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Fußball - Bundesliga : Mönchengladbach in brisanter Lage

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Vor dem Spiel gegen Union Berlin steckt Borussia Mönchengladbach im Abstiegssumpf. Die Diskussionen um Abwehrchef Matthias Ginter und wirtschaftliche Zwänge erschweren die Lage.

Adi Hütter
Trainer Adi Hütter steht bei Borussia Mönchengladbach nach den jüngsten Leistungen seiner Mannschaft unter Druck.
Quelle: epa

Rund um die gewaltige Pokal-Blamage vom Mittwoch hat sich einiges getan im Gladbacher Profikader. Am Tag vor dem 0:3 bei Zweitligist Hannover wurde Mittelfeldkraft Torben Müsel (22) für ein halbes Jahr an den belgischen Erstligisten KAS Eupen entliehen. Am Tag nach dem Debakel gab die Borussia das Leihgeschäftfür des gleichaltrigen Hannes Wolf mit Swansea City aus der zweiten englischen Liga bekannt.

Großer Druck auf Trainer Adi Hütter

Bis zum Saisonende hat der Rautenklub also zwei Akteure weniger auf dem Gehaltszettel. Wobei speziell im Fall von Wolf klar ist: Die 11-Millionen-Euro-Investition in den Österreicher, der als Wunschspieler des damaligen Cheftrainers Marco Rose im Sommer 2020 zunächst auf Leihbasis von RB Leipzig kam, ehe im Februar 2021 die Kaufpflicht eintrat, machte sich für die Borussia bislang nicht bezahlt.

Dasselbe gilt nach gut einem halben Jahr Trainertätigkeit am Niederrhein auch für Adi Hütter. Angetreten mit dem Ziel, Gladbach zurück in den Europapokal zu führen, trennen den 51-Jährigen und sein Team vor der Samstagspartie gegen Champions-League-Aspirant Union Berlin nur vier Punkte von einem direkten Abstiegsplatz. Entsprechend groß ist der Druck auf Hütter.

Hoffen auf Ablösesummen für Ginter und Zakaria

Verkompliziert wird die brisante Gemengelage dadurch, dass die offenkundig wechselwilligen Angreifer Marcus Thuram und Alassane Plea derzeit komplett durchhängen. Für zusätzliche Unruhe sorgte Hütter selbst, indem er Abwehrchef Matthias Ginter, der dem Verein ebenso wie der Schweizer Denis Zakaria spätestens im Sommer den Rücken kehrt, beim letzten Ligaspiel gegen Leverkusen überraschend zum Reservisten degradierte.

In Hannover stand der Nationalverteidiger, von dem sich die Klubchefs - ebenso wie bei Mittelfeldmann Zakaria - im Falle eines Wechsels bereits im Winter noch eine erkleckliche Ablösesumme erhoffen, wieder in der Startelf. Und fest steht dabei: Zuverlässige, leistungsstarke Profis wie Zakaria und Ginter kann Gladbach in der sportlich prekären Lage ebenso gut brauchen wie frisches Geld auf dem Konto.

72 Millionen Euro weniger aus dem Fernsehvertrag

Wechselt das Duo erst - und dann ablösefrei - am Ende der Runde bedeutete das für den Klub den Verlust von 51 Millionen Euro in punkto Kaderwert. "Wir verfallen nun nicht in Schockstarre. Das wird den Verein auch nicht aus dem Fundament hauen", betonte Sportdirektor Max Eberl in der Winterpause und sagte zum kurz zuvor beendeten Vertragspoker mit den beiden Nationalspielern: "Diese Hinhaltetaktik wollte ich einfach nicht weiter ertragen."

das aktuelle sportstudio

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl steht im Stadion.

Gladbachs Sportdirektor im ZDF - Max Eberl: Schuld tragen alle 

Sportdirektor Max Eberl macht die Talfahrt von Borussia Mönchengladbach zu schaffen. Im aktuellen sportstudio spricht er von einer "herausfordernden Situation".

von Frank Hellmann

Wie viel ein Verein wie Gladbach, der bislang ohne Investor oder externe Geldgeber auskommt, wirtschaftlich ertragen kann, ist offen. Gerade in Zeiten von Corona, Geisterspielen - und mit Blick auf den neuen Fernsehvertrag, der den Borussen bis einschließlich 2025 ein sattes Minus von insgesamt 72 Millionen Euro beschert.

Investor kein Tabuthema mehr

Für das Geschäftsjahr 2020 verzeichnete der Klub ein - glimpfliches - Minus von 16,8 Millionen Euro, das Eigenkapital sank von 103,3 auf 86 Millionen Euro. "Das alles hat uns bisher viel Kraft gekostet, und es wird uns auch noch einiges an Kraft kosten", prophezeite Geschäftsführer Stephan Schippers zu Saisonbeginn.

So viel Kraft, dass am Niederrhein auch einstige Tabuthemen ins Wanken geraten könnten. In der Vergangenheit jedenfalls bezeichnete Sportchef Eberl den Fohlen-Klub gerne als "gallisches Dorf" im Kampf gegen die Großen und Reichen. Vor dem Rückrundenstart sagte der 48-Jährige angesichts der aktuellen "sehr komplizierten" Zeit zum Thema Investoren nun:

Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie man da weitergeht, auch in der Konkurrenzsituation.
Sportdirektor Max Eberl
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