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Corona-Fälle bei Mainz 05 - Das Dilemma mit den Nicht-Geimpften

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Eigentlich sollte die Durchimpfung der Bundesliga-Kader zum Saisonstart kein Problem sein. Doch der Corona-Ausbruch bei Mainz 05 belegt, dass das Gegenteil der Fall ist.

Training des 1. FSV Mainz 05 am 31.07.2021
Corona-Chaos vor Ligastart: Mainz hat 14 Personen in Quarantäne
Quelle: Imago

Gerade erst hat Bo Svensson erzählt, wie gut ihm der Urlaub im Sommerhaus an der Nordseeküste getan hat. In der Heimat kann der Däne am besten regenerieren - und sich von den Strapazen der Aufholjagd des FSV Mainz 05 in der Rückrunde erholen. Doch die bösen Geister, die bei den Rheinhessen mit dem Sympathieträger Svensson vertrieben schienen, sind schneller zurück als jeder dachte.

Eine Massenquarantäne für insgesamt 14 Personen aus Mannschaft und Trainerstab sorgt für Verdruss beim selbst ernannten Karnevalsverein – und für Verstimmung bis hoch in die Deutsche Fußball-Liga (DFL).

Quote der Ungeimpften in den Bundesliga-Klubs hoch

Alles ging mit der schon vor dem DFB-Pokalspiel beim SV Elversberg (8:7 i.E.) kommunizierten Corona-Infektion von Karim Onisiwo los. Laut Vereinsangaben infizierten sich nach dem österreichischen Nationalspieler noch zwei weitere Spieler sowie ein Mitglied des Trainerteams mit dem tückischen Virus. Daraufhin schickte das Gesundheitsamt Mainz-Bingen die nicht geimpften acht Spieler und zwei weitere Staff-Mitglieder in Quarantäne.

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Nun ist also herausgekommen, dass fast jeder dritte Profi des 27-köpfigen Kaders nicht geimpft war. Das führt zur Kardinalfrage: Wie kann es sein, dass trotz ausreichend zur Verfügung stehender Vakzine und einer langen Sommerpause so viele Profis keine Impfung besitzen? Die DFL ballt seit längerem über diesen Umstand die Faust in der Tasche, kann aber nicht mehr, als die Vereine daran erinnern, die Spieler zum Impfen zu bewegen.

Auf den Rängen Geimpfte, auf dem Rasen nicht

Innerhalb der Liga ist es ein offenes Geheimnis, dass sich unter den Berufsfußballern vergleichsweise viele Impfverweigerer, Impfskeptiker und Impftrödler befinden – und eine Impfpflicht besteht trotz der exorbitanten Bezahlung und des Privilegs zur Berufsausübung nicht.

So tut sich gerade ein schwer zu vermittelnder Widerspruch auf: Erste Vereine drängen darauf, dass sich überwiegend nur Geimpfte und Genesene als Zuschauer auf die Ränge begeben, auf dem Rasen aber bewegen sich in den Teams noch viele Ungeimpfte. Nur der 1. FC Köln und der FC Augsburg haben bislang einen vollständig geimpften Kader vermeldet. Ansonsten dringt über Impfquoten nur sehr wenig nach außen. Ein Ruhmesblatt scheinen die Zahlen nicht zu sein.

Heimspiel gegen RB Leipzig soll stattfinden

Der FSV Mainz 05 wollte partout nicht bekanntmachen, wie hoch der prozentuale Anteil der geimpften Profis ist - und verkündete am Donnerstag zudem, dass es für den Rest der Woche keine öffentlichen Trainingseinheiten mehr geben werde.

Das Heimspiel gegen RB Leipzig (Sonntag, 15.30 Uhr) wird aller Voraussicht ausgetragen. Denn nur wenn einem Klub weniger als 16 Spieler (inklusive spielberechtigter Amateure) zur Verfügung stehen, kommt es zu einer Absage. Es zeichnet sich ab, dass die 05er nur mit einem Rumpfkader antreten können.

"Dieser Impfstoff wurde wie fast kein Anderer untersucht und ist damit sehr wirksam und sicher", so Prof. Leif Erik Sander, Leiter Impfstoffforschung, Charité Berlin.

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Dass bei den Impfungen der Fußballer immer noch Überzeugungsarbeit zu leisten ist, verdeutlicht auch ein kürzlich von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert unterzeichnetes Rundschreiben, in dem er an alle Beteiligten der 36 Lizenzvereine appellierte, "die Leistungsfähigkeit der Klubs als Arbeitgeber nicht zu gefährden und negativem Einfluss auf den sportlichen Wettbewerb vorzubeugen".

Jede überflüssige Ansteckung oder Quarantäne gleicht im Grunde einem Fußtritt für die vielbeschworene Solidargemeinschaft.

Impfung ist alternativlos

Zwei größere Corona-Ausbrüche gab es bereits diesen Sommer: In der 3. Liga musste der MSV Duisburg verspätet starten, in der 2. Liga setzte der SV Darmstadt 98 mit einem stark reduzierten Kader die ersten drei Pflichtspiele in den Sand.

Leider ist es bei vielen noch nicht durchgedrungen, was für eine Errungenschaft das ist.
Christian Streich zur Corona-Impfung

Deshalb hat mit Christian Streich vom SC Freiburg der dienstälteste Bundesliga-Trainer allen noch einmal ins Gewissen geredet, sich den kleinen Piks setzen zu lassen: "Mit klarem Menschenverstand und der Verantwortung, die man hat, kann es nur eine Entscheidung geben."

An Sportveranstaltungen dürfen maximal 25.000 Zuschauer teilnehmen. Um dem Ziel einer höheren Auslastung näher zu kommen, animieren Klubs ihre Fans mit Aktionen zum Impfen.

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