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Fußball - Vor dem Revierderby - Dortmunds Defensive: Immergleiche Fehler

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Eckbälle, Freistöße, Distanzschüsse: Borussia Dortmund macht bei Gegentoren immer wieder die gleichen Fehler. Wie schwer wiegt die Hypothek für das Revierderby beim FC Schalke 04?

Stefan Posch (Hoffenheim) und Erling Haaland (Dortmund) in Aktion.
Dortmund in Überzahl, aber der Gegner kommt an den Ball: Szene aus dem Spiel BVB gegen Hoffenheim.
Quelle: ap

Selbst einer der beste Saison-Auftritte von Borussia Dortmund trieb Mats Hummels die Zornesröte ins Gesicht. Beim 3:2-Sieg in der Champions League in Sevilla ärgerte sich der BVB-Abwehrchef zu Beginn über einen Weitschusstreffer und am Ende über ein Gegentor nach einem Standard. Noch im Aufschwung bleibt sich die launische Borussia treu und schleppt Altlasten mit ins Spiel auf Schalke, in dem sie nun auch die Liga-Trendwende erzwingen will.

Dortmund mit zwölf Standard-Gegentoren

Nach zwei Saisondritteln hat Schwarz-Gelb allein in der Bundesliga schon sechs Gegentore nach Eckbällen, vier nach Freistößen sowie zwei Gegentreffer durch Elfmeter auf dem Konto. Damit ist der Klub nicht mehr weit vom Tiefpunkt 2018/19 entfernt, als satte 19 Standard-Treffer letztlich den Meistertitel kosteten.

Die aktuelle Konkurrenz im Kampf um die Champions-League-Plätze schneidet deutlich besser ab, besonders wenn man den Sonderfall Elfmeter außen vor lässt: Wolfsburg kassierte fünf Tore aus Ecken und Freistößen, Gladbach und Leipzig vier, Frankfurt drei und Leverkusen sogar nur zwei. Offenbar haben diese Teams bessere Konzepte, um ruhende Bälle zu verteidigen.

Probleme mit dem Kopfballspiel

Es ist auch ein Problem der Lufthoheit. Zwar hat der BVB mit Hummels, Manuel Akanji, Emre Can und Thomas Delaney kopfballstarke Akteure im Kader. Jedoch fallen Feingeister wie Kapitän Marco Reus oder Jadon Sancho hier fast völlig aus. Selbst Hüne Erling Haaland hilft kaum, wie bei der Köln-Pleite zu sehen war: Zwei baugleiche Treffer nach Eckbällen gingen mit auf sein Konto.

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Ligaweit belegt Dortmund bei gewonnenen Kopfball-Duellen nur Rang 14. Dass beide Torhüter, Roman Bürki und Marwin Hitz, Defizite bei der Strafraumbeherrschung haben, kompliziert die Lage. Außerdem: Bei Ecken gibt es feste Zuordnungen, Freistöße verteidigt Dortmund im Raum. Dieser Methoden-Mix scheint den BVB eher zu verwirren.

Hoffnungsschimmer für Schlusslicht Schalke

Auch ein Trend hat wohl Tore gekostet: Ein Spieler als Eckball-Absicherung am Pfosten gilt vielen in der Liga als unmodern, doch die klassische Variante hätte in dieser Saison vermutlich einige Einschläge verhindert.

Gerade Außenseiter nutzen diese Schwäche. Ein Hoffnungsschimmer für Schlusslicht Schalke, das den vermeintlich stärkeren Nachbarn schon öfter zu knacken wusste. Zwar kommt das 158. Revierderby für Stürmer Klaas-Jan Huntelaar zu früh, aber auch Shkodran Mustafi oder Matija Nastasic könnten den BVB in der Luft ärgern.

Distanzschüsse schlagen bei Borussen zu oft ein

Ein weiteres Problem ist in der Favre-DNA des Spiels angelegt, schlägt aber erst jetzt durch: die häufigen Distanzschüsse. In zweieinhalb Jahren unter dem Ex-Coach hat Dortmund verinnerlicht, den Gegnern Raum und die Chance zum Abschluss zu lassen. Satte 41 Prozent der Schüsse aufs BVB-Tor kommen von jenseits des Strafraums, rechnet das Statistik-Portal "whoscored.com" vor. Das ist klar über Liga-Schnitt und wird nur von Freiburg (44 Prozent) getoppt.

Das Risiko ist kalkuliert, denn die Treffer-Wahrscheinlichkeit sinkt mit steigendem Abstand signifikant. Oder platt gesagt: Irgend ein Abwehr-Bein gerät fast immer dazwischen. Es könnte also eine statistische Abweichung sein, einfach Pech, dass der BVB von insgesamt 41 Gegentreffern in allen Wettbewerben neun aus mehr als 16 Metern kassiert hat.

BVB fordert Schicksal heraus

In der Liga haben Herthas Cunha und der Mainzer Öztunali den BVB sogar mit Sonntagsschüssen aus gut 25 Metern geärgert. Allerdings ist Bürkis Anfälligkeit bei Fernschüssen statistisch belegt. Außerdem fordert Dortmund das Schicksal extrem heraus, wie Sanchos Hüpfer vorm ersten Treffer in Sevilla zeigte. Der BVB greift die Schützen viel zögerlicher an als früher und erhöht deren Erfolgschancen.

Dieser Fehler hat sich derart eingeschliffen, dass Innenverteidiger Akanji dem Gladbacher Ramy Bensebaini und Augsburgs André Hahn nicht mal im Strafraum auf die Pelle rückte. Dabei hatte er reichlich Zeit, durch einen simplen Schritt nach vorn deren Schussposition zu entwerten. Gegen Sead Kolasinac und Co. wird er sich das auch nicht erlauben können.

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