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Frauenfußball | EM-Qualifikation : Equal Play statt Equal Pay

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Bei Forderungen nach besserer Bezahlung gibt sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Irland (Samstag 14 Uhr/live ZDF) zurückhaltend.

Frauen der Frauenfußballnationalmannschaft trainieren.
Das Thema "Equal Pay" hat den Frauenfußball erreicht
Quelle: dpa

Sollen Frauen im Fußball dasselbe verdienen wie die Männer? Die Debatte hat ausgerechnet der lange für seine Geringschätzung gegenüber dem Frauenfußball berüchtigte brasilianische Fußball-Verband (CBF) neu befeuert, als Nationaltrainerin Pia Sundhage kürzlich stolz und glücklich verkündete, dass den Frauen künftig genauso viel Geld bezahlt wird wie den Männern.

Marta ist im Nationaltrikot bei der Entlohnung gleichgestellt mit Neymar – das schien lange undenkbar. Auch englische Nationalspielerinnen bekommen, wie Englands Fußballverband (FA) mitteilte, seit Jahresanfang bei der Vergütung und in Bezug auf Spielboni dasselbe wie ihre männlichen Kollegen. Norwegen und Finnland, Australien oder Neuseeland machen in dieser Hinsicht ebenfalls keine Unterschiede mehr. Beim Weltmeister USA läuft deswegen eine Klage.

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Zurückhaltung bei deutschen Spielerinnen

In Deutschland wird das aktuelle Thema vor dem Re-Start der Frauen-Nationalmannschaft mit den EM-Qualifikationsspielen gegen Irland in Essen (Samstag 14 Uhr/live ZDF) und in Montenegro (Dienstag 16 Uhr) nur mit Samthandschuhen angefasst.

Dzsenifer Marozsan, die mit Olympique Lyon gerade das fünfte Mal die Women’s Champions League gewonnen hat, sagt im Gespräch mit ZDFsport.de: "Ich freue mich für andere Nationen (Brasilien, Anm. d. Red.), wenn der dortige Verband gleiche Länderspiel-Prämien wie bei den Männern auszahlt. Vielleicht könnte die Bezahlung auch bei uns besser sein, aber ich bin nicht die richtige Ansprechperson für dieses Thema, da es innerhalb der Nationalmannschaft nicht meine Aufgabe ist, mich darum zu kümmern."

Sie fokussiere sich hier auf das Sportliche. Die Taktgeberin besitzt im Frauenfußball eine internationale Wertschätzung, die mit der von Toni Kroos bei Real Madrid vergleichbar ist. Aber finanziell trennen die beiden Welten. Marozsan: "Die Zahlen bei den Top-Stars der Männer sind Wahnsinn. Ich freue mich für die Jungs, weil ich weiß, wie hart man arbeiten muss." Neid ist bei der 28-Jährigen nicht herauszuhören.

Bundestrainerin nennt Gegenbeispiele

Beim WM-Finale 2019 hatte die Kulisse in Lyon jedoch im Stakkato "Equal Pay, Equal Pay" gebrüllt. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg mag ein Jahr später in den Chor nicht einstimmen. Bevor man über gleiche Bezahlung ("Equal Pay") rede, solle man schauen, "dass wir ‚Equal Play' haben" – also gleiche Spielbedingungen. "Aus meinem Verständnis gibt es in Brasilien keine Prämienangleichung, sondern eine Angleichung bei den Tagegeldern. Das ist ein System, das es im DFB nicht gibt." Sie glaube, dass "wir uns in Deutschland schon in ganz, ganz vielen Bereichen verbessert haben, ich weiß aber auch, dass wir noch ganz viel Potenzial haben."

Es gibt nun einmal wirtschaftliche Unterschiede, die klar definiert sind, weil der Männerfußball viel mehr Gelder generiert.
Martina Voss-Tecklenburg, Bundestrainerin

Vor allem bei der Vermarktung, speziell auch in den Vereinen, könne man gewiss noch viel tun. Die 52-Jährige bringt ein Beispiel aus ihrer Nebentätigkeit im Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf an: "Ein Spieler vom FC Bayern verdient auch mehr als bei der Fortuna."

Ohne Torhüterin Almuth Schult, die derzeit wegen einer Babypause aussetzt, scheinen die Protagonistinnen der DFB-Frauen bei dem Thema sehr vorsichtig. Auch Kapitänin Alexandra Popp, der es nicht an Selbstbewusstsein mangelt, prescht nicht wirklich vor – in der Corona-Krise schon gar nicht.

DFB-Boss Keller bremst

DFB-Präsident Fritz Keller geht es trotz seiner Vorliebe für den Frauenfußball zu weit, die Bezahlung anzugleichen. "In unserer Gesellschaft geht es am Ende auch um Leistung. Das, was ich verdiene, kann ich auch ausgeben", sagte er Anfang des Jahres: "Equal Pay gibt es nicht zwischen der Kreisliga und der Bundesliga. Und das ist auch derselbe Sport." So bleiben beim DFB vorerst die Unterschiede: Bei der WM 2019 wurden Frauen als Titelprämie 75.000 Euro ausgelobt. Bei den Männern wären es ein Jahr zuvor 350.000 Euro gewesen. Gelder, die der Verband bekanntlich nie auszahlen musste.

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