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Geisterspiele dank Sonderrolle?

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Bundesliga und Corona-Krise - Geisterspiele dank Sonderrolle?

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Ethikrat-Mitglied Merkel hält einen Sonderstatus für den Fußball in der Corona-Krise für durchaus denkbar. BVB-Geschäftsführer Watzke verspricht: "Wir machen keine Exzesse."

Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga
Reales Geisterspiel am 11. März 2020: Gladbach - Köln (Archivbild)
Quelle: dpa
Prof. Dr. Reinhard Merke
Reinhard Merkel
Quelle: imago

Der Profifußball darf nach Ansicht des Rechtsphilosophen Reinhard Merkel bei einer Suche nach einem Weg aus der Corona-Krise durchaus bevorzugt behandelt werden. "Wenn man das Risiko deutlich reduzieren und ein Modell der intelligenten Exit-Strategie etablieren sowie ausprobieren kann, ist das durchaus ein Grund, diese Gruppe anders zu behandeln", sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrates dem "Deutschlandfunk".

Kreative Wege aus Lockdown gesucht

Reinhard Merkel forderte "kreative Wege" aus dem einschneidenden Lockdown. Das von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erarbeitete Strategiepapier für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs bezeichnete er diesbezüglich als "interessantes Modell". DFL-Boss Christian Seifert hatte am Donnerstag angekündigt, für einen Neustart mit Geisterspielen ab dem 9. Mai bereit zu sein.

Der deutsche Profi-Fußball hat sich mit einem Konzept gewappnet für den Tag X, an dem der Ball wieder rollen darf. Doch der Plan für Spiele ohne Zuschauer ist umstritten und wird heftig diskutiert.

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Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schloss eine Nachbesserung am Sicherheitskonzept zum Neustart der Bundesliga und der 2. Liga aus. "Wenn man unser Konzept jetzt ablehnt, wird sich auch in acht Wochen daran nichts ändern", sagte Watzke bei "Sky".

"Wir haben ein Maximum an Sicherheit entwickelt. Dass wir Zweikämpfe machen müssen, ist halt so. Auch wenn der Friseur aufmacht, gibt es Körperkontakt. Er kann es mit Maske abfedern. Wir federn es ab, indem wir unsere Spieler bestmöglich isolieren und Dauer-Tests machen." 

Wir machen keine Exzesse, das ist doch klar.
Hans-Jochim Watzke

Kritik an den DFL-Plänen kommt von der Stiftung Patientenschutz:

Archiv: Dr. Andreas Wieser, Leiter eines Labors an der Ludwig-Maximilians-Universität München, betrachtet im Diagnostiklabor für eine Covid-19 Studie eine Blutprobe aus der Studie.

Corona-Tests für die Bundesliga -
Kritik an DFL: Arrogant und unanständig
 

Die Stiftung Patientenschutz hat die DFL als "arrogant" und "unanständig" kritisiert. Regelmäßige Corona-Tests dürfte es nicht zuerst für Fußballspieler der Bundesliga geben.

Ohnehin laufe ein möglicher Wiederbeginn unter Bewährung. "Wir haben ein Konzept entwickelt, das uns viel Geld kostet", so Watzke. "Wir wollen aber auch nicht benachteiligt werden, nur weil der Fußball eine sehr relevante Rolle eingenommen hat. Dass sich jetzt ein paar Leute, die den Fußball schlecht finden, an uns abarbeiten, damit muss man leben."

Die Sorgen um Fan-Massen vor den Stadien bei Geisterspielen hält der BVB-Geschäftsführer für unbegründet: "Ich kenne keine Fan-Gruppierung, die für Aufläufe vor den Stadien sorgen wird." Sollte es solche "Exzesse" geben und damit gegen die Abstandsregeln in der Corona-Pandemie verstoßen werden, "wäre wieder Schluss mit einem Spielbetrieb".

Polizei warnt vor Fan-Ansammlungen

Zuvor hatte unter anderen die Gewerkschaft der Polizei davor gewarnt, dass Fans sich in größeren Gruppen bei Geisterspielen vor den Arenen versammeln könnten. "Das wäre verheerend. Es darf während dieser Pandemie nicht zu großen Menschenansammlungen vor den Stadiontoren kommen. Das ist nicht nur verboten, es wäre unverantwortlich", erklärte GdP-Vize Jörg Radek in der "FAS".

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