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Schade Dortmund!

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Kommentar zum Titelrennen - Schade Dortmund!

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Die Luft ist raus. Die Bayern sind wieder mal einfach zu gut, um die Welt von der Bundesliga zu begeistern, kommentiert ZDF-Sportreporter Nils Kaben.

Kommentar: Nils Kaben zur Meisterschaftsvorentscheidung in der Bundesliga
ZDF-Sportredakteur Nils Kaben über die Bayern-Dominanz in der Bundesliga
Quelle: ZDF/dpa

Alle großen Ligen müssen noch Pause machen, nur in der Bundesliga rollt der Ball wieder los und die ganze Welt schaut zu. Deutschland hat den Rest des Fußballuniversums mit einem Hygienekonzept und ganz viel Lobbyarbeit abgehängt. Selbst die glühendsten Anhänger des FC Liverpool oder von Paris St. Germain gucken jetzt Bundesliga – ist schließlich besser als gar nichts.

Alleinstellungsmerkmal: Alle gucken Bundesliga

Ein packendes Meisterschaftsduell zwischen Borussia Dortmund und Bayern München, den beiden besten deutschen Klubs – was wäre das für eine Werbung gewesen für die gute alte Bundesliga. Daraus wird leider nun nichts, weil die Bayern einfach zu gut sind.

Das Alleinstellungsmerkmal auf dem globalen Fußball-Markt dauert noch bis Anfang Juni. Dann geht’s vermutlich auch in Spanien und Italien wieder los. England diskutiert noch, Frankreich hat die Saison bereits zu den Akten gelegt.

Bayern München - das Maß aller Dinge ...

Und nun das – immerhin sieben Punkte und 13 Tore beträgt der Vorsprung der Bayern in der Bundesliga. Dortmund müsste nicht nur alle sechs noch ausstehenden Spiele gewinnen - darunter natürlich auch das Gastspiel bei Verfolger Leipzig. Die Münchner dürften dazu aus drei der sechs Spiele nur einen einzigen Punkt holen - auswärts in Leverkusen, daheim gegen Gladbach und in Wolfsburg? Denkbar unwahrscheinlich.

So neigt sich diese Spielzeit auch dieses Jahr so ihrem Ende entgegen, wie sie es in den letzten acht Jahren immer getan hat. Der FC Bayern feiert mit vorgetäuschtem Enthusiasmus seine 30. Meisterschaft.

... aber Liverpool ist noch besser

Zur Wahrheit gehört, dass die Spannung im "Mutterland" des schönsten Spiels der Welt vor allem darin besteht, ob die Premier League in England überhaupt nochmal anpfeift und der FC Liverpool tatsächlich seinen ersten Titel seit 30 Jahren feiern kann. Gemessen am Vorsprung von Jürgen Klopps Truppe auf Pep Guardiolas ManCity ist der Bayern-Abstand auf die Borussia geradezu lächerlich: 25 Punkte dort, schlappe sieben hierzulande.

Fußball-Gucken in leeren Stadien ist an sich schon eine weitgehend trostlose Angelegenheit. Eingefleischte Fans freuen sich über die seltene Gelegenheit, sämtliche Kommandos auf dem Spielfeld mithören zu können. Darunter auch so manch zünftige Beleidigung von Freund und Feind. Doch auf Dauer ist das alles nichts. 

Immerhin: Spannung im Abstiegskampf

Die Sache lebt - wenn schon nicht von der Begeisterung, dann doch von der Spannung. Der Mensch schaut Fußball, weil er wissen will, wie’s ausgeht, hat der der legendäre ZDF-Reporter Oskar Wark einmal gesagt. Das gilt natürlich auch für ganze Meisterschaften.

Die Spannung im Abstiegskampf – davon gibt’s wenigstens im Moment noch reichlich - dürfte weltweit eher von überschaubarem Interesse sein. In Deutschland haben wir uns dran gewöhnt: Bayern – das übliche eben seit acht Jahren. Ausgenommen Weißbierdusche – Autokorso - Rathausbalkon am Marienplatz – aber auch nur wegen der Corona-Pandemie.

Schade Dortmund! So wahnsinnig viel hat ja gar nicht gefehlt am Dienstagabend. Ihr hättet nicht nur Euch selbst einen großen Gefallen getan.

Nils Kaben ist Mitglied der ZDF-Sportredaktion

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