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Moderner Fünfkampf - Strafanzeige gegen Schleu und Raisner

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Der Tierschutzbund hat Strafanzeige gegen Fünfkämpferin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner gestellt. Die Vorwürfe: Tierquälerei und Beihilfe zur Tierquälerei.

Annika Schleu (r) aus Deutschland reagiert, dahinter in der Mitte ist Bundestrainerin Kim Raisner (M).
Annika Schleu (r) war mit den Nerven sichtlich am Ende. Bundestrainerin Kim Raisner (M) steht hinter der Athletin.
Quelle: dpa

Gut eine Woche nach dem olympischen Reit-Drama von Tokio um Annika Schleu hat der Deutsche Tierschutzbund Strafanzeige gegen die Fünfkämpferin und Bundestrainerin Kim Raisner gestellt. Die auf Goldkurs liegende Schleu hatte bei den Olympischen Spielen in Tokio bei der Reit-Disziplin unter Tränen versucht, das ihr zugeloste und völlig verunsicherte Pferd "Saint Boy" mit Gerte und Sporen zurück in den Parcours zu bringen. Raisner hatte sie dazu mit einem heftig umstrittenen Zuruf ("Hau drauf, hau richtig drauf!") animiert.

Tierschutzbund will grundsätzliche Klärung

Der Tierschutzbund kritisierte, dass Schleu "das verängstigte und überforderte Pferd mehrfach grob geschlagen und in anschließenden Interviews jede Einsicht vermissen lassen" habe. Trainerin Raisner habe die Athletin "zu dieser tierquälerischen Handlung" aufgefordert.

"Natürlich steht eine auf Olympiagold fixierte Sportlerin in dem Moment unter enormem Stress.

Aber das ist keine Entschuldigung für Tierquälerei In einem leistungsorientierten Wettkampf zwischen Menschen haben Tiere nichts zu suchen,
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes

sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: "Unsere Anzeige dient auch der grundsätzlichen Klärung dieses Problems."

Der Weltverband der Modernen Fünfkämpfer (UIPM) hatte Raisner nach dem Vorfall von den Spielen ausgeschlossen. Zuvor hatte sie sich gegen den Vorwurf der Tierquälerei zur Wehr gesetzt. "Ich hab gesagt, hau drauf. Aber sie hat das Pferd nicht gequält, in keinster Weise", sagte Raisner dem SID.

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Videolänge
9 min

Schleu war sich keiner Schuld bewusst

"Ich habe das Pferd nicht extrem hart behandelt. Ich hatte eine Gerte dabei, die vorher kontrolliert wurde. Genauso wie die Sporen. "Ich bin mir wirklich keiner Tierquälerei bewusst", sagte Schleu im ZDF. In der Nachbetrachtung hätte sie aber "ein bisschen ruhiger und besonnener reagieren können", gab Schleu zu. Der Weltverband will mit einem Maßnahmen-Katalog auf die Vorgänge reagieren.

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von Gari Paubandt
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