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Wachablösung in der Formel 1? - Red Bull glänzt - Silberpfeile angekratzt

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Heißt der Formel-1-Weltmeister diesmal nicht Hamilton? Die Chancen auf einen heißen Titelkampf stehen gut - auch wenn noch nicht einmal Saisonhalbzeit ist.

Max Verstappen und Lewis Hamilton am 20.06.2021 beim Grand Prix in Frankreich
Max Verstappen im Red Bull (li.) führt die WM-Wertung mit 156 Punkten momentan an vor Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes (138)
Quelle: Reuters

Die Formel 1 ist endlich wieder richtig spannend. Nach Jahren der Dominanz von Mercedes und Lewis Hamilton haben Red Bull und Max Verstappen zumindest aufgeschlossen, im Moment sogar eher ganz leicht die Oberhand.

Die Gründe dafür sind vielfältig, reichen von Technik über Fahrer bis zur Psychologie.

Das Auto: Vorteil Red Bull

Dass die Regeländerungen für 2021 im Heckbereich den Mercedes mit seinem flacheren Anstellwinkel stärker trafen als den Red Bull, ist seit Saisonbeginn klar. Auch wenn man bei den Silberpfeilen die anfangs massiven Probleme doch schnell in den Griff bekam.

Doch der Red Bull produziert grundsätzlich durch das Chassis mehr Abtrieb, was bedeutet, dass man mit kleinerem Heckflügel fahren kann und so mehr Top-Speed auf der Geraden erzielt, ohne in den Kurven Zeit zu verlieren.

Max Verstappen jubelt.
Herausforderer Max Verstappen
Quelle: ap

Der Motor: Honda gibt Gas

Honda hat in dieser Saison deutlich zugelegt, vor allem die zweite Motorengeneration 2021, seit Baku im Einsatz, hat offensichtlich noch einmal einen Sprung nach vorne gebracht. Was von Mercedes-Seite ja immer wieder mit entsprechenden Bemerkungen kommentiert wird, die sich als Verdacht auf nicht ganz saubere Vorgänge interpretieren lassen. Denn schließlich ist die Motorenentwicklung ja eigentlich eingefroren.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Gewisse Verbesserungen zur Steigerung der Zuverlässigkeit sind erlaubt. Wenn man mehr Zuverlässigkeit erreicht hat, kann man dann eben auch in Sachen Leistung länger und näher an die Grenzen der Triebwerke gehen, was den Schritt nach vorne erklären würde.

Der zweite Fahrer: Perez in Lauerstellung

Nach Jahren hat Red Bull mit Sergio Perez neben Max Verstappen einen zweiten Fahrer, der konstant an der Spitze mitmischen kann, desöfteren sogar besser als Valtteri Bottas, die langjährige Nummer zwei bei Mercedes. Das gibt den "Bullen" deutlich mehr Möglichkeiten im Bereich der Strategie, denn der Mexikaner kann erfolgreich die Kreise der Mercedes-Piloten stören.

Außerdem ist er gut genug, dann da zu sein, wenn Verstappen ein Problem hat – wie beim Reifenplatzer des Holländers in Baku.

Die Entwicklung: Mercedes hat 2022 im Blick

Angesichts der massiven Regeländerungen ab 2022 konzentriert sich Mercedes schon jetzt fast komplett auf die Zukunft, die gesamte Entwicklungsabteilung ist bereits auf das 2022er Auto fokussiert. Laut Teamchef Toto Wolff soll es für den diesjährigen Boliden praktisch keine neuen Teile mehr geben.

Es kommen höchstens noch ein paar Kleinigkeiten, die schon vor Wochen im Windkanal getestet wurden. Red Bull dagegen wittert die große Chance, zum ersten Mal seit 2013, damals mit Sebastian Vettel, wieder einen Titel zu holen. Und bringt damit zumindest für einige Zeit, mit Sicherheit wohl bis zur Sommerpause, immer wieder Neuerungen.

Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton. Archivbild
Titelverteidiger Lewis Hamilton
Quelle: Michael Dodge/AAP/dpa

Die Psychologie: Hamilton mit Ausrutscher

Einen wirklich gleichwertigen Gegner zu haben, hart kämpfen zu müssen. Das war man seit Beginn der Hybrid-Ära 2014 bei Mercedes nicht mehr gewohnt. Es zeigt sich: Unter Druck macht auch das bis jetzt so gefestigte Traumteam Fehler. Lewis Hamilton leistete sich bereits den ein oder anderen Ausrutscher, Boxenstopps gehen schon mal schief, die Strategie ist nicht immer optimal.

Wir müssen uns steigern - aber das können und werden wir. Es ist noch lange nicht vorbei.
Mercedes-Sportchef Toto Wolff

Bei Red Bull dagegen - und auch bei Max Verstappen - sorgt die Erfolgssträhne für noch mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein. Red-Bull-Motorsport-Koordinator Helmut Marko warnt aber bei allem Optimismus: "Ein Selbstläufer ist das noch nicht. Es kommen auch Strecken, wo Mercedes wieder stärker sein wird. Und gegen Ausfälle ist man auch nie gefeit."

Am Sonntag, 4. Juli, startet mit dem Großen Preis von Österreich das zweite Saisonrennen in Spielberg.

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