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Formel 1 - GP von Ungarn - Ferraris größte Baustellen

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Vor dem dritten Grand Prix der Formel 1 in Budapest ist klar: Ferrari erlebt eine absolute Katastrophen-Saison, ist nur noch Mittelfeld-Team. Aber wo liegen die Fehler?

Die Box von Ferrari beim Grand Prix in Spielberg
Nichts als Probleme: Ferrari kann in dieser Formel-1-Saison mit der Spitze nicht mithalten.
Quelle: AP

Das Führungspersonal

Teamchef Mattia Binotto machte bis Ende 2018 als Technikchef einen guten Job. In seiner neuen Rolle gab er die Leitung der Technikabteilung aber nie ab - und die Doppelrolle ist nach Ansicht vieler Experten von Marc Surer bis Ralf Schumacher zu viel für ihn.

"Er wirkt deutlich überfordert, weil er sich um zu viele Baustellen auf einmal kümmern muss", sagt Surer. Sebastian Vettel sah das Ende 2018 kommen und wollte den Deutschen Andreas Seidl, den er aus seinen Anfängen bei BMW gut kennt, zu Ferrari holen. Das wurde von Ferrari aber auf oberster Ebene abgelehnt. Seidl ging zu McLaren, leistet dort heute  tolle Arbeit - das Team ist inzwischen an Ferrari vorbeigezogen.

Die Technik 

Zwei Jahre lang bewegte sich Ferrari mit, um es vorsichtig auszudrücken, sehr gewagten Regelauslegungen im Antriebsbereich in immer dunkelgraueren Bereichen. Als man es 2019 übertrieb, musste die FIA, die lange Zeit eine schützende Hand über die Machenschaften gehalten hatte, doch eingreifen. Ferrari musste für 2020 zurückbauen. Das Ergebnis: Statt 0,5 Sekunden Zeitgewinn auf den Geraden jetzt 0,7 Sekunden Zeitverlust.

Das ganz große Problem für die Scuderia: Um in der derzeitigen Corona-Situation die Kosten für alle zu senken, ist der Antrieb durch das Reglement bis einschließlich 2021 praktisch komplett eingefroren, größere Änderungen sind unmöglich.

Dadurch wird der derzeitige Nachteil mindestens noch ein Jahr bestehen bleiben. Was nicht auszugleichen ist, selbst wenn es gelänge, mit dem Auto an sich signifikante Fortschritte zu machen.

Die Fahrer

Zwei Top-Piloten in einem Team zu managen ist für keinen Teamchef eine leichte Aufgabe. Binotto gab Charles Leclerc aber schon im Laufe der Saison 2019 mehr als einmal deutlich zu verstehen, dass er sich sehr viel herausnehmen dürfte, ohne mit Kritik rechnen zu müssen.

Dass er auch dafür sorgte, dass bei der Entwicklung des Autos deutlich mehr auf den jungen Monagassen als auf den erfahrenen Vettel gehört wurde, musste zu Missstimmungen führen. Vettel verlor immer mehr das Vertrauen in sein Team, fühlte sich nicht willkommen. Darunter litt auch seine Leistung.

Der Teamgeist

Binotto trat Anfang 2019 mit dem Anspruch an, das Klima bei Ferrari zu verbessern. Unter seinem Vorgänger Maurizio Arrivabene hatte zumindest in den letzten zwei Jahren von dessen Amtszeit die altbekannte, ungesunde Ferrari-Kultur geherrscht.

Einerseits immer ein bisschen chaotisch, andererseits aber auch von Druck und Angst geprägt, so dass viele Mitarbeiter eher aus Sorge um ihren Job den Kopf einzogen, anstatt offen auf Fehlentwicklungen hinzuweisen. In den allerersten Monaten schien das auch zu funktionieren, doch kaum blieben die erhofften Erfolge auf der Strecke aus, waren die alten Muster wieder da.

Der kanadische Fahrer Lance Stroll (vorne) vom Team Aston Martin vor dem deutschen Fahrer Mick Schumacher vom Haas F1 Team auf der Strecke.

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