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Mit vier Balljungen ins Geisterspiel

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Fußball - Bundesliga - Mit vier Balljungen ins Geisterspiel

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Wie kann eine sichere Produktion von Geisterspielen ablaufen? In den Überlegungen der Experten werden mehrere Sicherheitssysteme eingebaut. Es gilt: So wenige Menschen wie möglich.

Marcus Thuram (l.) und Kingsley Ehizibue im Kopfballduell
Das Modell für die nahe Zukunft? Bundesliga-Spiele vor leeren Rängen.
Quelle: reuters

Alexander Kekulé, Leiter der Virologie und Mikrobiologie der Universität Halle, war mehr als ein Jahrzehnt Berater der Bundesregierung für Fragen der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Derzeit er ein wichtiger Ratgeber für alle Wirtschaftszweige, die nach ersten Auswegen aus der Coronakrise suchen. Kekulé, gerade Gast im ZDF-Sportstudio, hat auch eine Meinung, wie nach dem 30. April Geisterspiele im deutschen Profifußball organisiert werden könnten, um in einer virenfreien Sonderzone die Saison fortzusetzen.

Er benutzt dafür den Begriff des "smart distancing", einer konkreten, auf jedes Projekt einzeln bezogenen Sicherung. Alle Profis, die unvermeidlich auf dem Platz miteinander in Körperkontakt kämen, würden vorher einem Test auf Covid-19 unterzogen. Rund 20.000 Tests pro Saisonende wären laut Kekulé wohl nötig. Auch Trainer, Zeugwart oder Physiotherapeut dürfen ja das Virus nicht bekommen.

Task Force erarbeitet Rahmen

Das Vorgehen für eine "engmaschige, unabhängige Testung von Spielerin und weiterem Personal" erarbeitet im Auftrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Task Force unter Vorsitz von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer. Das Gremium definiert organisatorische Maßnahmen und die speziellen Abläufe bei Spiel und Training. Einfache Formel: Umso weniger Menschen im Stadion sind, desto geringer die Ansteckungsverfahr. Die rund 600 Personen, die beim Nachholspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln am 11. März trotz gesperrter Zuschauerränge noch im Borussia-Park weilten, sind in der aktuellen Lage noch zu viel.

Aus virologischer Sicht könnten in der Fußball-Bundesliga ab Mai Geisterspiele stattfinden. Aber nur, wenn hohe Auflagen erfüllt würden, sagte Virologe Alexander Kekulé im ZDF.

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Nötig sind auch strengere Hygienevorschriften: Nicht nur die Kameraleute würden wohl mindestens mit Mundschutz arbeiten. Die DFL hat den Vorteil, dass ihre Tochterfirma Sportcast die Bilder selbst produziert. Pro Bundesligaspiel kommen bis zu 120 Mitarbeiter zum Einsatz. Ihr Zuhause in beengten Übertragungswagen müsste in Pandemiezeiten erheblich mehr Freiräume bieten. Auch hier würde erheblich an Personal gespart, heißt es.

Größte Ansammlung bei Eckball und Freistoß

Der Begleittross eines Bundesligisten wird nach ZDF-Informationen ebenfalls erheblich zusammengestrichen, darüber sind die Vereine bereits in Kenntnis gesetzt. Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass in jedem Stadion nur 239 Personen erlaubt sein sollen, davon 126 im Innenraum.

So dürfte jedes Team noch von acht Trainern, Betreuern und Ärzten begleitet werden, außerdem wären nur vier Balljungen zugelassen. Die einzelnen Arbeitsbereiche sollten möglichst nicht miteinander in Berührung kommen.

In kleinen Gruppen und mit Sicherheitsabstand haben fast alle Klubs der Fußball-Bundesliga das Training auf dem Platz wieder aufgenommen.

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36 Personen würden eine normale TV-Übertragung gewährleisten, insgesamt 70 Ordnerinnen und Ordner vor den Stadien sein. Die größten Menschenansammlungen sollen sich bei einem Eckball oder Freistoß im Strafraum bilden, aber weder im Innen- noch durch Anhänger im Außenbereich einer Arena. Auch viele Journalisten, die es gewohnt sind, von Bundesligaspielen zu berichten, müssten draußen bleiben; Statements und Interviews werden über die Klubmedien angeboten.

Gut möglich, dass die Task Force noch weiteren Bedarf ausmacht, durch Personalreduktion die Ansteckungsgefahr zu verringern. Erste detaillierte Vorschläge zur Durchführung werden am 17. April bei der nächsten virtuellen DFL-Mitgliederversammlung besprochen.

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