Grand Prix Singapur: Perez siegt - Titelentscheidung vertagt

    Formel-1-Grand-Prix in Singapur:Perez siegt - Titelentscheidung vertagt

    |

    Mit einem ungefährdeten Sieg beim Grand Prix von Singapur hat Sergio Perez die Titelentscheidung in der Formel 1 vertagt. Der WM-Führende Max Verstappen landete auf Rang sieben.

    Sergio Perez beim Grand Prix in Singapur
    Sergio Perez in Singapur
    Quelle: reuters

    Max Verstappen hat seine erste Titelchance nicht genutzt, kann trotz eines verkorksten Rennens aber schon in einer Woche zum zweiten Mal Formel-1-Weltmeister werden. In Singapur wurde der Niederländer nach zuvor fünf Siegen nacheinander nur Siebter und war beim Triumph seines mexikanischen Red-Bull-Kollegen Sergio Perez chancenlos.
    Dieser darf seinen Sieg auch behalten. Zwar erhielt er eine Fünf-Sekunden-Strafe. Das reichte jedoch nicht, damit der 32-Jährige einen Platz verliert. Perez habe sich hinter dem Safety-Car zu weit zurückfallen lassen, erklärte die FIA. Es sollen bis zu zehn Wagenlängen gewesen sein, erlaubt sind aber nur maximal fünf.
    Die Plätze zwei und drei sicherten sich die Ferrari-Fahrer Charles Leclerc und Carlos Sainz.

    Für Max wäre es schön, wenn er es in Japan klarmachen kann. Das wäre auch ein fantastischer Tag für Honda.

    Sergio Perez, Red-Bull-Pilot

    Vettel-Abschied in Singapur mit Rang acht

    In der Gesamtwertung führt Verstappen (341 Punkte) nach 17 von 22 Rennen weiterhin komfortabel vor Leclerc (237). Die erfolgreiche Titelverteidigung könnte Verstappen am kommenden Sonntag in Suzuka perfekt machen.
    Sebastian Vettel steuerte seinen Aston Martin ohne größere Zwischenfälle auf Platz acht und sicherte sich die erhofften Punkte. Mick Schumacher landete im Haas-Rennwagen auf Rang 13 und ging als Vorletzter erneut leer aus.

    Perez setzt sich schnell an die Spitze

    Erst mit mehr als einer Stunde Verspätung ging es auf die immer noch sehr nasse Strecke. Heftiger Regen hatte für eine Verzögerung gesorgt, zeitweise hatte es so geschüttet, dass an ein normales Rennen nicht mehr zu denken war.
    Als der Grand Prix nach einer deutlichen Besserung freigegeben wurde, verlor Leclerc seinen ersten Startplatz schnell. Perez kam am besten weg und übernahm die Spitze. Verstappen hingegen legte verhalten los und fiel von Rang acht auf zwölf zurück.
    Im schmalen Betonkanal von Singapur ist das Überholen herausfordernd. Vor allem, wenn es zusätzlich noch nass ist. Verstappen mühte sich trotzdem Stück für Stück durch das Feld und war nach fünf Runden schon Neunter. Vettel kam schnell von Rang 14 auf acht nach vorne.

    Formel 1 verliert einen Großen
    :Sebastian Vettel sagt Good bye

    Sebastian Vettel hat im Leben jetzt andere Ziele - die Formel 1 ist für ihn zu klein und "langsam" geworden.
    von Karin Sturm
    Sebastian Vettel am 03.07.2022 in Silverstone

    Schwierige Bedingungen überschatten das Rennen

    Auch wenn es zu Rennbeginn längst zu regnen aufgehört hatte, blieben die Bedingungen schwierig. An der Spitze störte das Perez nicht, verfolgt von Leclerc setzte sich das Duo mit mehr als sieben Sekunden ab. Verstappen hatte bereits knapp 30 Sekunden Rückstand, als das Safety-Car das erste Mal rausmusste.
    Williams-Pilot Nicholas Latifi hatte Guanyu Zhou im Alfa Romeo übersehen und so für das vorzeitige Aus des Chinesen gesorgt. Gut war das für Verstappen, der sich nach der erneuten Freigabe des Rennens leichter nach vorne arbeiten konnte.
    Erst schnappte sich der Titelverteidiger Vettel, dann Pierre Gasly - und war schon Siebter. An Fernando Alonso, der in seinem 350. Grand Prix zum Fahrer mit den meisten Formel-1-Rennstarts aufstieg, kam er dann jedoch nicht so einfach vorbei. Erst als Alonsos Motor streikte und der Spanier ausschied, war das Problem gelöst.

    Leclerc riskiert viel - ohne Erfolg

    Abflüge in die Streckenbegrenzung von Alexander Albon und Esteban Ocon brachten weitere Verzögerungen, sodass es kaum einen richtigen Rennfluss gab. Auch Lewis Hamilton kam als Vierter vom Kurs ab und lag plötzlich mit defektem Frontflügel direkt vor Verstappen. Ferrari riskierte viel, als Leclerc nach 35 Runden als Erster aus der Spitzengruppe auf Medium-Trockenreifen wechselte, kurz darauf zogen auch Perez und Verstappen nach.
    Red Bull-Fahrer Max Verstappen aus den Niederlanden während des Formel-1-Grand-Prix von Singapur
    Max Verstappens Aufholjagd endet bei Rang sieben
    Quelle: ap

    Mit den neuen Pneus wäre der Grand Prix für Verstappen dann schnell fast vorbei gewesen. Auch er rutschte mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke, ruinierte sich dabei die Reifen und fiel wieder auf Rang 13 zurück. Teamkollege Perez musste sich gegen den kämpferischen Leclerc wehren und war damit bis zum Schluss erfolgreich, Verstappen schaffte es schließlich gerade noch so in die Punkteränge.
    Quelle: dpa/sid

    Mehr zur Formel 1