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Fußball-Bundesliga - Die Liga kämpft gegen die Langeweile

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Die Bundesliga kämpft in ihrer 59. Saison nicht nur gegen die Allmacht des FC Bayern, sondern auch für ihre internationale Attraktivität.

Trainer Julian Nagelsmann (hinten) beobachtet das Training am 10.08.2021 in München
Dominiert der FC Bayern auch diese Bundesliga-Saison?
Quelle: dpa

Axel Hellmann redete bei der Saisoneröffnungspressekonferenz nicht lange um den heißen Brei herum:

Ich bin in Sorge um die internationale Attraktivität.
Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt

Sein Klub, Eintracht Frankfurt, hat sich das dritte Mal binnen vier Jahren für die Europa League qualifiziert und es gibt Umfragen, nach denen der hessische Bundesligist bereits auf Rang vier der Beliebtheit angekommen ist.

Ganz vorn rangiert auch hier natürlich der FC Bayern München. Doch dessen Allmacht, das weiß Liga-Kenner Hellmann genau, gefährdet inzwischen den Vermarktungserfolg. Seit neun Jahren lautet die Frage nur, wann die Meisterschaft entschieden und wie groß am Ende der Vorsprung ist.

Dortmunds Spieler bejubeln den Sieg gegen Eintracht Frankfurt

Fünf Tore gegen Frankfurt - BVB startet treffsicher in Bundesliga-Saison 

Borussia Dortmund ist mit einem überzeugenden Sieg in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Der BVB gewann 5:2 (3:1) gegen Eintracht Frankfurt.

Die Furcht: Wenn das Münchner Starensemble sich nicht selbst ein Bein stellt, geht das zehnte Mal in Folge die Schale an die Isar. Kinder, die bald die Grundschule durchlaufen haben, kennen gar keinen anderen Titelträger. Dramen wie mit dem "Meister der Herzen" auf Schalke sind inzwischen zwei Jahrzehnte her.

FC Bayern hat Riesenvorteile beim Umsatz

Die Dominanz ist aus den zuletzt von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) veröffentlichten Kennzahlen abzuleiten. Bayern lag im Geschäftsjahr 2019/2020 bei 654 Millionen Euro Umsatz, danach folgten Borussia Dortmund (474 Millionen Euro) und RB Leipzig (325 Millionen Euro).  

Noch krasser waren die Unterschiede beim Personalaufwand, wo Bayern (340 Millionen Euro) weit vor Dortmund (215 Millionen Euro) und Leipzig (147 Millionen Euro) lag.

BVB-Trainer Marco Rose nach dem Spiel Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt im sportstudio-Interview.

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Einmal groß, immer groß

Den Vorsprung hat sich der Rekordmeister zwar selbst erarbeitet, aber das System Profifußball ist vor allem auf internationaler Ebene so angelegt, dass die Großen sehr viel schneller wachsen als die Kleinen - und diesen Trend stoppt auch Corona nicht. Der Verteilungsschlüssel der nationalen Fernsehgelder geht in dieselbe Richtung, wenn auch nicht ganz so krass.

Zwar müssen auch die Bayern pandemiebedingt den Gürtel enger schnallen und haben sich mit dem aus Leipzig losgeeisten Dayout Upamecano nur einen Hochkaräter geleistet. Trotzdem scheint fraglich, ob die Konkurrenz Borussia Dortmund oder RB Leipzig sofort einspringt, wenn die Münchner schwächeln.

Julian Nagelsmann und Adi Hütter (r.) im Gladbacher Borussia Park

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von Andreas Morbach

FC Schalke 04 und Werder Bremen wichtige Marken

Dabei steht die Beliebtheit der Bundesliga generell auf dem Prüfstand, weil ihr wichtige Zugpferde verlustig gehen. Man hat sich vielleicht daran gewöhnt, dass Gründungsmitglieder wie der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig, 1. FC Saarbrücken, TSV 1860 München oder MSV Duisburg (früher Meidericher SV) nur noch drittklassig kicken.

Doch hat der Sturz des SV Werder Bremen und FC Schalke 04 in die Zweitklassigkeit - in der auch der Hamburger SV das vierte Jahr in Folge gefangen ist - das Dilemma dramatisch verschärft. Deutschland hat mit der 50+1-Regel den Einfluss externer Geldgeber begrenzen wollen, um seine historischen Marken zu schützen, doch genützt hat das wenig.

Bundesliga ist kein Artenschutzverein

Weil der FC Augsburg, FSV Mainz 05 oder der SC Freiburg bei Transfers und Talentförderung vieles richtig gut machen, erwischt es zwangsläufig diejenigen, die Misswirtschaft betreiben.

"Wir können um diese Vereine ja keinen Zaun bauen", sagt Hellmann.

Es gibt keinen Artenschutz, da ist jeder für sich selbst verantwortlich.
Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt

Frankfurts Vorstandssprecher empfiehlt dennoch Wachsamkeit, "dass die Bundesliga ein absolutes Premiumprodukt bleibt."

Von einer Verzwergung ist die Rede, wenn so viele Großstädte inzwischen außen vor sind. Hellmann: "Vereine auf der grünen Wiese tun sich leichter." Aus seiner Sicht ist gar nichts gegen die Aufsteiger VfL Bochum oder Greuther Fürth einzuwenden, doch in der aktuellen Zusammensetzung verliere die Liga an Strahlkraft. "Dass die Bundesliga die breite Masse der Fans erreicht, dafür stehen die großen, reichweitenstarken Traditionsvereine."

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11.08.2021
von Herbert Schalling
Videolänge
1 min
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