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Neustart durch Coronakrise diktiert

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Neustart durch Coronakrise diktiert

Mit fast vier Monaten Verzögerung geht die "neue" Formel 1 los. Fans und Fahrer müssen sich mächtig umgewöhnen. Das Coronavirus diktiert beim Saisonstart in Österreich den Ablauf.

Die Rennstrecke in Spielberg am 30.06.2019
Der Neustart der Formel 1 steht im Schatten der Coronakrise, die das Regelwerk bestimmt
Quelle: DPA

Wenn Sebastian Vettel am Wochenende in seine womöglich letzte Formel-1-Saison startet, dürfte sich der viermalige Weltmeister ein wenig vorkommen wie früher auf der Kartbahn. Das zuweilen einem Bienenstock gleichende Fahrerlager wird ihm wie ausgestorben vorkommen. Keine VIPs, die ihre bunten Getränke schlürfen, kaum Journalisten, die neugierige Blicke in die Boxen werfen.

Abkehr von der Show wegen Corona

Eigentlich paradiesisch für einen Motorsport-Puristen wie Vettel, der das Drumherum oft als lästige Begleiterscheinung seines Berufs empfindet. Davon ist der Ferrari-Pilot bis auf Weiteres "befreit", doch der Anlass für die Abkehr von der Show ist ernst.
Masken, Abstandsregeln, Coronatests und leere Tribünen sind in Zeiten der Pandemie die Realität im Sport und damit auch in der Formel 1, die am Sonntag (15.10 Uhr) auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg mit 112 Tagen Verzögerung und so spät wie nie in ihre Saison startet.

Hockenheimring aus der Luft

Formel-1-Kalender steht -
Kein Rennen in Hockenheim
 

Der Zeitplan der Formel-1-Saison ist fix. Los geht es wie geplant am 5. Juli. Hockenheims Hoffnungen, als Ersatz einzuspringen, haben sich zerschlagen.

Die Teams, die jeweils von den anderen Rennställen abgeschottet in unterschiedlichen Hotels leben werden, müssen ihre Mitarbeiterzahl an der Strecke drastisch reduzieren. TV-Rechteinhaber wie RTL und Sky berichten notgedrungen aus der Heimat, der Medientross vor Ort ist auf ein Minimum eingestampft. Streckenposten oder Rettungskräfte hingegen bleiben selbstredend systemrelevant für den Formel-1-Betrieb.

Siegerehrung ohne Champagnerduschen

Dafür wird es keine Champagnerdusche bei der Siegerehrung geben. Das Ballyhoo in der Startaufstellung entfällt ebenso wie die Fahrerparade - für wen sollte sie auch stattfinden, wenn keine Zuschauer vor Ort sind.

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Viele Fragen nach der Zukunft in der Formel 1
 

Im 70. Jahr ihres Bestehens befindet sich die Formel 1 auf dem Prüfstand. Wie steht es um gesellschaftlichen Wert und Zukunftsfähigkeit? Die Corona-Krise schlägt alte Wunden auf.

von V. Grube und M. Ruhnke
Videolänge:
20 min

Auch die Arbeit an den Rennwagen wird sich grundlegend verändern. Das Einhalten der vorgeschriebenen Abstände verkompliziert vor allem die Arbeit der Mechaniker. Jede normalerweise routinemäßige Reparatur könnte zum GAU werden, weil mehr Zeit eingeplant werden muss. Passend dazu äußert sich auch Andy Green, Technischer Direktor bei Racing Point.

Es darf nur eine gewisse Zahl an Teammitgliedern zur gleichen Zeit am Auto arbeiten. Das begrenzt die Geschwindigkeit, mit der du zum Beispiel die Power Unit wechseln kannst.
Andy Green, Technischer Direktor bei Racing Point

All diese Einschränkungen setzen der Formel 1, in Zeiten der Klimaschutz-Debatte ohnehin angezählt, weiter zu. Doch sämtliche Parteien nehmen dies in Kauf, immerhin steht die Existenz mehrerer Teams und damit der Fortbestand der gesamten Serie auf dem Spiel.
Acht Renntermine bis Anfang September sind bislang bestätigt. 15 Grand Prix müssen mindestens gefahren werden, damit die Formel 1 nicht mit den TV-Anstalten nachverhandeln muss.

Um diese magische Zahl irgendwie zu erreichen, wird vieles in Kauf genommen. So ist weiterhin nicht ausgeschlossen, dass die WM entgegen der ursprünglichen Pläne auch im Herbst noch in Europa und nicht in Asien oder Amerika fortgesetzt wird.

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