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Kongress in Doha : FIFA-Show zwischen Krieg und Menschenrechten

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Beim FIFA-Kongress in Doha wird Katar offen kritisiert, der ukrainische Verbandschef spricht per Video in Schutzweste - während Russland zu Gast ist.

Gianni Infantino am 31.03.2022 in Doha
Gianni Infantino beim FIFA-Kongress in Doha.
Quelle: dpa

FIFA-Chef Gianni Infantino lächelte am Ende des FIFA-Kongresses am Donnerstag in den gewaltigen Kongresssaal von Doha. Es wirkte, als hätte es die eindrücklichen Bilder und die emotionalen Worte des ukrainischen Verbandspräsidenten Andrij Pawelko in schusssicherer Weste aus dem Kriegsgebiet nie gegeben. Pawelko sprach vom "Horror des Kriegs" und appellierte in seiner Videobotschaft:

Wir möchten keinen Luftalarm hören, wir wollen wieder Fangesänge. Wir wollen wieder volle Stadien statt zerbombter Städte.
Ukrainischer Verbandspräsident Andrij Pawelko

Russischer Verband nicht ausgeschlossen

Anders als die russische Delegation hatte Pawelko die Reise nach Doha nicht antreten können. Der Ausschluss russischer Teams wurde zwar bereits am Vortag durch das FIFA-Council bestätigt, Sanktionen für den russischen Verband gab es aber nicht.

Nachrichten | heute - Ukraine: Fußballchef will wieder Fangesänge 

Der ukrainische Verbandspräsident Andrij Pawelko hat beim Kongress des Fußball-Weltverbandes FIFA mit emotionalen Worten Frieden gefordert.

Videolänge

Die Weltlage und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sprach Infantino erst während seiner zweiten Rede auf dem Kongress an. Die Corona-Pandemie sei fast überwunden. "Was passiert jetzt? Krieg", sagte der Schweizer. "Ein Krieg mit der Angst vor einem globalen Konflikt - mit diesen schrecklichen Ereignissen in der Ukraine. Aber es gibt schreckliche Kriege und Konflikte auch in anderen Teilen der Welt, das dürfen wir nicht vergessen. Orte, wo hilflose Menschen leiden und sterben", so Infantino.

Norwegens Verbandschefin kritisiert WM-Vergabe

Pawelkos Worte waren nicht der einzige bemerkenswerte Moment bei diesem FIFA-Kongress. Auch in der Diskussion um die schwierige Menschenrechtslage im WM-Gastgeberland Katar übte Norwegens Verbandschefin Lise Klaveness deutliche Kritik:

Die WM wurde von der FIFA auf eine inakzeptable Art und Weise vergeben, und das hatte inakzeptable Folgen.
Norwegens Verbandschefin Lise Klaveness

Klaveness weiter: "Menschenrechte, Gleichheit, Demokratie und das Kerninteresse des Fußballs waren bei der Vergabe nicht in der Startelf. Diese Basisrechte wurden vom Feld auf die Ersatzbank geschoben."

Der neue DFB-Präsident Bernd Neuendorf begrüßte die offenen Worte von Klaveness und will sich in Doha selbst ein Bild machen:

Der Deutsche Fußball-Bund taucht nicht ab bei dem Thema.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Apropos WM: Beim Streitthema "WM alle zwei Jahre" ruderte Infantino zurück. Die FIFA und er hätten dies ja niemals vorgeschlagen, nun sei die Phase, "Kompromisse zu schließen", sagte Infantino. Er hatte zuvor immer wieder offensiv für die Pläne geworben und dafür viel Gegenwind erhalten. Am Ende verkündete Infantino noch, dass er sich im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen wolle - es wäre seine dritte und letzte Amtszeit.

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