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Frauenfußball - WM-Qualifikation - Sharon Beck - "Herzenssache" Israel

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Das WM-Qualifikationsspiel Israel - Deutschland am Donnerstag ist für Sharon Beck eine Besonderheit: Erst vor drei Jahren entschied sich die Spielerin des 1. FC Köln für Israel.

Archiv: Sharon Beck in Aktion
Sharon Beck
Quelle: imago

Im Februar 2018 stand Sharon Beck beim "SheBelieves Cup" in den USA noch im Kader des deutschen Nationalteams, kam aber nicht zum Einsatz und war damit nicht für den DFB festgespielt. Im Nachhinein war das vielleicht ihr persönliches Glück.

Sharon Beck - eine Führungsfigur

Drei Monate später fiel gemeinsam mit der Familie - ihr Vater ist Jude, ihre Mutter Christin - der Entschluss, sich dem um ihre Dienste werbenden Verband Israels anzuschließen. "Die Entscheidung würde ich immer wieder so treffen. Es war eine absolute Herzenssache", sagt die 26-Jährige heute. Sharon Beck gilt als die aktuelle beste Fußballerin in Israel und tritt als Führungsfigur auf.

Ihr Vater hatte ihr die Geschichte des Landes von klein auf beigebracht, als Kind verbrachte sie mit ihrer Familie jeden Sommer in Israel. Klar, dass sie als Kennerin beider Fußball-Welten das erste Aufeinandertreffen der Frauen-Nationalteams im HaMoshava Stadion in Peta Tikva in der Nähe von Tel Aviv (Donnerstag, 18 Uhr/ARD) aus einem besonderen Blickwinkel sieht.

Eine Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga? Nahezu undenkbar. Fußball ist Männersache. Kein Verein in den höchsten drei Männer-Ligen beschäftigt auch nur eine einzige Frau im Trainer-Team.

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Dass der DFB bei dieser Reise auch kulturelle, geschichtliche und gesellschaftspolitische Aspekte aufgreifen will, kann sie nur begrüßen. "Als der DFB das Statement veröffentlichte, hat das eine Spielerin sofort in unsere Nationalmannschaftsgruppe gepostet, das kam sehr gut an."

Kaum Profispielerinnen in Israel

Die klar favorisierte DFB-Auswahl hat schon Pflichtsiege gegen Bulgarien (7:0) und Serbien (5:1) eingefahren, während Israel gegen Portugal (0:4) deutlich verlor.

"Wir wissen, was für eine Klasse die deutsche Mannschaft hat, aber die meisten von uns freuen sich, gegen so bekannte Spielerinnen antreten zu können", sagt Sharon Beck. Denn die Frauen-Teams in Israel trainieren maximal drei Mal die Woche, professionelle Spielerinnen gibt es im Land kaum.

Angst haben wir definitiv nicht
Sharon Beck

In Israel bewegt sich beim Frauenfußball etwas

Gerade mal 2.500 Frauen und Mädchen sind aktiv, lange waren die Anlaufstellen bei Militär und Polizei angesiedelt, aber nun sind einige Zukunftsprojekte angestoßen. "Wir möchten nicht mehr nur als kleine Frauenfußball-Nation abgestempelt werden", sagt Sharon Beck, die mit Wohlgefallen registriert, dass erste Mitspielerinnen in Frankreich und Spanien oder an einem College in den USA untergekommen sind.

Es tut sich also was. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg erwartet einen "emotionalen Gegner", der erpicht darauf ist, sich mit Topnationen zu messen, auch wenn die Teilnahme an EM oder WM noch in weiter Ferne ist. Ihr Rat: "Sie müssen hartnäckig bleiben und aus solchen Spielen lernen."

Beck mit besonderer Beziehung zur Bundestrainerin

Die 53-Jährige besitzt ganz frühe Berührungspunkte zu Sharon Beck und deren Familie. Als sie einst noch als Verbandssportlehrerin für die weiblichen Auswahlteams am Niederrhein arbeitete, begegnete sie der in Tönisvorst am Niederrhein geborenen Sharon Beck: "Ich kenne sie und ihren Papa, seit sie elf, zwölf Jahre alt ist."

Damals war Beck auf der Suche nach einem Verein, der ihr ein höheres Niveau als der SC Union Nettetal anbieten konnte - und da konnte der beim SV Straelen engagierte Hermann Tecklenburg helfen. Der Ehemann der Bundestrainerin vermittelte dem Talent mit den beiden Staatsbürgerschaften, dass sie noch mit den Jungs des SV Straelen spielen durfte.

"Und so ist eine besondere Beziehung entstanden", sagt Sharon Beck, die später in der Bundesliga für SGS Essen, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim und SC Freiburg spielte, ehe sie zum 1. FC Köln wechselte.

Der sechsmalige deutsche Frauenmeister und DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg hat das Verfolgerduell bei der TSG Hoffenheim verloren. Die Wölfinnen unterlagen bei der TSG 1:2 (0:1).

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