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Fußballer in "Quasi-Qurantäne" - Vereine der Bundesligen: Rein in die Blase

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Kein Einkauf, kein Spaziergang: Ab Montag bewegen sich die Fußball-Profis der der 1. und 2. Bundesliga nur noch in der Team-Blase - erst zuhause, dann im Hotel.

Schild Platzsperre steht am Rande eines Fußballplatzes beim Training des 1. FC Köln
Kein Training auf dem eigenen Platz: Das Gelände des 1. FC Köln.
Quelle: 1001730663

Ob das "Achental" am Chiemsee oder das "Ritz Carlton" in Wolfsburg - die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) beschlossene "Bundesliga-Notbremse" ("Süddeutsche Zeitung") wirkt wie ein Nothilfeprogramm für die Hotelbranche. 36 Häuser für gehobene bis höchste Ansprüche werden vom 12. Mai an für zehn Tage vom gesamten Tross jeweils eines Profiklubs bezogen.

Kein Raum für Nachholtermine in der Bundesliga

Die DFL hat am 22. April einen zweistufigen Quarantäne-Plan für die letzten drei Spieltage der Bundesliga und 2. Liga beschlossen. Ab diesem Montag begeben sich Spieler, Trainerteams und Betreuer in eine Art Hausarrest - oder "Quasi-Quarantäne", wie die DFL es nennt.

Um einen weiteren Coronaausbruch und etwaige Spielausfälle zu verhindern, schickt die DFL alle Bundesliga-Klubs zum Ende der Saison in eine zweiwöchige Quarantäne.

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Der in das regelmäßige Testungsprogramm eingeschlossene Personenkreis darf sich dann nur noch im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion aufhalten. Das bedeutet: Kein Einkaufen, Freunde treffen oder Spazierengehen. Vor dem vorletzten Spieltag werden sich dann alle Klubs am 12. Mai in ein "Quarantäne-Trainingslager" begeben, wo sie auch von ihren Familien abgeschottet sind und sich nur noch in der eigenen Blase aufhalten.

Damit will die DFL sicherstellen, dass die Saison termingerecht zu Ende gespielt wird. Zwischen Saisonende, Relegation und EM-Start gäbe es kaum mehr Spielraum für Nachholtermine, falls es zu neuen Verlegungen aufgrund von Infektionsfällen und häuslicher Quarantäne käme - wie zuletzt bei Hertha BSC.

Ginter will nicht meckern

"Wir müssen uns daran halten, weil es keine normalen Zeiten sind", sagt Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach.

Wir Fußballer haben es noch ganz gut im Vergleich zu anderen Berufszweigen. Deshalb will ich jetzt nicht meckern.
Matthias Ginter, Borussia Mönchengladbach

"Das sollte man in Zeiten, in denen es anderen nicht so gut geht, hinten anstellen", so Ginter.

Neu ist diese Maßnahme für die Bundesligisten nicht. Bereits vor dem Restart der vergangenen Spielzeit Mitte Mai 2020 wurden die Teams für vierzehn Tage ins Hotel geschickt. In lebhafter Erinnerung ist noch die "Zahnpasta-Affäre", mit der Heiko Herrlich, seinerzeit Trainer des FC Augsburg, in die Schlagzeilen geriet.

Erinnerung an "Zahnpasta-Affäre"

Der vor kurzem entlassene Fußball-Lehrer hatte freimütig berichtet, das Quarantäne-Hotel verlassen zu haben, um im nächsten Supermarkt Zahnpasta und Hautcreme zu kaufen. Für diesen Verstoß gegen das Hygiene-Konzept bestrafte er sich selbst, indem er sich im ersten Spiel nach dem Restart nicht auf die Bank setzte.

Leeres Stadion

Saison 2019/2020 - Profifußball mit Umsatzeinbruch wegen Corona 

Wegen Corona hat der deutsche Profifußball weniger Umsatz gemacht. Er sank von 4,8 Milliarden Euro in der Vorsaison auf 4,5 Milliarden Euro, so die DFL. Hauptgrund: leere Stadien.

Anfang April hatte die DFL ein Quarantäne-Trainingslager noch "aus medizinischer Perspektive nicht für notwendig" erachtet, sich aber ausdrücklich "einen entsprechenden Beschluss zu einem späteren Zeitpunkt" vorbehalten. Der Zeitpunkt war gekommen, als nach mehreren Zweitligisten mit Hertha BSC erstmals ein Bundesligist für vierzehn Tage in häusliche Quarantäne geschickt wurde.

Bayerischer Buchungs-Ärger

"Wir hatten letztes Jahr bereits ein Hotel-Quarantäne-Trainingslager, und wir alle kennen das aus den regulären Trainingslagern in der Saisonvorbereitung", sagt Werder Bremens Sportchef Frank Baumann. "Es herrscht ein großes Verständnis bei den Spielern, die sich schon die ganze Saison lang diszipliniert an die Vorgaben gehalten haben. Auch diese Maßnahme trifft auf breite Zustimmung im Team."

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat Quarantäne-Trainingslager für die 1. und 2. Bundesliga beschlossen. Von den Klubs kam Zustimmung.

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Bei der Wahl des Hotels gibt es zwei unterschiedliche Konzepte. Entweder liegen sie in der Nähe des eigenen Stadions, wie zum Beispiel das "Ritz Carlton" in Wolfsburg, das nur wenige Gehminuten von den Trainingsplätzen entfernt ist. Oder man macht es wie der FC Bayern und bezieht ein Trainingslager am Chiemsee.

Als die Münchner "Das Achental" in Grassau buchten, wussten sie nicht, dass Zweitligist Greuther Fürth für den Zeitraum nach eigenen Angaben bereits eine Buchungs-Option hatte, wie die "Bild" berichtet. Nun sind die Fürther sauer - aufs Hotel, nicht auf die Bayern.

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