler. "Ich glaube, der DFB hat in den vergangenen Jahren seine natürliche Autorität verloren", sagte der 55-Jährige in einem Interview mit der "Welt".

Der DFB hat den Kontakt zu und das Verständnis für die Mehrheit der Fußballfans, insbesondere der Stadionbesucher, verloren.
Union Berlins Präsident Dirk Zingler

Union-Berlin-Präsident Zingler sieht Verantwortung bei Vereinen

Seiner Ansicht nach ist der DFB aber der falsche Ansprechpartner in dem Konflikt, weil er die Probleme nicht lösen könne. Es sei vielmehr die "ureigenste Aufgabe der Vereine, mit den Fanszenen und den Zuschauern ein vernünftiges Miteinander zu organisieren. Ich denke, dass der DFB vom Vereinsfußball lernen kann", sagte Zingler.

Die Fans ermahnte er gleichwohl, dass es inakzeptabel sei, Menschen bei ihren Protesten zu diffamieren. Nach der unmissverständlichen Kampfansage der Fanszene schwinden nun die zarten Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität auf den Rängen der Bundesliga-Stadien, die durch eine erste Annäherung zwischen DFB, DFL und Fanvertretern genährt worden waren.

Verbände wollen für mehr Handlungssicherheit sorgen

Bei einem längeren Gespräch am Donnerstag in Frankfurt hätten die Vertreter der Dachorganisationen des deutschen Fußballs angekündigt, "für den kommenden Spieltag für höhere Handlungssicherheit sorgen zu wollen, zum Beispiel durch eine bessere Information der Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen. Aber auch der Öffentlichkeit", hatte das Bündnis "Unsere Kurve" danach mitgeteilt.

DFB und DFL hatten sich bis Freitagnachmittag nicht zu den Ergebnissen des Treffens geäußert. Ein großer Teil der Fanszene setzt im Kulturkampf um den Fußball aber offenbar eher auf Konfrontation als Kompromisse. "Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte", behaupteten die Vertreter der "Fanszenen in Deutschland" in ihrem Statement. "Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte."

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