Sie sind hier:

Kommentar zur Bundesliga - Rauswürfe bei Hertha: Logisch und überfällig

Datum:

Hertha BSC hat sich von Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz getrennt. Für ZDF-Reporter Thomas Skulski ein logischer und überfälliger Schritt.

Kommentar: Thomas Skulski zu Hertha BSC Trenneung Trainer Labbadia & Manager Preetz
Thomas Skulski kommentiert die Entlassung von Bruno Labbadia und Michael Preetz bei Hertha BSC.
Quelle: ZDF/dpa

Jetzt mussten also beide gehen. Bruno Labbadia, der Trainer, und Michael Preetz, der Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC. Logisch das eine. Konsequent und überfällig das andere.

Hertha: Keine Argumente für Labbadia

Ein Trainer, der mit einer in Krisenzeiten teuer verstärkten Mannschaft statt auf den internationalen Plätzen im Abstiegskampf landet, hat, wie Bruno Labbadia im aktuellen sportstudio sagte, "keine Argumente".

Die Europa League hatte es eigentlich werden sollen dieser Saison. Zumindest aus Sicht des Investors, der bereits 274 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat. In Zeiten der Corona-Krise wohlgemerkt. Und während andere, oftmals durchaus spendablere Bundesligisten jeden Euro umdrehen mussten, durfte Preetz für mehr als 120 Millionen Euro shoppen gehen in den beiden Transferperioden 2020.  

Einzelspieler statt Mannschaft

Doch statt damit eine Mannschaft aufzubauen, eine funktionierende, sind junge, talentierte, zugleich aber auch teure Einzelspieler nach Berlin gekommen. Spieler, die das "Ich" schon gut beherrschen, zum "Wir" aber fast nur gegen den Stadtrivalen 1. FC Union oder gegen die Bayern gefunden haben.

Interims-Trainer und -Manager bei Hertha BSC - das sehe danach aus, dass die Bühne freigehalten werde für einen "Macht-Mann", möglicherweise Ralf Rangnick, so Florian Zschiedrich.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Als Assistent von Manager Dieter Hoeneß war der einst erfolgreiche Hertha-Profi Preetz 2003 ins Management der Berliner eingestiegen. Im Juni 2009 übernahm er dessen Job. Zwei Abstiege hat Preetz, sicher nicht allein, aber vor allem er zu verantworten. Und überstanden, was alles andere als alltäglich ist im Profi-Fußball. Und viele in Berlin noch immer erstaunt. Unzertrennlich das Band zwischen Präsident Gegenbauer und Preetz. "Kein Geld da", stets das Argument in jenen Zeiten.

Hohe Investitionen, wenig Ertrag

Mit viel Geld nun aber ebenso wenig zustande zu bringen, musste zum Scheitern führen. Zumal Preetz als Geschäftsführer Sport seit Dezember 2020 einen wirklichen Chef hat, als Vorsitzenden der Geschäftsführung, den ehemaligen Sky-Geschäftsführer Carsten Schmidt. Und der ist nicht gekommen, damit alles so weitergeht. Einer, der sich auskennt in der Szene. Einer, der sich umgehört hat im Verein, in Berlin.

Eine Entlassung von Trainer Labbadia sei in den Stunden nach der 1:4-Niederlage gegen Werder Bremen kein Thema gewesen, sagt Hertha-Manager Michael Preetz.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Von Favre bis Labbadia: Viele namhafte Trainer, die Hertha in den elfeinhalb Jahren unter Preetz hatte. Wirklich passen wollte es nur mit Pal Dardai, der 2015 übernahm und in seinen vier Jahren den Verein im Mittelfeld der Liga etablierte, immerhin. Weil es aber höher hinaus gehen sollte, wurde er 2019 durch Ante Covic ersetzt, einen weiteren Ex-Hertha-Profi. Das Prinzip hatte ja schon einmal funktioniert. Auch er trage "die Hertha-DNA in sich", so Preetz damals. Und manch Beobachter fragte sich, was das denn sei, "die Hertha-DNA". Graues Mittelmaß?

Paukenschlag mit Klinsmann

Auf Covic, für den nach 149 Tagen Schluss war, folgte der Paukenschlag. Jürgen Klinsmann. Der allerdings glaubte nach 76 Tagen erkannt zu haben, dass das nicht passte mit ihm und Preetz. Mit ihm und der "Hertha-DNA". Und vielleicht war ja weit mehr Wahrheit in Klinsmanns unfreundlichem Abschiedsgruß an die Berliner als mancher damals wahrhaben wollte.

Dass es danach auch Alexander Nouri noch für zwei Monate probieren durfte, bevor Bruno Labbadia der Klassenerhalt gelang, hat man selbst als Berliner fast vergessen. Und dass Labbadias Amtszeit länger währte als die seiner drei Vorgänger zusammen, lag wohl auch daran, dass auch Preetz klar war, wenn es mit Bruno nicht klappt, war es das für beide.

Ein wirklicher Neuanfang muss her

Mit wenig Geld nicht allzu viel herausholen, ist das eine; mit viel Geld noch weniger, kann nicht lange gutgehen. Selbst wenn man, wie Michael Preetz, schon seit 25 Jahren Herthaner ist.

Was Hertha braucht, und das schon länger, ist ein wirklicher Neuanfang. Einer, bei dem einem zuallererst Ralf Rangnick einfällt. Diese Hertha wäre jetzt ein Projekt. Eines, wie Rangnick es mag. Und das noch bei einem der Gründungsmitglieder der Bundesliga ...

Thomas Skulski  berichtet  als Reporter in der ZDF-Hauptredaktion Sport über die Fußball-Bundesliga.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.