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Frauenfußball - FC Bayern arbeitet an der Wachablösung

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Die Fußballerinnen des FC Bayern haben alle 26 Pflichtspiele in drei Wettbewerben gewonnen. Die Frauen verfolgen mittlerweile denselben Anspruch wie die Männer.

Die Fußballerinnen des FC Bayern jubeln gemeinsam
Derzeit nicht bezwingbar: Die Fußballerinnen des FC Bayern München
Quelle: dpa / Matthias Balk

Mehr geht nicht. Die Fußballerinnen des FC Bayern haben in dieser Saison eine Erfolgsformel gefunden, die von den besten Zeiten der Männer abgeleitet scheint. 26 Spiele, 26 Siege. Spielend leicht tanzt das Frauen-Team noch auf allen drei Hochzeiten: Ins Halbfinale der Women’s Champions League gelangten die Münchnerinnen am Donnerstagabend durch ein 1:0 beim schwedischen Vertreter FC Rosengård.

Nun steht das Halbfinale im DFB-Pokal an, wo der FC Bayern zum vorgezogenen Endspiel beim VfL Wolfsburg (Sonntag, 14 Uhr) antritt. Viel spricht gerade dafür, dass der erfolgsverwöhnte Doublesieger aus der Autostadt die letzten Titelchancen einbüßt. In der Frauen-Bundesliga beträgt der Vorsprung des FC Bayern fünf Spieltage vor Ende auch bereits fünf Punkte.

Rückendeckung kommt von höchster Stelle

Aus München erklingen neue Machtansprüche für den deutschen Frauenfußball.

Wo auch immer der FC Bayern antritt, wollen wir die Nummer eins sein.
Karl-Heinz Rummenigge

Die höchsten Münchner Gremien haben sich darauf verständigt, die Anstrengungen zu erhöhen, nachdem die Abteilung lange stiefmütterlich behandelt wurde.

"Vor 50 Jahren hat der FC Bayern seine Frauenmannschaft gegründet - wir waren damals Vorreiter und wollen das auch jetzt im nationalen und internationalen Frauenfußball werden", formulierte Präsident Herbert Hainer zu Saisonstart.

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg ist vorsichtig

Beim Pokalduell der mit deutschen Nationalspielerinnen gespickten Spitzenteams werden sowohl Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg als auch ihre Assistentin Britta Carlson in Wolfsburg vor Ort sein. Für beide ist es zu früh, bereits von einer "Wachablösung" zu sprechen. Carlson hat viele Jahre im Trainerstab der "Wölfinnen" gearbeitet und sagt zu den Bayern: "Sie spielen überragend, die Kaderzusammenstellung ist klasse und sie treten als Team auf, das in beide Richtungen - defensiv wie offensiv - sehr gut arbeitet."

Trainer Jens Scheuer stellt zwei Dinge heraus: "Unsere mannschaftliche Geschlossenheit und unsere hohe Qualität." Gegenüber dem Kollegen Stephan Lerch sieht er sein Team "psychologisch definitiv" im Vorteil.

Letztmals ging der Meistertitel 2015 und 2016 in die bayerische Landeshauptstadt, ansonsten seit 2013 immer ins östliche Niedersachsen, obwohl sich die finanziellen Aufwendungen seit Jahren nicht groß unterscheiden, wie Wolfsburgs Sportlicher Leiter Ralf Kellermann gerne betont.

Entscheidende Effekte durch drei Nationalspielerinnen

Zum Entwicklungsprozess bei den Bayern haben nach Ansicht von Voss-Tecklenburg die Verpflichtungen der Nationalspielerinnen Marina Hegering und Lea Schüller (beide von der SGS Essen) und Klara Bühl (SC Freiburg) beigetragen. "Sie haben tolle Spielerinnen dazu gekommen, die genau die Lücke von der Vorsaison schließen konnten", findet die Bundestrainerin.

Sie haben sich fußballerisch verändert, spielen mutiger, kreativer, offensiver.
Martina Voss-Tecklenburg, Bundestrainerin

Während die seit Wochen unglaublich treffsichere Schüller (23 Jahre) und die hochtalentierte Bühl (20) für neue Optionen im Angriff sorgten, hat die erfahrene Hegering (30) die Abwehr stabilisiert. Zudem steigerte sich Torhüterin Laura Benkarth (28), die in 17 Bundesliga-Spielen erst drei Mal hinter sich greifen musste und nun mit einem Einsatz in den Länderspielen der Nationalmannschaft gegen Australien (10. April) und Norwegen (13. April, 16 Uhr/ZDF live) belohnt wird.

Vorbei ist es mit dem lange bei den Bayern-Frauen gepflegten Understatement, das gar nicht zur Mia-san-mia-Mentalität des Klubs passte. Mittlerweile sagt die Sportliche Leiterin Bianca Rech selbstbewusst: "Wir wollen auf Dauer die Nummer eins in Deutschland werden. Und mittelfristig auch im Champions-League-Finale stehen." Dafür muss der FC Bayern im Halbfinale aber den nicht minder ambitionierten Wolfsburg-Bezwinger FC Chelsea aus dem Weg räumen.

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