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Gesellschaftliche Verantwortung - Das Dilemma der Formel 1 mit Saudi-Arabien

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Formel 1 in der Golf-Region: Während die Debatte um Bahrain abgeflaut ist, wirft Saudi-Arabien - ab 2021 im Programm - die Frage nach Menschenrechten neu auf.

Die Rennstrecke in Bahrain
Schauplatz der Formel 1 am kommenden Wochenende: Die Rennstrecke in Bahrain.
Quelle: dpa

Vor ein paar Jahren, nach den dortigen Unruhen, war es Bahrain, das im Mittelpunkt der politischen Debatte stand: Darf die Formel 1 in einem Land Rennen fahren, wo Menschenrechte verletzt werden?

Bahrain 2011 abgesagt

2011 war das Rennen aufgrund der unsicheren Lage sogar abgesagt worden, bei der Rückkehr 2012 protestierten Menschenrechtsorganisationen und zumindest Teile der dortigen Opposition massiv gegen die Austragung, die unter massiven Sicherheitsmaßnahmen mit ständiger Militärpräsenz auch auf den Zufahrtsstraßen zur Strecke stattfand.

Ganz einig war man sich aber damals auch in Oppositionskreisen nicht. Es gab da auch Stimmen, die der Meinung waren, gerade durch die Anwesenheit der Formel 1 bestehe die Möglichkeit, das Thema und die kritische Lage in die Weltöffentlichkeit zu bringen, die sonst kaum Aufmerksamkeit bekäme.

Hauptgrund: 60 Millionen Dollar Antrittsgeld

Die Diskussion um Bahrain ist inzwischen abgeflaut - doch jetzt steht schon der nächste Golfstaat im Blickfeld: 2021 wird die Formel 1 in Saudi-Arabien antreten. Schon jetzt gab es lauten Protest von Amnesty International:

Die Formel 1 sollte sich bewusst sein, dass ein Saudi-Grand-Prix 2021 Teil eines fortwährenden Plans ist, die katastrophale Menschenrechtssituation reinzuwaschen.
Amnesty International

Das saudische Königshaus wehrt sich: "Wir sind doch auf dem Weg, uns zu öffnen, Dinge zu verändern. Kommt erst einmal in unser Land, schaut euch alles an. Vor dem Formel-E-Rennen waren einige Teams auch sehr skeptisch, BMW wollte erst gar nicht kommen. Nachdem sie da waren, haben die meisten ihre Meinung geändert", so Prinz Khalid-bin-Sultan Al Faisal, auch Chef des saudischen Motorsport-Verbandes.

Sinneswandel von Formel-1-Boss Carey

Die Formel-1-Verantwortlichen - ob damals Bernie Ecclestone und die FIA oder heute Liberty Media und die FIA - würden am liebsten Politik und Sport ganz trennen. Speziell natürlich in Ländern, wo es eine Menge Geld zu verdienen gibt.

Noch-Formel-1-Boss Chase Carey, der sich in der Phase der Machtübernahme von Ecclestone noch sehr kritisch dem damals neuen Rennen in Baku gegenüber geäußert hatte, sieht jetzt in dem kommenden Nacht-GP in Jiddah kein Problem mehr. 60 Millionen Dollar soll der GP den Saudis wert sein - pro Jahr. Insgesamt habe der Mehrjahres-Deal einen Wert von 900 Millionen Dollar.

Schwierige Situation für gesellschaftlich engagierte Fahrer

"Dass das der Hauptgrund ist, warum wir dahin gehen, muss schon klar sein", sagt auch Sebastian Vettel. Der gehört zu den Fahrern in der Formel 1, die sich nicht nur mit ihrem Auto und dem Rennsport, sondern auch mit dem Weltgeschehen und aktuellen Problemen beschäftigen - und die auch gesellschaftliches Engagement zeigen.

Zuletzt in der Türkei trat er mit einem Regenbogen-Helm an, um gezielt dort für "Diversity" zu werben - was sehr viel Aufmerksamkeit erregte. Seine Popularität "und die Reichweite der Formel 1 zu nutzen, um auf Probleme hinzuweisen", wird für ihn im Laufe der Zeit immer wichtiger.

Dass er sich da mit dem Thema Saudi-Arabien wird auseinandersetzen müssen, ist ihm durchaus bewusst - auch wenn bis dahin noch ein Jahr Zeit ist.

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