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das aktuelle sportstudio - Union-Torwart Luthe: Frauenfußball stärken

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Union Berlins Torwart Andreas Luthe will den Dialog und den Frauenfußball stärken. Im aktuellen sportstudio findet er deutliche Worte für den Fall um Gladbachs Nachwuchscoach.

Union-Keeper Andreas Luthe erklärt im Gespräch mit Sven Voss, warum er sich für den Frauenfußball und nachhaltige Standards im Profifußball einsetzt.

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Andreas Luthe kämpft mit Union Berlin in der Bundesliga gerade um internationale Plätze - und neben dem Platz für den Frauenfußball. "Ich bin mental nach dem Training jetzt nicht so ausgelastet, dass ich nicht noch Platz für etwas anderes hätte. Da gehört soziales Engagement dazu - und auch ein Thema wie der Frauenfußball", sagte Luthe am Samstag im aktuellen sportstudio.

Im vergangenen Jahr hatte Luthe zusammen mit anderen Profis wie Mats Hummels, Lars Stindl oder Alexandra Popp ein Bündnis gegründet, das er "ein informelles Netzwerk" nennt. Es wirkte wie eine neue Konkurrenz zur bestehenden Gewerkschaft VDV (Vereinigung der Vertragsfußballspieler), die sich zu Beginn auch irritiert geäußert hatte. Für Luthe war allerdings wichtig, dass erstmals Profis geschlechterübergreifend miteinander in den Austausch kommen. In der bisherigen VDV waren Frauen nicht vertreten.

Die DFB-Frauen sind mit einem 2:0-Sieg über Belgien ins Länderspieljahr gestartet. Svenja Huth und Lea Schüller erzielten die Tore.

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Luthe will mehr Beteiligung der Spieler

Über das neue Bündnis und den Austausch mit Spielerinnen wie Almuth Schult habe Luthe viel Verständnis für die Probleme des Frauenfußballs erlangt. "Es ist unheimlich schwer, für eine Liga Verständnis aufzubringen, für die man nie selbst aktiv gespielt hat. Der Frauenfußball ist da extrem, weil es sicherlich noch viel aufzuholen gibt." Es gelte aber, durch den steten Dialog erst einmal ein Bewusstsein für die Probleme zu bekommen. Denn Luthe sagt klar: "In der Fußball-Bundesliga leben wir in einer Blase."

Luthe war ebenfalls einer der Spieler in der Taskforce der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zur Zukunft des Fußballs. Er begrüßte diese als ersten Schritt, findet die Anzahl der beteiligten aktiven Spielerinnen und Spieler allerdings ausbaufähig: "Wenn jeder weiterhin sein eigenes Süppchen kocht, dann werden wir uns eher voneinander entfernen, als aufeinander zubewegen."

"Frauenfußball muss professionalisiert werden"

Die Taskforce schrieb sich in ihren Zielen auf die Fahnen, den Frauenfußball zu stärken. Deutschland hinkt den Entwicklungen anderer Länder, beispielsweise England, hinterher. Dort sorgte der gesteigerte Stellenwert für die Frauenmannschaften der Premier-League-Teams für Zuschauerrekorde wie Ende 2019, als fast 40.000 Fans zum Spiel zwischen Tottenham und Arsenal kamen.

In Deutschland sind nur etwa 20 Prozent der Spielerinnen in der Bundesliga auch wirklich Profis. Diesen Umstand erklärte Luthe mit einer Mischung aus einem Geld- und einem Akzeptanzproblem: "Wir sind uns einig, dass der Frauenfußball professionalisiert werden muss."

Frauentraining als Strafe?

Jenes Akzeptanzproblem wurde in dieser Woche durch den Fall des Gladbacher U23-Trainers Heiko Vogel deutlich. Der Coach soll nach seinen verbalen Entgleisungen gegenüber zwei Schiedsrichter-Assistentinnen als Strafe vom Westdeutschen Fußballverband (WDFV) auferlegt bekommen haben, sechs Trainingseinheiten eines Frauenteams zu leiten. Spielerinnen der ersten und zweiten Bundesliga kritisierten dieses Vorgehen in einem offenen Brief als Diskriminierung aller Frauen im Sport.

Luthe sagte dazu im Sportstudio: "Frauen zum Objekt zu machen, an denen man seine Strafe abarbeiten kann, halte ich für den falschen Weg." Borussia Mönchengladbach erklärte derweil gegenüber dem "Spiegel", die Maßnahme als "Zeichen der Entschuldigung" vorgeschlagen zu haben.

Profifußball, Führungsposition, Frau: Eine Konstellation, die in Deutschland fast nicht vorkommt. Warum? Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Frauen mit jeder Menge Expertise.

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"Mädchen und Frauen wollen Akzeptanz"

Unions Torhüter sieht darin ein unangemessenes Zeichen. Luthe sagte: "Was Mädchen und Frauen im Fußball wollen, ist letztendlich Akzeptanz. Und das auch zu Recht. Diese Maßnahmen helfen da meiner Meinung nach nicht. Es konterkariert das eher."

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