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Stadionsprecher - Rufer in der Stille

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Bundesliga-Geisterspiele - Stadionsprecher - Rufer in der Stille

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Noch ist nicht klar, ob bei künftigen Geisterspielen in der Bundesliga auch Stadionsprecher zum Einsatz kommen. Die Meinungen über ihre Funktion in leeren Stadien sind geteilt.

Bremens Stadionsprecher Arnd Zeigler
Arnd Zeigler, Stadionsprecher im Weserstadion
Quelle: imago

Die Meinungen über die Funktion von Stadionsprechern bei Geisterspielen in der Bundesliga während der Corona-Pandemie sind geteilt. So weiß auch Arnd Zeigler, der Stadionsprecher beim SV Werder Bremen, noch nicht genau, was auf ihn zukommt.

"Ich habe mir abgewöhnt, in der augenblicklichen Situation im Geiste irgendwelche Sachen vorzubereiten - auch ein mögliches Geisterspiel nicht", sagt er im Gespräch mit ZDFheute.de. "Wir können alle nicht planen und müssen abwarten, was passiert."

Regularien für Geisterspiele noch nicht klar

In einem Clip seiner Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" zeigte Arnd Zeigler vor zwölf Tagen seinen Arbeitsplatz im Bremer Stadion, das leer war und erahnen ließ, wie sich ein mögliches Geisterspiel anfühlen könnte. Daran dachte Zeigler bei dem Dreh aber nicht.

Ob Zeigler und seine Kollegen ihrer Arbeit nachgehen können, wenn es zu Spielen ohne Zuschauerbeteiligung kommt, ist nicht klar. Eine Taskforce entwickelt gerade die Regularien für die von der DFL angestrebten Geisterspiele. In Presseberichten wurde spekuliert, dass in jedem Stadion nur 239 Personen erlaubt sein sollen.

Stadionsprecher wären entbehrlich

"Es wäre gut für ein Spiel ohne Zuschauer, wenn so viel wie möglich vom normalen Rahmen eines Fußball-Spiels erhalten bliebe", sagt Zeigler. "Dazu gehört auch der Sprecher, der zumindest verhindert, dass eine Totenstille herrscht." Zeigler weiter:

Er bietet den Anwesenden eine akustische Orientierung.

Nicht alle Sprecher halten ihre Funktion in Geisterspielen für notwendig. "Falls es dazu kommt, wird im Vorfeld ganz klar geregelt werden, wer für die Durchführung notwendig ist", sagt Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher von Union Berlin gegenüber ZDFheute.de. "Da muss die ehrliche Antwort lauten: ein Stadionsprecher eher nicht. Mit wem soll man in einem fast leeren Stadion sprechen? Die Produktions-Mitarbeiter der Fernsehanstalten brauchen das genauso wenig wie die Spieler und Trainer."

Aus virologischer Sicht könnten in der Fußball-Bundesliga ab Mai Geisterspiele stattfinden. Aber nur, wenn hohe Auflagen erfüllt würden, sagte Virologe Alexander Kekulé im ZDF.

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Leeres Stadion bleibt leeres Stadion

Über das bisher einzige Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte Borussia-Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln titelte die Bild: "Der Stadionsprecher flüstert fast, als säße er in einer Kirche". Christian Arbeit wählt einen anderen Vergleich:

Eine Stadiondurchsage hört sich in einem leeren Stadion an wie eine Bahnhofsdurchsage.

Von dem Vorgaukeln einer Stadion-Atmosphäre hält auch Arnd Zeigler nichts. Er hat allerdings am Anfang der Entwicklung in einem Selbstversuch nacheinander die Geisterspiele Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln zu Hause und Paris St. Germain gegen Borussia Dortmund in der Kneipe angeguckt, als das noch ging. "Da wurde klar, wie sehr schon ein geringer Geräuschpegel die ganze Atmosphäre verändert", sagt der Moderator und Journalist.

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