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Frauenfußball-Bundesliga - Rote Zahlen, die Hoffnung geben

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Der DFB gestattet zum ersten Mal einen Blick in die Bilanzen der Frauen-Bundesligisten. Die Zahlen wirken beunruhigend, aber nur auf den ersten Blick.

Pernille Harder und Alexandra Popp (r.) jubeln nach dem Gewinn des DFB-Pokals
Große Frauenteams wie der VfL Wolfsburg - hier Pernille Harder und Alexandra Popp (rechts) - machen Verluste, werden aber vom Dachverein gestützt.
Quelle: imago

Mehr als 30 Jahre lang hat die Frauenfußball-Bundesliga die Geldflüsse eher im Geheimen gehalten. Gehälter und Ablösesummen, Etats oder Erträge - darüber konnte immer nur spekuliert werden. Nun hat der DFB erstmals einen Saisonreport veröffentlicht - und hier fehlten die wirtschaftlichen Eckdaten nicht.

Im Schnitt eine Million Euro Minus

Vordergründig wirken die Ergebnisse beunruhigend: Zwar erwirtschaften die zwölf Frauen-Bundesligisten im Schnitt Erlöse in Höhe von 1,1 Millionen Euro (Höchstwert der Geschichte). Davon stammen nach ZDF-Informationen 330.000 Euro aus der zentralen DFB-Vermarktung. Aber: Die Gesamtaufwendungen pro Verein betragen im Schnitt 2,1 Millionen.

Die Minusergebnisse sind keine roten Zahlen, sondern eine harte Währung: nämlich gut angelegtes Geld.
Siegfried Dietrich, Sprecher der Frauen-Bundesligen

Die negativen Ergebnisse entstehen nicht in den reinen Frauenfußballvereinen wie Turbine Potsdam oder SGS Essen (die machen sogar im Schnitt 192.000 Euro Gewinn), sondern in den Lizenzvereinen, vor allem bei den führenden Klubs VfL Wolfsburg und FC Bayern.

Große Klubs, hohe Gehälter

Diese Vereine investieren durchschnittlich knapp 1,2 Millionen Euro für die Gehälter der Spielerinnen. Liga-Sprecher Siegfried Dietrich ist selbst überrascht, "wie hoch das Gehaltsgefälle bei Spielerinnen gleicher Qualität ist".

Die Etats sind über die bekannten Marken aus der Männer-Bundesliga - dazu gehören auch die TSG Hoffenheim, SC Freiburg, Bayer Leverkusen, Werder Bremen und neuerdings Eintracht Frankfurt - gedeckt.

Wird Frauenfußball-Abteilung zur Pflicht?

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will nun über die Verpflichtung diskutieren, wonach jeder Lizenzverein eine Frauen- und Mädchenfußballabteilung unterhalten muss. So etwas hatte beispielsweise DFB-Präsident Fritz Keller schon öfter gefordert.

Anstrengungen der Säumigen gibt es schon: Borussia Dortmund will sein Frauenteam ab Sommer behutsam aufbauen, der VfB Stuttgart setzt sich mit einer Petition zweier elfjährigen Mädchen auseinander, die den Verein ermuntern wollen, hier aktiv zu werden.

Equal Pay, auf jeden Fall - aber man müsse auch an Equal Play denken, sagt Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Interview mit Tibor Meingast - und appelliert auch an eine bessere Vermarktung des Frauenfußballs.

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Frauenfußball "größter Wachstumsmarkt"

Für Dietrich, zugleich auch Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, bilden die Frauen "den größten Wachstumsmarkt im Fußball" überhaupt. Die gesellschaftliche Reputation mit einem glaubwürdigen Engagement für beide Geschlechter zu steigern, ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Auch bei Image und Marketing helfen starke Frauen-Teams mit charakterfesten Persönlichkeiten. Die englischen Spitzenklubs ergreifen diese Chance mit kräftiger Unterstützung des eigenen Verbands gerade viel energischer und locken die besten Spielerinnen weltweit auf die Insel.

Mehr Präsenz für Frauenfußball

Daher besteht Einigkeit in der Frauen-Bundesliga, dass Wahrnehmung, Sichtbarkeit und TV-Präsenz hierzulande erhöht werden müssen.

"Der Vorhang für die Frauen soll weiter aufgehen", fordert Dietrich. Weitere Maßnahmen werden in einem Kernteam Frauen-Bundesliga erarbeitet, das die ehemalige Nationalmannschaftsmanagerin Doris Fitschen leitet.

Frauen-Bundesliga bleibt beim DFB

Vom Tisch ist allerdings, dass die höchste Frauen-Spielklasse zur besseren Vermarktung unter das Dach der DFL wandert. Nach anfänglichen Irritationen durch einen öffentlichen Vorstoß von Liga-Chef Christian Seifert sind DFL und DFB einmütig zu dem Entschluss gekommen, hier keine Konflikte auszutragen.

Denn der deutsche Frauenfußball, so der Tenor, brauche gemeinsam jede Unterstützung, um wieder voranzukommen.

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